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Linke gewinnt Berlin-Wahl: Regierungsbildung wird schwierig

Die Linke gewinnt die Berlin-Wahl, doch die Regierungsbildung droht zum Kraftakt zu werden. Politologe Lemke erklärt, warum das fragmentierte Parteiensystem die Koalitionsfindung erschwert.

Redaktion · 26. September 2026, 17:45 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 26.09.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die Linke hat die Berliner Abgeordnetenhauswahl gewonnen – doch die Regierungsbildung in Berlin gestaltet sich nach Einschätzung von Experten außerordentlich kompliziert. Politikwissenschaftler Professor Oliver Lemke erklärt, warum der Wahlsieg zwar politische Legitimation verschafft, aber längst keine stabile Mehrheit garantiert. Das Berliner Parteiensystem ist fragmentiert wie kaum ein anderes in Deutschland – und könnte als Blaupause für künftige bundesweite Entwicklungen dienen.

Symmetrische Fragmentierung: Warum kein Sieger wirklich führt

Das Berliner Parteiensystem weist laut Lemke eine sogenannte symmetrische Fragmentierung auf: Vier bis fünf Parteien liegen auf nahezu gleicher Augenhöhe, getrennt nur durch wenige Prozentpunkte. Wer unter diesen Bedingungen die Wahl gewinnt, kann daraus keinen echten Führungsanspruch ableiten.

Die Linke besitzt zwar Legitimationsmacht als stärkste Kraft, doch die übrigen Parteien verfügen gemeinsam über erhebliche Bündnismacht. Sie können die Bedingungen künftiger Koalitionsverhandlungen maßgeblich beeinflussen – und das werden sie nach Einschätzung Lemkes auch tun.

Das macht die anstehenden Sondierungsgespräche zu einem schwierigen Unterfangen, in dem keine Seite ohne schmerzhafte Kompromisse davonkommen dürfte.

Vergesellschaftung als Knackpunkt der Koalitionsverhandlungen

Besonders brisant: Die Linke hat sich auf ihrem Sonderparteitag bereits vor den Sondierungen auf eine klare rote Linie festgelegt – ohne Vergesellschaftung von Wohnungsunternehmen tritt sie in keine Koalition ein. Die SPD lehnt dieses Instrument jedoch kategorisch ab.

Das verengt den Spielraum für mögliche Bündnisse erheblich. Folgende rechnerische Konstellationen sind im Gespräch, aber alle mit Haken:

  • Linke + Grüne: Keine eigene Mehrheit im Abgeordnetenhaus.
  • Rot-Schwarz (SPD + CDU): Ebenfalls keine ausreichende Mehrheit.
  • Kenia-Koalition (CDU + SPD + Grüne): Rechnerisch möglich, aber von den Grünen bisher abgelehnt.
  • Rot-Grüne Minderheitsregierung: Als Ausweg denkbar, politisch aber riskant.

Gerade die Grünen gelten als schwieriger Partner: Ihre Parteiführung ist intern geschwächt, und die Stimmung innerhalb der Partei zeigt eher nach links – eine große Koalition unter CDU-Beteiligung stößt dort auf wenig Gegenliebe.

Antisemitismusvorwürfe: Regierungsfähigkeit der Linken auf dem Prüfstand

Neben der Koalitionsarithmetik stellt Lemke eine grundsätzlichere Frage: Ist die Linke überhaupt regierungsfähig? Dabei verweist er auf zwei zentrale Problemfelder.

Erstens wirft das Instrument der Vergesellschaftung erhebliche rechtliche und finanzielle Fragen auf, die im Koalitionsvertrag kaum ohne Konflikte lösbar sein dürften. Zweitens steht die Partei unter dem Druck wiederholt geäußerter Antisemitismusvorwürfe, die nach Einschätzung des Politologen nicht nur Aufklärung, sondern konkretes Handeln erfordern.

Lemke betont, dass diese Vorwürfe einen realen Hintergrund haben – sichtbar auch an den Parteiaustritten, die die Linke in den vergangenen Monaten verzeichnete. Die Partei sei nun gefordert zu zeigen, dass Pragmatiker und nicht ideologische Hardliner intern den Ton angeben.

Berlin als Vorbote für die bundesdeutsche Parteienlandschaft

Lemke ordnet die Berliner Verhältnisse in einen größeren Kontext ein: Was die Hauptstadt heute erlebt, könnte morgen bundespolitische Realität werden. Ein stark fragmentiertes Parteiensystem, in dem keine Kraft allein dominiert, erschwert Regierungsbildungen strukturell – unabhängig davon, wer die Wahl gewinnt.

Die Minderheitsregierung als mögliches Modell wäre für Berlin neu und politisch gewagt, könnte aber langfristig an Bedeutung gewinnen, wenn stabile Mehrheiten immer seltener werden. Ob Rot-Grün diesen Weg tatsächlich geht, bleibt offen. Klar ist: Die Berliner Koalitionsverhandlungen werden zu einem Stresstest nicht nur für die beteiligten Parteien, sondern auch für das politische System selbst.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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