Monday, 5. October 2026
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Doro Pesch

Doro Pesch: Metal, Treue und Lemmys heilige Asche

Doro Pesch spricht über vier Jahrzehnte Metal, ihren veganen Lebensstil, die dramatische Krankenhaus-Flucht als Teenager und warum Lemmys Asche für sie unersetzlich ist.

Redaktion · 5. October 2026, 09:00 Uhr · 5 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 05.10.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Doro Pesch ist seit mehr als vier Jahrzehnten eine der prägendsten Stimmen des internationalen Heavy Metal. Im Interview spricht die gebürtige Düsseldorferin über Loyalität als Lebenshaltung, ihre Anfänge in der deutschen Metalszene der frühen 1980er-Jahre, einen dramatischen Krankenhausaufenthalt in der Jugend, ihren veganen Lebensstil – und über das wohl persönlichste Andenken an ihren verstorbenen Freund Lemmy Kilmister: eine Patrone mit seiner Asche, die sie an einem geheimen Ort verwahrt.

Treue als Lebensphilosophie – seit 40 Jahren

Doro Pesch sieht Treue nicht als Pflicht, sondern als Wesenskern ihrer Persönlichkeit. „Wenn ich zu jemandem stehe, dann stehe ich zu dem für immer”, sagt sie. Diese Haltung gilt für sie gleichermaßen gegenüber Fans, Freunden und der Musik selbst. Selbst in den schwierigen 1990er-Jahren, als Grunge den Metal aus den Charts verdrängte, blieb sie ihrer Linie treu und spielte weiter Konzerte – weltweit.

Den Fans fühlt sie sich bis heute verpflichtet: „Das habe ich mir geschworen und immer wieder bewiesen.” Exemplarisch steht dafür ein Fan aus Australien, der nach einer Begegnung beim Wacken Open Air kurzerhand eine komplette Tournee für Doro in seinem Heimatland organisierte – mitsamt Kumpels, die dafür Urlaub nahmen oder ihren Job aufgaben.

Tuberkulose, Flucht und der Schwur zur Musik

Bevor Doro Pesch mit ihrer ersten Band Snake Bite auf der Bühne stand, durchlebte sie als Teenager eine existenzielle Krise. Mit rund 14 Jahren erkrankte sie an Lungentuberkulose, wurde in eine Klinik eingewiesen, die sie als menschenunwürdig beschreibt: Gitter vor den Fenstern, Medikamentengabe ohne Aufklärung, kein Essen, das bei ihr ankam.

Gerettet wurde sie von ihrer Mutter, die mit dem Satz „Ich gehe an die Presse” das Personal in die Schranken wies und die Tochter aus der Klinik holte. Nach neun Monaten in einem anderen Krankenhaus fasste Doro ihren Lebensplan: „Wenn ich da jemals lebend rauskomme, mache ich was mit meinem Leben – ich möchte Menschen glücklich machen.” Zwei Wochen nach der Entlassung hatte sie ihre erste Band.

  • Erstes Konzert mit Snake Bite endete in einer Schlägerei zwischen Metal-Fans und Punks
  • Ein betrunkener Punkrocker richtete eine geladene Pistole auf die Bühne – die Waffe wurde später sichergestellt
  • Das Schlagzeug wurde zerstört, doch die Band spielte mit einem Stock auf einer Snare weiter
  • Aus Snake Bite entstanden die Bands Beast, Attack und schließlich Warlock
  • Ein Fan-Kassetten-Netzwerk brachte Warlock ohne ihr Wissen vier Plattenverträge

New York, Plattenkonzerne und Lemmys Kuss vor der Bühne

Der internationale Durchbruch kam mit dem Album Triumph and Agony (1987), aufgenommen in New York. Die Zeit dort war ambivalent: Die Plattenfirma ordnete einen strengen Fitness- und Diätplan an, ein weiblicher Coach trieb Doro täglich um 6:30 Uhr zum Sport. Abends kehrte sie weinend in ihre Wohnung zurück.

An manchen Nächten verließ sie das Studio heimlich und verbrachte die Nächte in der New Yorker U-Bahn, unter Obdachlosen – mit aufgesetzter Kapuze und einem aufgemalten Schnurrbart als Tarnung. „Die haben mich sofort nett aufgenommen”, erinnert sie sich. Die Aktion hatte Wirkung: Danach wurde sie im Studio besser behandelt.

Beim Monsters of Rock Festival in England lief Doro kurz vor ihrem Auftritt Lemmy Kilmister in die Arme. Er bemerkte ihre Aufregung, nahm sie in den Arm und gab ihr einen Kuss auf die Stirn. „Ich bin mit diesem nassen Küsschen auf die Bühne und wir haben es so gerockt”, sagt sie. Die Freundschaft hielt ein Leben lang.

Lemmys Asche, veganes Leben und ein neues Album

Nach Lemmys Tod erhielt Doro Pesch per Post ein kleines Päckchen: eine Patrone, eingraviert mit Lemmys Namen, gefüllt mit seiner Asche. „Das kam von seinem Management. Er wollte, dass seine engsten Freunde seine Asche bekommen.” Die Patrone verwahrt sie an einem doppelt gesicherten, geheimen Ort – nach zwei Wohnungsverlusten in New York (einmal durch die Nähe zum World Trade Center, zweimal durch Hurrikane) ist ihr die Vorsicht zur Gewohnheit geworden.

Seit rund zehn Jahren lebt Doro vegan – auf der Bühne, im Alltag und bei der Wahl ihrer Kostüme. Kunstleder und Neopren ersetzten schon früh das echte Leder. „Ich wollte nie dazu beitragen, dass jemand leidet, egal ob Mensch oder Tier.” Ihr neues Album Wild & Hard erscheint am 11. Dezember, begleitet von einer ausgedehnten Welttournee.

Doro Peschs Karriere ist ein seltenes Beispiel für künstlerische Beständigkeit: Vom Düsseldorfer Proberaum unter Wasser bis zu ausverkauften Arenen auf allen Kontinenten – immer getragen von dem Versprechen, das sie sich selbst und ihren Fans gegeben hat: Metal für immer.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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