Dieses Video wurde am 09.05.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Florian Heinemann, Gründungspartner des Berliner Frühphaseninvestors Project A Ventures, war zu Gast im Podcast „Alles auf Aktien” des WELT Nachrichtensenders – live von der OMR Festival in Hamburg. Der Investor, Aufsichtsratsmitglied und Startup-Experte sprach über die Realität hinter Venture Capital, die wachsende Dominanz der Technologiegiganten, den Zustand des deutschen Mittelstands und die Frage, welche Karrierewege Kinder in der Ära der künstlichen Intelligenz einschlagen sollten.
OMR: Netzwerken zwischen Business und Spektakel
Das OMR Festival in Hamburg gilt als das größte Marketing- und Digital-Event im deutschsprachigen Raum. Heinemann, der seit Jahren Gäste aus dem Mittelstand mitbringt, sieht die Veranstaltung als einzigartiges Format: eine gelungene Mischung aus ernsthaftem B2B-Networking und populärem Spektakel. Die sogenannte „Convening Power” des Events – also die Fähigkeit, relevante Menschen an einem Ort zu versammeln – sei sein eigentlicher Wert.
Heinemann selbst führte auf der OMR-Bühne ein Interview mit Meredith Whittaker, der Präsidentin der Signal Foundation. Das Gespräch hinterließ bei ihm bleibenden Eindruck: Whittaker argumentierte, dass moderne digitale Systeme – von Messengern bis zu KI-Sprachmodellen – die Überwachungskapazitäten früherer Geheimdienste weit übertreffen. Ihr zentrales Argument: Das eigentliche Problem sei concentrated power – die immer stärker werdende Marktmacht weniger Technologiekonzerne.
Besonders beeindruckte Heinemann das Beispiel von Signal selbst: Der datenschutzorientierte Messenger werde mit gerade einmal 50 Mitarbeitenden zur drittgrößten Messaging-Plattform der Welt aufgebaut – ein Beleg dafür, dass Wettbewerb auch mit wenig Kapital möglich ist.
Venture Capital: Wie Florian Heinemann Gründer bewertet
Project A hat nach Heinemann’s Angaben bislang rund 162 Investments getätigt – keines davon aus einem unaufgeforderten Kaltanschreiben heraus. Entscheidend sei das sogenannte „Right to Play”: Kann ein Gründerteam glaubhaft machen, dass es in einem bestimmten Markt zu den zwei oder drei führenden Anbietern zählen kann?
Wichtige Kriterien bei der Erstbeurteilung:
- Klare, verständliche Erklärung des Geschäftsmodells in fünf Minuten
- Erkennbarer Wettbewerbsvorteil (sogenannter „Unfair Advantage”)
- Persönlichkeitsprofil: Kann das Team Ressourcen akkumulieren und andere überzeugen?
- Venture-Capital-Tauglichkeit des Geschäftsmodells – weltweit betrifft das weniger als 0,5 % aller Gründungen
- Warm Introduction durch bekannte Netzwerkkontakte erhöht die Erfolgswahrscheinlichkeit erheblich
Der Prozess von der ersten Kontaktaufnahme bis zur Investitionsentscheidung dauere bei Project A in der Regel zwei bis vier Wochen. Mittlerweile gehe der Fonds in 30 bis 50 Prozent der Fälle aktiv auf Startups zu, da das Team gezielt nach bestimmten Themen suche.
Mittelstand und Standort Deutschland: Zwischen Resilienz und Stagnation
Heinemann beobachtet, dass es vielen großen deutschen Mittelständlern überraschend gut geht – weil sie stark international aufgestellt sind und sich von der deutschen Binnenkonjunktur weitgehend gelöst haben. Dennoch sei die Lage angespannt: Der Auftragseingang im Maschinenbau befinde sich auf einem Tief von mehreren Jahrzehnten, Energiekosten bleiben im internationalen Vergleich hoch, und das dritte Jahr ohne Wachstum zeichne sich ab.
Sein zentrales politisches Anliegen: Der Staat müsse bei Bürgerinnen und Bürgern das Gefühl der Handlungsfähigkeit erzeugen. Dieses Gefühl fehle derzeit – unabhängig davon, ob die Erkenntnisse in den Ministerien vorhanden seien. Positive Reformschritte wie das geplante Altersvorsorgedepot würden kaum kommuniziert und damit in der öffentlichen Wahrnehmung nicht gewürdigt.
Eine strukturelle Chance sieht Heinemann in der KI-getriebenen Transformation: Unternehmen, die KI konsequent einsetzen, könnten mit deutlich weniger Personal erhebliche Umsätze erzielen – er nennt als Beispiel Firmen mit 15 Mitarbeitenden und 25 Millionen Euro Umsatz. Das sei eine reale Chance auch für europäische Unternehmen, die im Kapitalwettbewerb mit den US-Technologiegiganten nicht mithalten können.
Karriere in der KI-Ära: Was Heinemann seinen Kindern mitgibt
Als Vater von vier Kindern – eines davon absolviert gerade eine Hotelfachausbildung – denkt Heinemann intensiv über Bildungs- und Berufswege nach. Sein Ansatz: nicht Passion folgen, sondern den eigenen Stärken folgen und Leidenschaft entlang dieser Stärken entwickeln.
Für die KI-Ära empfiehlt er:
- MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) bleiben hochrelevant
- Ein Verständnis davon, wie Rechner und Datenbanken funktionieren, hilft beim Umgang mit KI-Tools
- Philosophie und analytisches Denken erleben eine Renaissance
- Handwerk bietet langfristig mehr Robustheit gegenüber KI-Disruption als viele Bürojobs
- Ein internationales Mindset ist wichtiger denn je
Besonders betont Heinemann das Unternehmertum: Die Eintrittsbarrieren für Selbstständigkeit seien durch KI gesunken, die Erfüllungspotenziale gestiegen. Menschen, die unternehmerisch tätig seien, hätten ein stärkeres Gefühl der Selbstwirksamkeit – unabhängig davon, ob sie damit reich werden. Das sei die vielleicht wichtigste Botschaft an die nächste Generation.
Florian Heinemann bleibt trotz aller strukturellen Herausforderungen optimistisch – für Europa, für Deutschland und für die Chancen junger Menschen in einer Welt, die sich durch künstliche Intelligenz rasant verändert. Sein Fazit: Wer seine Stärken kennt, international denkt und unternehmerisch handelt, wird auch in diesem Wandel bestehen.
Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.


