DFB-Kader: Klopp holt Füllkrug zurück und setzt auf Jungstar
Bundestrainer Jürgen Klopp überrascht mit seinem neuen DFB-Kader: Niklas Füllkrug feiert sein Comeback, der 17-jährige Gladbacher feiert seine Premiere.
Dieses Video wurde am 05.11.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Bundestrainer Jürgen Klopp hat seinen DFB-Kader für die kommenden beiden Nations-League-Spiele bekanntgegeben – und dabei gleich mehrere Überraschungen parat gehabt. Nach längerer Pause kehrt Niklas Füllkrug in die Nationalmannschaft zurück. Gleichzeitig feiert ein erst 17-jähriger Gladbacher sein erstes Aufgebot. Der Mix aus erfahrenen Stammkräften und aufstrebenden Jungstars spiegelt Klopps langfristige Strategie auf dem Weg zur EM-Qualifikation wider.
Füllkrugs Comeback: Überraschung mit Ansage
Niklas Füllkrug ist 33 Jahre alt – und dennoch wieder im Nationalteam. Der Stürmer von Werder Bremen präsentiert sich in der laufenden Bundesliga-Saison in Topform und hat sich damit offenbar unumgehbar gemacht. Klopp zeigte sich in seiner Kaderbekanntgabe beeindruckt – nicht nur von Füllkrugs sportlichen Leistungen, sondern auch von seiner Rolle als Führungspersönlichkeit, die das Team mitreißt.
Bemerkenswert ist dabei die taktische Entscheidung: Klopp bevorzugt ein 4-3-3-System mit einem Mittelstürmer und zwei Außenstürmern. Normalerweise reichen dafür zwei Stürmer im Kader. Nun hat er drei nominiert – Füllkrug neben Kai Havertz und dem Frankfurter Pnotade – und dafür kurzerhand 24 statt der üblichen 23 Spieler mitgenommen. Auf dem Spielbericht dürfen zwar weiterhin nur 23 stehen, doch die Flexibilität im Kader ist damit deutlich größer.
Der jüngste Neuzugang: Moria aus Gladbach
Die zweite große Überraschung ist der Gladbacher Moria, der im Dezember erst 18 Jahre alt wird. Der Youngster erhält erstmals eine Einladung zur Nationalmannschaft und ist damit einer der jüngsten Spieler, die Klopp bisher nominiert hat. Neben ihm setzt der Bundestrainer auf weitere Jungstars wie Philip Treu und Said Elmala.
Die Mischung aus erfahrenen Kräften wie Joshua Kimmich oder Havertz und aufstrebenden Talenten ist bewusst gewählt. Klopp selbst sprach von einem „bunten Mix”, der auf unterschiedliche Spielerprofile auf denselben Positionen setzt – ein klares Indiz dafür, dass der Bundestrainer den Konkurrenzkampf im Kader bewusst anheizt.
Nations League: Risikofreudiger Kurs mit Blick auf die EM
Deutschland steht in der Nations League derzeit auf Platz drei der Gruppe. Die Ergebnisse waren bislang nicht zufriedenstellend – insbesondere die unnötige Niederlage gegen Griechenland hat Fragen aufgeworfen. Dennoch hält Klopp an seinem experimentierfreudigen Kurs fest.
- Freitag, nächste Woche: Auswärtsspiel in Belgrad gegen Serbien – ohne Zuschauer, da beide Fanlager nach Rassismusvorfällen beim Vorgängerspiel ausgeschlossen wurden
- Drei Tage später: Heimspiel in Berlin gegen die Niederlande – das Highlight des Doppelspieltages
- Im Frühjahr beginnen die EM-Qualifikationsspiele, für die Klopp den endgültigen Kader zusammenstellen muss
Klopp betonte, dass die Nations League zwar ein wichtiger Wettbewerb sei, die Kaderfindung für die EM-Quali jedoch klar Vorrang habe. Das erklärt den anhaltend risikoreichen Ansatz: Lieber jetzt testen und Erkenntnisse gewinnen, als im entscheidenden Moment auf unerprobte Spieler setzen zu müssen.
Mittelfeld-Frage bleibt ungeklärt
Im defensiven Mittelfeld stellt Klopp die Konkurrenz auf die Spitze. Mit Kimmich, Pavlovic und Macher hat er drei namhafte Optionen für eine Position im Kader – spielen lassen kann er sie nicht alle gleichzeitig. Genau das dürfte in den kommenden Wochen für Diskussionsstoff sorgen.
Die Personalentscheidungen im zentralen Mittelfeld werden maßgeblich darüber entscheiden, wie das Team in der EM-Qualifikation aufgestellt sein wird. Klopp signalisierte Vertrauen in seine Mannschaft – und bat auch die Öffentlichkeit um Geduld. Die entscheidenden Nominierungen, so viel ist klar, werden erst im kommenden Frühjahr fallen. Bis dahin bleibt der DFB-Kader ein lebendiges Experiment.
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