Dieses Video wurde am 06.05.2026 von tagesschau auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Eine künstliche DDR-Militärinsel aus den 1950er Jahren soll versteigert werden – und zieht damit das Interesse von Hobbyhistorikern, Lost-Place-Fans und Immobilieninteressierten auf sich. Die sogenannte Osterfilm-Insel liegt im Kreisweider Bodden südöstlich von Rügen und könnte ab Anfang Juni 2026 für ein Mindestgebot von 39.000 Euro den Besitzer wechseln. Was steckt hinter diesem ungewöhnlichen Objekt?
Was ist die Osterfilm-Insel?
Bei der Osterfilm handelt es sich um eine künstlich angelegte Insel, die in den 1950er Jahren zu Zeiten der DDR errichtet wurde. Das Besondere: Die gesamte Konstruktion steht auf rund 600 Holzpfählen, die tief im Meeresboden des Kreisweider Boddens verankert sind. Die Insel ist damit kein natürliches Eiland, sondern ein bewusst gebautes militärisches Bauwerk mitten im Wasser.
Der heutige Zustand der Anlage ist alles andere als einladend. Verrosteter Stahl, zerstörte Fenster, Vogelkot und Algenbefall prägen das Bild. Jahrzehntelanger Verfall hat die Insel in einen echten Lost Place verwandelt – ein Ort, der verfallen und vergessen wirkt, aber gleichzeitig eine faszinierende Geschichte birgt.
Militärische Funktion: Entmagnetisierung von Schiffen
Die Insel diente laut dem zuständigen Auktionshaus als sogenannte Entmagnetisierungsstation – auch Degaussing-Station genannt. Das Prinzip dahinter war von erheblicher militärischer Bedeutung:
- Über am Meeresboden verlegte Kabel wurde das Magnetfeld von Schiffen gezielt verringert.
- Dadurch sollten Schiffe besser vor Seeminen mit Magnetzündern geschützt werden.
- Die Technologie war besonders im Kalten Krieg ein wichtiges Element der Marine-Schutzstrategie.
- Die Station war Teil der militärischen Infrastruktur der DDR-Volksmarine.
Entmagnetisierungsstationen waren in der Seekriegsführung des 20. Jahrhunderts weit verbreitet. Magnetische Seeminen reagieren auf das natürliche Magnetfeld eines Stahlschiffes – durch die gezielte Entmagnetisierung ließ sich dieses Risiko deutlich reduzieren. Die Anlage im Kreisweider Bodden war damit ein technisch durchdachter, wenn auch heute kaum noch erkennbarer Teil der ostdeutschen Militärlogistik.
Versteigerung: Mindestgebot und wichtiger Haken
Das Auktionshaus versteigert sowohl die bauliche Station als auch die zugehörige Wasserfläche rund um die Insel. Die Auktion startet Anfang Juni 2026, das Mindestgebot liegt bei 39.000 Euro – ein vergleichsweise niedriger Einstiegspreis für ein Objekt mit eigenem Gewässer.
Allerdings gibt es einen entscheidenden Haken für potenzielle Bieter: Eine Besichtigung der Insel ist nicht möglich. Der marode Zustand der Konstruktion macht einen Begehung schlicht zu gefährlich. Interessenten müssen sich also auf Fotos, Beschreibungen und ihre eigene Risikobereitschaft verlassen – ein ungewöhnlicher Umstand selbst für den Markt für außergewöhnliche Immobilien.
Zukunft eines vergessenen Ortes
Was ein künftiger Eigentümer mit der Insel anstellen könnte, bleibt offen. Eine Sanierung wäre angesichts der schwer zugänglichen Lage auf dem Wasser und des umfangreichen Verfalls mit erheblichem Aufwand und Kosten verbunden. Denkbar wäre eine touristische Nutzung als historisches Denkmal, eine künstlerische Installation oder schlicht die Konservierung als maritimer Lost Place.
Die Versteigerung der Osterfilm-Insel zeigt exemplarisch, wie viele Relikte der DDR-Militärgeschichte bis heute in einem rechtlichen und baulichen Schwebezustand existieren. Mit der Auktion erhält das vergessene Bauwerk zumindest eine Chance auf eine neue Zukunft – wer auch immer bereit ist, 39.000 Euro und den nötigen Pioniergeist mitzubringen.
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