DAX-Analyse: Chip-Rally, Telekom-KI und MLP im Fokus
DAX startet verhalten in die neue Handelswoche: Infineon profitiert von der Chip-Rally, Deutsche Telekom setzt auf KI, MLP hebt Prognose an. Alle Einzelwerte im Überblick.
Dieses Video wurde am 05.10.2026 von DER AKTIONÄR TV auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Der DAX geht mit rund 25.250 Punkten verhalten in die neue Handelswoche. Nach einem positiven Freitagsschluss bei 25.231 Zählern bremsen steigende Anleiherenditen in Frankreich – aktuell knapp 4,91 Prozent – die Kauflaune der Anleger. Der Euro notiert unter 1,12 US-Dollar, was die Stimmung in der Eurozone zusätzlich belastet. Technisch bleibt die 25.000-Punkte-Marke die wichtigste Unterstützung, während der Abwärtstrend seit dem Septemberhoch noch nicht gebrochen ist.
Deutsche Telekom: KI als Wachstumstreiber bis 2030
Die Deutsche Telekom veranstaltet einen KI-Investorentag und bekräftigt dabei ihre mittelfristigen Ziele. Kernelement der Strategie ist der Einsatz von Künstlicher Intelligenz als Wachstums- und Effizienztreiber. Die wichtigsten Eckdaten im Überblick:
- Angestrebter KI-Umsatz außerhalb der USA: 800 Millionen Euro bis 2030
- Reduktion indirekter Kosten durch KI bis 2030: 2,5 Milliarden Euro gegenüber 2023
- Verbesserung der Netzsteuerung und des Kundenservices durch KI
Die Aktie hat den kurzfristigen Abwärtstrend seit Mitte September vorerst gestoppt und konsolidiert bei rund 26 Euro auf einer massiven Unterstützungszone. Belastend bleibt jedoch die schwache Entwicklung der US-Tochter T-Mobile US, deren Wachstumsraten deutlich nachgelassen haben. Für Langfristinvestoren gilt das aktuelle Niveau angesichts der Bewertung und der Cashflows dennoch als interessant.
Infineon und SUSS MicroTec profitieren von der Chip-Rally
Infineon war am Freitag mit einem Plus von 8,8 Prozent der große Gewinner im DAX. Treiber ist die neu entfachte Chip-Rally, angeführt vom starken Optoelektronik-Segment. Unternehmen wie Lumentum erklimmen neue Rekorde und ziehen den gesamten Halbleitersektor mit. Auch zu Wochenbeginn hält der positive Impuls an.
Charttechnisch hat Infineon die bisherige Handelspanne von 54 bis 61 Euro nach oben verlassen. Das nächste Kursziel liegt im Bereich von 68 Euro, danach rücken die runden Marken bei 70, 80 und 90 Euro in den Fokus.
Ähnlich positiv stellt sich die Lage bei SUSS MicroTec dar. Der kurzfristige Abwärtstrend wurde gebrochen, die 50-Tage-Linie zurückerobert. Solange die US-Chipwerte zulegen, dürfte auch SUSS MicroTec profitieren. Nächste Widerstände liegen bei 80 Euro sowie im Bereich 86 bis 90 Euro.
LPKF Laser: Erneute Gewinnwarnung, aber Photonics-Fantasie lebt
LPKF Laser meldete erneut eine Gewinnwarnung – eine Meldung, die am Markt weitgehend erwartet worden war. Dennoch rückt der Wert wieder in den Fokus, da Anleger verstärkt auf den Bereich Optoelektronik und Photonik setzen. LPKF gilt als Substrathersteller mit Relevanz für die sogenannte Lide-Technologie, die im kommenden Jahr endlich für den Durchbruch sorgen soll.
Charttechnisch dreht die 50-Tage-Linie wieder nach oben, und der Kurs nähert sich einer wichtigen Widerstandszone bei 17,20 Euro. Gelingt der Ausbruch, ist ein rascher Anstieg Richtung 20 Euro möglich – auch mit vergleichsweise dünnen Umsätzen. Investoren sollten jedoch beachten, dass LPKF in der Vergangenheit das Anlegervertrauen mehrfach enttäuscht hat.
Heidelberg Materials, Hensoldt und MLP mit individuellen Katalysatoren
Bei Heidelberg Materials hat eine positive UBS-Studie zumindest den Abwärtstrend vorübergehend gestoppt. Von rund 138 Euro erholte sich die Aktie um etwa 10 Euro. Dennoch bleibt der kurzfristige Abwärtstrend intakt und fällt mit der 50-Tage-Linie zusammen. Erst ein nachhaltiger Ausbruch über diese Zone würde einen Einstieg aus technischer Sicht rechtfertigen.
Hensoldt profitiert von geopolitischen Impulsen: Der Besuch des Bundeskanzlers in der Ukraine schürt Hoffnungen auf neue Rüstungsaufträge. Charttechnisch ist die 80-Euro-Marke der entscheidende Widerstand. Bei einem Ausbruch um zwei bis drei Prozent über diese Marke wäre eine Gegenbewegung in Richtung 90 Euro möglich.
Positiv überraschte MLP: Das Finanzdienstleistungsunternehmen hob die Gewinnprognose für das laufende Jahr von 100–110 Millionen Euro auf 110–120 Millionen Euro operativen Gewinn an. Die Privatbank Berenberg reagierte mit einer Anhebung des Kursziels auf 15 Euro und bestätigte die Kaufempfehlung. Als Treiber gelten hohe Erfolgsvergütungen und ein positiver Ausblick auf 2027, insbesondere im Altersvorsorgegeschäft. Nächste charttechnische Ziele liegen bei 13 bis 14 Euro.
Mit dem Beginn der Berichtssaison für das dritte Quartal in den kommenden Wochen werden die Weichen gestellt, ob die erhoffte Jahresendrally tatsächlich Fahrt aufnimmt. Analysten zeigen sich – vor allem mit Blick auf US-Werte – zuversichtlich, was auch dem deutschen Markt zugutekommen dürfte.
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