Dieses Video wurde am 09.05.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Zum 9. Mai feiert Russland traditionell den Sieg über Nazi-Deutschland – doch die diesjährige Siegesparade in Moskau findet unter besonderen Vorzeichen statt. Moskau warnte die Ukraine eindringlich vor Angriffen auf die Feierlichkeiten. Militärexperte Gustav Gressel vom European Council on Foreign Relations analysiert, warum die Drohkulisse diesmal weniger abschreckend wirkt als in Vorjahren – und warum der Krieg trotz vorsichtiger diplomatischer Signale unvermindert weiterläuft.
Geschwächte russische Fliegerabwehr erhöht ukrainische Chancen
Ein zentrales Argument Gressels: Die russische Fliegerabwehr ist erheblich geschwächt. In den vergangenen Monaten hat die Ukraine im sogenannten Fliegerabwehrgürtel – einem rund 300 Kilometer tiefen Streifen, der von Belarus bis zur Krim reicht – zahlreiche russische Luftabwehrsysteme zerstört.
Die Folge: Ukrainische Angriffsdrohnen und Marschflugkörper durchdringen diesen Schutzgürtel zunehmend erfolgreicher. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Ukraine mit einem Angriff auf Moskau durchkäme, ist damit spürbar gestiegen. Russlands Drohungen gegenüber Kiew sind deshalb auch als Versuch zu verstehen, die Ukraine durch Einschüchterung von einem solchen Angriff abzuhalten.
Russland verfügt seinerseits über ein Arsenal an ballistischen Raketen und Marschflugkörpern für potenzielle Vergeltungsschläge. Auch der Einsatz von Oreschnik-Mittelstreckenraketen wäre denkbar – wenngleich diese laut Gressel keine hohe Zielgenauigkeit aufweisen.
Fehlender „Ehrenschutz” durch hochrangige Gäste
In früheren Jahren war die Parade durch die Anwesenheit hochrangiger ausländischer Gäste politisch abgesichert. 2024 nahm etwa der chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping teil – was die Ukraine aus Rücksicht auf den politischen Fallout von einem Angriff abhielt.
In diesem Jahr präsentiert sich das Gästetableau deutlich schmaler:
- Belarusischer Machthaber Alexander Lukaschenko
- Vertreter einiger kleinerer ostasiatischer Staaten
- Repräsentanten russischer Vasallengebiete im Südkaukasus
Diese Gäste bieten nach Einschätzung von Gressel keinen ausreichenden diplomatischen Schutzschirm. Ihre Anwesenheit dürfte die Ukraine kaum davon abhalten, einen Angriff zumindest zu erwägen.
Friedensgespräche: Rhetorik ohne substanzielle Substanz
Russland signalisiert, über einen Waffenstillstand reden zu wollen – allerdings nur unter der Bedingung, dass die Ukraine den Donbass räumt. Gressel ordnet das klar ein: Diese Forderung ist nicht neu und politisch bewusst so gesetzt, dass Kiew sie kaum erfüllen kann.
Selbst wenn die Ukraine nachgäbe, würde Russland laut Gressel zunächst lediglich über Waffenstillstandsbedingungen verhandeln – nicht über dauerhaften Frieden. Russland würde damit etwa ein Jahr Krieg einsparen. Der Kreml zeige derzeit keinerlei Anzeichen, seinen grundsätzlichen Kurs zu ändern.
Putschgefahr und innere Sicherheit: Ein wachsender Trend
Berichte über Putschängste in Moskau bewertet Gressel skeptisch. Einen konkreten Putschplan hält er für unwahrscheinlich – anderenfalls wären westliche Geheimdienste kaum die erste Informationsquelle. Der letzte ernsthafte Riss in der russischen Führungsstruktur war die Prigoschin-Affäre, die bereits einige Zeit zurückliegt.
Jedoch verweist der Experte auf einen besorgniserregenden Trend: Der russische Sicherheitsapparat reagiert zunehmend nervös auf die sich verschlechternde Lage an der Front. Konkret fürchtet Moskau:
- Proteste gegen eine mögliche weitere Teilmobilmachung
- Koordinierte Unruhen über soziale Medien
- Meutereien innerhalb der eigenen Streitkräfte
Als Reaktion darauf verstärkt Russland die Kontrolle über das Internet und versucht, eine Art chinesisches Zensurmodell einzuführen. Gressel sieht darin einen generellen Trend, der sich im Laufe des Jahres noch verschärfen dürfte – die historische Parallele zu den Revolutionen von 1905 und 1917, die jeweils aus einem unzufriedenstellend verlaufenden Krieg erwuchsen, ist dabei bewusst gewählt.
Die Lage rund um die Moskauer Siegesparade spiegelt den Gesamtzustand des Krieges wider: Russland agiert von einer Position der Stärke, die zunehmend bröckelt, während die Ukraine militärisch selbstbewusster auftritt. Ob die verschärfte Sicherheitslage in Moskau mittelfristig zu innenpolitischen Verwerfungen führt, bleibt abzuwarten – der Krieg selbst jedenfalls, so Gressel, läuft weiter.
Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.


