Irankrieg belastet Exportaussichten und DAX-Werte

Date:

Dieses Video wurde am 05.05.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Der Irankrieg hinterlässt tiefe Spuren in der deutschen Exportwirtschaft. Eine Analyse des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) unter mehr als 4.500 international tätigen deutschen Unternehmen zeigt: Die Konjunkturerwartungen haben sich deutlich eingetrübt. Besonders im Nahen Osten spüren die Firmen die Kriegsfolgen unmittelbar – während die Aussichten in den USA, China und Südamerika vergleichsweise stabiler bewertet werden. Nur noch 21 Prozent der befragten Unternehmen rechnen binnen zwölf Monaten mit einer besseren Konjunkturentwicklung an ihren internationalen Standorten.

Ölpreisschock und Lieferketten als zentrale Risiken

Der wichtigste Auslöser der Unsicherheit ist der Ölpreisschock infolge der gesperrten Straße von Hormus. Die Folgen sind in den Unternehmenszahlen klar ablesbar:

  • 46 Prozent der Firmen nennen hohe Energiepreise als zentrales Geschäftsrisiko – mehr als doppelt so viele wie noch im Herbst.
  • 40 Prozent sehen Lieferkettenstörungen als kritisches Risiko.
  • 37 Prozent fürchten steigende Rohstoffpreise.
  • 44 Prozent sorgen sich um eine schwache Nachfrage.

An den Finanzmärkten zeigte sich ein gemischtes Bild: Der Ölpreis gab nach einem kräftigen Anstieg am Vortag leicht um 1,3 Prozent nach, während der DAX gleichzeitig um rund 1,1 Prozent zulegen konnte.

Rheinmetall: Starke Auftragsbücher trotz verhaltenem Quartalsergebnis

Rheinmetall startete verhalten ins Jahr 2026. Der Umsatz stieg im ersten Quartal zwar um 8 Prozent auf 1,94 Milliarden Euro, blieb damit aber hinter den Analystenerwartungen von durchschnittlich 2,3 Milliarden Euro zurück. Das operative Ergebnis legte immerhin um 17 Prozent zu. Der Rüstungskonzern verweist auf eine Aufholjagd im laufenden zweiten Quartal und bestätigt die Jahresprognose: ein Umsatzwachstum von 40 bis 45 Prozent bei einer operativen Umsatzrendite von rund 19 Prozent. Die Auftragsbücher umfassen inzwischen über 73 Milliarden Euro – ein Plus von 31 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

CMC-Markets-Chefanalyst Andreas Lipkow bewertet die Zahlen als weitgehend erwartungskonform. Die zunächst schwache Kursreaktion drehte ins Positive: Die Aktie legte rund 4 Prozent zu und war damit größter DAX-Gewinner des Tages. Lipkow hebt hervor, dass Rheinmetall sich von einem reinen Wachstumstitel zunehmend zu einem Value-Titel entwickle – mit breiter aufgestellten Geschäftsfeldern in Bereichen wie Satellitentechnik und Marineschifffahrt.

Fresenius Medical Care kämpft mit Gegenwind in den USA

Beim Dialyseanbieter Fresenius Medical Care (FMC) dämpften steigende Kosten und negative Wechselkurseffekte das Ergebnis. Das bereinigte operative Ergebnis stieg im ersten Quartal lediglich um 2 Prozent auf 467 Millionen Euro. Der Konzerngewinn brach um 22 Prozent auf 118 Millionen Euro ein, der Erlös sank um 6 Prozent auf 4,6 Milliarden Euro.

FMC hat 2026 zum Übergangsjahr erklärt. Im Mittelpunkt steht die Einführung eines neuen Dialysegerätes auf dem US-Markt – einem regulatorisch zunehmend herausfordernden Umfeld. Die Aktie verlor zeitweise fast 10 Prozent, stabilisierte sich aber im Tagesverlauf bei einem Minus von rund 5,3 Prozent. Analyst Lipkow erwartet, dass die Prognosen des Managements für das Gesamtjahr eher die obere Grenze markieren: Wachstumsfantasie sei vorerst kaum vorhanden.

Fraport und Hugo Boss: Kriegsfolgen in Zahlen

Auch der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport spürt die Auswirkungen des Konflikts. Irankrieg und ein Lufthansa-Streik bremsten das Wachstum im ersten Quartal. Das Betriebsergebnis stieg dennoch um 10 Prozent auf 196 Millionen Euro, das Passagieraufkommen wuchs um 2,3 Prozent auf 12,7 Millionen. Den Ausfall von Airlines aus den betroffenen Golfstaaten konnte Fraport durch mehr Direktflüge nach Asien und Afrika teilweise kompensieren.

Beim Modekonzern Hugo Boss führte ein laufender Strategiewechsel im ersten Quartal zu einem Einbruch des operativen Ergebnisses um 41 Prozent bei einem Umsatzrückgang von 6 Prozent. Vorstandschef Daniel Grieder bezeichnete das Marktumfeld als infolge des Kriegs im Nahen Osten herausfordernd. An der Jahresprognose hält das Unternehmen fest.

Die Breite der betroffenen Branchen – von Rüstung über Dialyse bis hin zu Luftfahrt und Mode – verdeutlicht, wie weitreichend die wirtschaftlichen Folgen des Konflikts im Nahen Osten für den deutschen Unternehmenssektor inzwischen sind. Wie rasch sich die Lage stabilisiert, hängt maßgeblich vom weiteren Verlauf des Krieges und der Entwicklung der Energiemärkte ab.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

LEAVE A REPLY

Please enter your comment!
Please enter your name here

xxx

Popular

Ähnliche Beiträge
Related