Sunday, 20. September 2026
CDU

Machtwechsel zu Söder? CDU in der Krise

Steht Friedrich Merz als Kanzler vor dem Aus? Kolumnist Jan Fleischauer analysiert, ob ein Machtwechsel zu Markus Söder realistisch wäre – und was die Landtagswahlen damit zu tun haben.

Redaktion · 20. September 2026, 17:30 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 20.09.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Ein Machtwechsel zu Markus Söder an der Spitze der Bundesregierung – noch vor wenigen Monaten undenkbar, inzwischen zumindest denkbar. Politikkolumnist Jan Fleischauer analysiert, ob Friedrich Merz als Bundeskanzler langfristig tragfähig ist, welche Rolle die Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin dabei spielen und warum ausgerechnet der bayerische Ministerpräsident als einziger mit echter Führungskraft gilt. Die politische Lage für die CDU ist angespannt – und die nächsten Wochen könnten entscheidend sein.

Landtagswahlen als Stimmungstest für Merz

Die Bedeutung der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern reicht weit über das Bundesland hinaus. Sollte die CDU dort unter die Fünf-Prozent-Hürde rutschen, wächst der bundespolitische Druck auf Friedrich Merz erheblich. Gut 1,3 Millionen Wahlberechtigte entscheiden damit indirekt auch über das politische Gewicht des Kanzlers in Berlin.

Ähnliches gilt für die gleichzeitige Wahl in der Hauptstadt. Dort leidet die CDU zusätzlich unter einem hausgemachten Problem: Spitzenkandidat Kai Wegner musste kurz vor dem Wahltermin ausgetauscht werden, nachdem ihn eine Affäre rund um einen Tennisplatz politisch belastet hatte. Ein schwacher CDU-Abschnitt in Berlin würde die Debatte über die Führungsstärke der Partei weiter befeuern.

Berlin: Linkspartei vor dem Einzug ins Rote Rathaus?

In der Bundeshauptstadt deutet vieles darauf hin, dass die Linkspartei-Kandidatin als stärkste Kraft aus der Wahl hervorgehen könnte. Für die Grünen würde das eine schwierige Entscheidung bedeuten: Unterstützen sie eine Koalition unter Führung der Linken, riskieren sie ihre programmatische Glaubwürdigkeit.

Fleischauer macht dabei auf die wirtschaftspolitischen Pläne der Linkspartei aufmerksam, die er als besonders problematisch bewertet:

  • Weitreichende Enteignungspläne, die sich auf 20 bis 30 Milliarden Euro summieren sollen
  • Eine bereits hohe Schuldenlast, die durch solche Vorhaben weiter steigen würde
  • Antisemitische Positionen innerhalb der Partei, die eine Regierungsbeteiligung moralisch belasten

Für die Grünen werde es, so Fleischauer, eine Frage des politischen Selbstverständnisses: Gehen sie diesen Weg mit oder nicht?

Merz: Strategische Schwäche als Hauptkritikpunkt

Unabhängig vom Ausgang der Landtagswahlen steht Friedrich Merz intern in der Kritik. Fleischauer beschreibt den Kanzler als jemanden, dem es an politischem Instinkt und strategischer Raffinesse mangelt. Merz habe es versäumt, verlässliche Netzwerke innerhalb der Fraktion aufzubauen und Verbündete strategisch zu platzieren.

Das Ergebnis: Der Kanzler wirke immer wieder überrascht, wenn Kritik aus den eigenen Reihen kommt – obwohl diese absehbar gewesen wäre. Auch im Umgang mit dem Koalitionspartner fehle Merz jene Durchsetzungskraft, die in der Bundespolitik unabdingbar ist.

Söder als Alternative – realistisch oder Wunschdenken?

Für Fleischauer ist Markus Söder derzeit der einzige Politiker im Unionslager, dem er die nötige Machtfülle zutraut. Der bayerische Ministerpräsident bringe entscheidende Eigenschaften mit:

  • Politischen Opportunismus als taktisches Mittel
  • Jahrelange Erfahrung im politischen Tagesgeschäft
  • Die Bereitschaft, Koalitionspartner unter Druck zu setzen
  • Jene Rücksichtslosigkeit, die Fleischauer als notwendig für das Amt beschreibt

Allerdings wäre ein solcher Wechsel historisch einmalig: Die CDU müsste eingestehen, dass niemand aus den eigenen Reihen in der Lage ist, das Land zu führen – und sich Hilfe aus Bayern holen. Angesichts der jahrhundertealten Rivalität zwischen CDU und CSU käme das einem politischen Eingeständnis des Scheiterns gleich.

Ob es tatsächlich so weit kommt, hängt zunächst davon ab, wie die kommenden Wahlen ausgehen und ob CDU-Ministerpräsidenten bereit sind, offen gegen Merz zu opponieren. Beides gilt derzeit als unwahrscheinlich – doch die politische Lage bleibt fragil, und die Diskussion um Führung und Stabilität in der Union dürfte so schnell nicht verstummen.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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