Thursday, 22. October 2026
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Investitionsgipfel: Deutschland als Stabilitätsanker

Beim Investitionsgipfel in Berlin nennt Kanzler Merz Zusagen über 800 Mrd. Euro. KKR-Partner Freise sieht Deutschland als Stabilitätsanker – trotz eines alten Problems.

Redaktion · 21. October 2026, 11:30 Uhr · 3 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 21.10.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Beim Investitionsgipfel in Berlin hat Bundeskanzler Friedrich Merz Investitionszusagen in Höhe von 800 Milliarden Euro bis 2028 verkündet. Auch der Onlinehändler Amazon gab bekannt, im kommenden Jahr 16 Milliarden Euro in Deutschland zu investieren – in Rechenzentren, Logistik, Forschung und Streaming-Produktionen. Für Philipp Freise, Partner beim Finanzinvestor KKR, sind diese Zahlen ein Beleg für eine echte Aufbruchstimmung – er sieht aber auch ein strukturelles Problem, das Deutschland seit zwei Jahrzehnten bremst.

Aufbruchstimmung trotz turbulenter Weltlage

Freise investiert nach eigenen Angaben seit fast 30 Jahren in Deutschland und beobachtet derzeit eine Rückbesinnung auf deutsche Stärken. Während in anderen großen Volkswirtschaften erhebliche Unsicherheiten herrschten – sei es politische Instabilität in Frankreich, wirtschaftliche Turbulenzen in den USA oder Umbrüche in Asien – biete Deutschland eine seltene Kombination aus politischer Stabilität und wirtschaftlichem Reformwillen.

Ein zentrales Argument: Deutschland ist eines der wenigen Länder weltweit, dessen nominale Wachstumsrate die Verzinsung der Staatsanleihen übersteigt. Das bedeutet, das Land befindet sich nicht in der Schuldenfalle, die viele andere Volkswirtschaften lähmt. Als einziges Land in der G7 wird Deutschland von allen großen Ratingagenturen mit dem Bestnoten-Rating Triple A bewertet.

Das 20 Jahre alte Problem: Innovation ohne Umsetzung

Trotz des Optimismus benennt Freise klar eine chronische Schwäche: Deutschland ist zwar ein Land der Tüftler mit einer der höchsten Patentdichten weltweit und exzellenter Grundlagenforschung an Einrichtungen wie den Max-Planck-Instituten – doch an der Umsetzung hapert es seit mindestens 20 Jahren.

Das eigentliche Defizit liegt darin, Innovationen, Patente und Forschungsergebnisse konsequent in große, wettbewerbsfähige Unternehmen zu überführen. Genau hier soll nun frisches Kapital aus dem In- und Ausland ansetzen. Als wichtigen Baustein nennt Freise die geplante Rentenreform, die langfristig inländisches Kapital für Investitionen mobilisieren soll.

Auch die Kritik von Nvidia-Chef Jensen Huang, Deutschland falle technologisch zurück, ordnet Freise differenziert ein: Huang habe ausdrücklich ergänzt, dass die Substanz vorhanden sei – es fehle lediglich an konsequenter Umsetzung und Beschleunigung.

Konkrete Investitionsbeispiele aus der Hochtechnologie

KKR setzt auf deutsche Unternehmen abseits der klassischen Automobilindustrie. Freise nennt mehrere Beispiele, die das Potenzial des Standorts illustrieren:

  • OHB in Bremen: Das Raumfahrtunternehmen sichert gemeinsam mit der Rocket Factory Augsburg den souveränen europäischen Zugang zum Weltall.
  • IFM in Essen: Der Sensorhersteller beliefert Rechenzentren und Hochtechnologiemaschinen weltweit.
  • Evonik: Das Unternehmen ist mit Spezialprodukten in Verteidigung und Maschinenbau aktiv – eine oft unterschätzte Stärke.

Diese sogenannten Hidden Champions stehen exemplarisch für eine Substanz, die international häufig unterschätzt wird, weil deutsche Unternehmen traditionell zurückhaltend kommunizieren.

Talente kehren zurück – wenn die Flamme brennt

Ein weiteres Zeichen des Wandels: Hochqualifizierte Fachkräfte, die Deutschland verlassen hatten, überdenken laut Freise ihre Entscheidung. Angesichts wachsender Unsicherheiten im Silicon Valley und anderswo werde der Standort Deutschland für viele Talente wieder attraktiver.

Freise betont allerdings, dass diese Aufbruchsstimmung gezielt gepflegt werden müsse. Die positiven Signale – Investitionszusagen, Reformbereitschaft, Rückkehr von Talenten – seien erst der Anfang. Entscheidend sei, daraus eine breite Dynamik zu entwickeln, die den Technologie- und Wirtschaftsstandort Deutschland langfristig stärkt. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob aus den milliardenschweren Versprechen des Investitionsgipfels tatsächlich eine neue industrielle Gründerwelle entsteht.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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