65 Jahre Anwerbeabkommen: Merz würdigt türkische Migration
Zum 65. Jubiläum des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens würdigt Bundeskanzler Merz den Beitrag türkischer Zuwanderer und warnt vor Fremdenfeindlichkeit.
Dieses Video wurde am 21.10.2026 von Handelsblatt auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Zum 65. Jahrestag des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens hat Bundeskanzler Friedrich Merz in Berlin den Beitrag türkischer Zuwanderer zur Entwicklung Deutschlands gewürdigt. Deutschland sei durch die Migration aus der Türkei kulturell, wirtschaftlich, wissenschaftlich und kulinarisch reicher geworden, betonte Merz. Gleichzeitig warnte er eindringlich vor einem Wiederaufleben von Fremdenfeindlichkeit und distanzierte sich klar von Forderungen nach einer sogenannten Remigration.
Das Anwerbeabkommen und seine historische Bedeutung
Im Jahr 1961 schlossen Deutschland und die Türkei ein bilaterales Abkommen, das den gezielten Zuzug von Arbeitskräften ermöglichte. In den folgenden Jahren kamen fast 900.000 sogenannte Gastarbeiter aus der Türkei in die Bundesrepublik, um den wachsenden Arbeitskräftebedarf des Wirtschaftswunders zu decken.
Nach dem Ende des Wirtschaftsbooms Anfang der 1970er Jahre verhängte die Bundesregierung einen Anwerbestopp. Viele der angeworbenen Arbeitnehmer blieben jedoch in Deutschland, gründeten Familien und legten den Grundstein für eine dauerhafte Einwanderungsgemeinschaft.
Heute, fast 65 Jahre nach dem Abkommen, leben rund 3 Millionen Menschen mit türkischen Wurzeln in Deutschland – über mehrere Generationen hinweg fest in die Gesellschaft integriert.
Merz gegen Remigration: Klare Absage an die AfD
Bundeskanzler Merz nutzte das Jubiläum für eine deutliche politische Positionierung. Er wandte sich explizit gegen den AfD-Ansatz der Remigration, der auch Menschen mit Migrationshintergrund, die die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, mit Abschiebung bedrohe.
„Dahinter steckt ein Angriff auf das moderne Deutschland, das wir uns in den vergangenen 65 Jahren miteinander aufgebaut haben”, sagte Merz. Seine Aussage unterstreicht, dass die Geschichte des Anwerbeabkommens nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine gesellschaftliche und identitätspolitische Dimension hat.
Drei Generationen: Aufstieg und wachsende Sorgen
Die Geschichte der türkischen Einwanderung ist vielfach eine Geschichte des sozialen Aufstiegs. Viele der ersten Generation legten großen Wert darauf, ihren Kindern Bildung zu ermöglichen – statt wie sie selbst in Fabriken zu arbeiten. Schulabschlüsse, Berufsausbildungen und Hochschulstudium waren die erklärten Ziele dieser Elterngeneration.
- Die erste Generation kam als Gastarbeiter und prägte die Industrie der Nachkriegszeit.
- Die zweite Generation setzte verstärkt auf Bildung und beruflichen Aufstieg.
- Die dritte Generation ist längst ein selbstverständlicher Teil der deutschen Gesellschaft.
Dennoch berichten Nachkommen der Gastarbeiter von einem wachsenden Unbehagen. Das gesellschaftliche Klima der Offenheit und des Willkommens, das frühere Jahrzehnte geprägt habe, scheine sich zunehmend zu wandeln – eher zum Negativen, wie es in Berichten aus der Community heißt.
Heimat als gelebtes Konzept
Für viele Nachkommen der ersten Einwanderergeneration ist die Frage nach der Heimat längst beantwortet: Heimat ist da, wo man sich wohlfühlt. Regionen wie der Westerwald, Städte im Ruhrgebiet oder in Bayern sind für sie nicht Wahlheimat, sondern schlicht Zuhause.
Dieses Selbstverständnis steht in deutlichem Kontrast zu politischen Debatten, die Zugehörigkeit an Herkunft knüpfen wollen. Das Jubiläum des Anwerbeabkommens ist daher nicht nur ein Blick zurück, sondern auch ein Anlass zur Reflexion über das gesellschaftliche Miteinander der Gegenwart.
Der 65. Jahrestag des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens zeigt: Migration hat Deutschland nachhaltig verändert – wirtschaftlich, kulturell und demografisch. Wie offen und integrativ die Gesellschaft künftig bleibt, wird maßgeblich davon abhängen, wie die politische Debatte über Zugehörigkeit und Teilhabe geführt wird.
Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (Handelsblatt). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.