Dieses Video wurde am 09.05.2026 von DW auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Ein nicht verifizierter Bericht, der sich auf europäische Geheimdiensteinschätzungen beruft, sorgt für Aufsehen: Wladimir Putin soll seinen persönlichen Sicherheitsapparat drastisch ausgebaut haben – aus Angst vor einem Verrat durch Russlands eigene Elite oder sogar einem Kreml-Putsch. Investigativjournalist Roman Dobrokhotov, Gründer und Chefredakteur des in Russland verbotenen Rechercheportals The Insider, hält die Kernaussagen des Berichts für plausibel. Er berichtet von eigenen Quellen in russischen Geheimdienstkreisen, die bereits vor einem Jahr auf eine sich verschlechternde Stimmungslage hinwiesen.
Wachsendes Misstrauen innerhalb der russischen Elite
Laut dem Bericht wächst Putins Misstrauen gegenüber seinen engsten Vertrauten spürbar. Besonders der ehemalige Verteidigungsminister Sergej Schoigu gerät ins Visier: Er soll im Kreml unter zunehmendem Verdacht stehen. Schoigu galt jahrelang als einer von Putins engsten Vertrauten – die beiden verbrachten regelmäßig gemeinsam Urlaube in Sibirien.
Nach dem Prigoschin-Aufstand im Jahr 2023 wurde Schoigu als Kompromiss abgelöst. Viele seiner Mitarbeiter, gegen die Korruptionsermittlungen liefen, mussten ebenfalls gehen. Dieser Schritt zerstörte nach Einschätzung von Dobrokhotov einen gewachsenen Konsens innerhalb der Machtelite und hinterließ tiefe Ressentiments.
Dobrokhotov betont jedoch, dass Schoigu nicht die zentrale Figur eines möglichen Umsturzes sei. Die eigentliche Sprengkraft liege woanders: im Fehlen wirtschaftlicher Ressourcen, militärischer Erfolge und politischer Legitimität für die Fortsetzung des Krieges.
Wirtschaftskrise als Katalysator für Unruhe
Ein entscheidender Faktor ist die sich verschlechternde wirtschaftliche Lage Russlands. Zum ersten Mal in 25 Jahren Putin-Herrschaft werden viele Russen im kommenden Jahr real spürbar ärmer werden – die staatlichen Reserven sind durch den Krieg und westliche Sanktionen weitgehend aufgebraucht.
Dobrokhotov beschreibt eine auffällige Stimmungsverschiebung in der russischen Gesellschaft:
- Zunächst wächst die Kritik im privaten Rahmen – in Küchen und Warteschlangen.
- Dann verbreitet sie sich in sozialen Medien, anfangs gegen den Krieg.
- Schließlich richtet sich die Kritik offen gegen Präsident Putin persönlich – ein bislang absolutes Tabu.
- Selbst frühere Kreml-Propagandisten äußern sich zunehmend kritisch, ohne dafür bestraft zu werden.
Dieses letzte Phänomen wertet Dobrokhotov als klares Zeichen der Schwäche des Systems: Was vor einem Jahr noch undenkbar war, ist heute Realität.
Sicherheitsapparat und Konflikte zwischen Geheimdiensten
Auf der operativen Ebene reagiert Putin mit sichtbaren Sicherheitsmaßnahmen: Er meidet den Kreml zunehmend, die Präsenz von Sicherheitskräften in Moskau wurde verstärkt, und sein engster Vertrauenskreis ist noch kleiner geworden. Doch auch innerhalb des Sicherheitsapparats selbst brodelt es.
Laut Dobrokhotovs Quellen gibt es erhebliche Spannungen zwischen dem FSB und dem militärischen Geheimdienst GRU, sowie Konflikte innerhalb des GRU selbst. Genau diese innere Zerrissenheit erinnert an die Monate vor dem Prigoschin-Aufstand, als die Warnsignale ebenfalls lange ignoriert wurden.
Die entscheidende Frage lautet: Hat Putin aus dem Prigoschin-Aufstand die richtigen Schlüsse gezogen – oder wird er erneut zu spät reagieren?
Was käme nach Putin?
Dobrokhotov zeichnet ein bemerkenswertes Bild der Stimmung in Russlands Machtzirkeln: Außer Putin selbst und seinem allernächsten Umfeld wolle kaum jemand den Krieg fortsetzen. Weite Teile der Regierung, insbesondere der wirtschaftspolitische Flügel, und sogar Teile der Geheimdienste sollen eine Kurskorrektur anstreben – Kriegsende, Sanktionsaufhebung, weniger gesellschaftliche Spannung.
Einen offenen Nachfolgekandidaten suche man jedoch vergeblich – wer als möglicher Herausforderer wahrgenommen wird, mache sich zur Zielscheibe. Stattdessen empfiehlt Dobrokhotov, nicht auf Politfiguren zu schauen, sondern auf die öffentliche Stimmung: auf Blogger, Meinungsführer und ehemalige Propagandisten, die zunehmend offen Kritik üben. Sie seien der eigentliche Seismograph für einen bevorstehenden Wandel.
Wie schnell und in welcher Form ein solcher Wandel eintreten könnte, bleibt offen. Doch die Signale aus Moskau verdichten sich – und die Parallelen zur Geschichte der Sowjetunion, etwa zum Machtwechsel nach Stalins Tod, werden von Insidern längst offen gezogen.
Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (DW). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.


