DAX-Analyse: Adidas, Evotec und Infineon im Fokus
Der DAX zeigt sich richtungslos um 25.300 Punkte. Was Anleger jetzt bei Adidas, Evotec, Infineon, Munich Re, ProCredit und Scout24 beachten sollten.
Dieses Video wurde am 14.10.2026 von DER AKTIONÄR TV auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Der DAX präsentiert sich am Mittwoch, dem 14. Oktober, weiterhin ohne klare Richtung. Nach einem Tageshoch von zeitweise 200 Punkten im Plus schloss der Index am Vortag leicht im Minus. Aktuell notiert er bei rund 25.350 Punkten – und damit noch deutlich unterhalb der viel beachteten Marke von 25.500 Zählern. Gemischte Quartalszahlen aus den USA sowie stagnierende Renditen und Ölpreise bieten dem deutschen Leitindex kaum Auftrieb. Im Fokus stehen heute Adidas, Evotec, Infineon, Munich Re, ProCredit und Scout24.
DAX auf Richtungssuche – wichtige Marken im Blick
Charttechnisch bewegt sich der DAX in einer engen Spanne. Auf der Unterseite bietet die 25.000-Punkte-Marke Unterstützung, knapp darunter verläuft die viel beachtete 200-Tage-Linie. Auf der Oberseite bleibt 25.500 Punkte die entscheidende Hürde. Erst ein nachhaltiger Anstieg darüber würde den Weg zur nächsten Zielzone bei 25.800 Punkten freimachen.
Ein wichtiger Kurstreiber könnte am heutigen Nachmittag kommen: Um 14:30 Uhr werden die neuesten US-Verbraucherpreisdaten veröffentlicht. Die Prognosen deuten auf einen Anstieg hin – fällt dieser moderater als erwartet aus, könnte das den Märkten Aufwind geben. Zusätzlich legt die Bank of America um 12:45 Uhr Quartalszahlen vor, abends folgt das Fed-Beige-Book.
Adidas mit verbessertem Chartbild
Adidas zählt aktuell zu den charttechnisch interessantesten Werten im DAX. Die Aktie hat die 50-Tage-Linie zurückerobert, die sich langsam nach oben dreht. Die Unterstützung bei 140 Euro hat sich als tragfähig erwiesen. Die nächste Zielzone liegt im Bereich zwischen 160 und 168 Euro.
Fundamental spricht das wachsende Vertrauen der Anleger in die operative Wende des Unternehmens für die Aktie. Adidas gilt derzeit als führende Sportartikelmarke im Konsumentenumfeld. Für risikobereite Anleger bietet sich eine Anfangsposition an.
Evotec überrascht positiv – aber Erholung bleibt fragil
Evotec legt vorläufige Neunmonatszahlen vor und überrascht damit den Markt positiv. Der Umsatz beläuft sich auf 465 Millionen Euro, das bereinigte EBITDA liegt bei minus 43 Millionen Euro. Die Aktie reagiert mit einem Kursanstieg von zeitweise über 8 Prozent – nach einem 13-Jahrestief am Vortag.
Dennoch bleiben die Perspektiven eingetrübt:
- Umsatzprognose für das Gesamtjahr bleibt unverändert
- EBITDA-Verlust von 70 bis 105 Millionen Euro wird erwartet
- Von einer nachhaltigen Profitabilität ist das Unternehmen noch weit entfernt
Die heutige Kurserholung dürfte ein Strohfeuer bleiben. Langfristig orientierte Anleger sollten die Entwicklung genau beobachten, bevor sie einsteigen.
Infineon, Munich Re, Scout24 und ProCredit im Überblick
Bei Infineon sorgen starke ASML-Zahlen für leicht positive Vorzeichen. ASML bestätigte den anhaltenden KI-Boom und plant sogar, den für 2028 geplanten Kapazitätsausbau nochmals zu erweitern. Infineon selbst notiert wieder bei rund 57 Euro – ein Anstieg über die Marke von 63 bis 64 Euro wäre ein charttechnischer Befreiungsschlag.
Munich Re nähert sich dem massiven Widerstandsbereich bei 530 Euro. Ein Ausbruch nach oben könnte schnell Kurse zwischen 560 und 570 Euro ermöglichen. Langfristig bleibt Munich Re dank Aktienperformance und attraktiver Dividendenrendite ein Basisinvestment.
Scout24 profitiert vom leichten Rückgang der Renditen und notiert bei rund 75 Euro. Die Handelsspanne zwischen 67 und 80 Euro wird nach oben angetestet. Ein Ausbruch über 80 Euro könnte das Kursziel 90 Euro aktivieren – Analysten sehen sogar dreistellige Kursziele.
ProCredit ist neu im SDAX und ersetzt den übernommenen Wert Nagarro. Die Bankengruppe fokussiert sich auf Kreditfinanzierungen für kleine und mittlere Unternehmen in Osteuropa, unter anderem in Bulgarien und Nordmazedonien. Der Aufwärtstrend seit Juni ist intakt, allerdings wartet bei rund 9 Euro ein relevanter Widerstand. Aufgrund des niedrigen Handelsvolumens reagiert die Aktie sensibel auf einzelne Orders.
Insgesamt bleibt der DAX vorerst in seiner Konsolidierungszone. Die US-Inflationsdaten am Nachmittag dürften die entscheidende Weichenstellung für den weiteren Handelsverlauf liefern.
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