Nasdaq 100 & S&P 500: Erholung nach KI-Ausverkauf
Nach dem KI-getriebenen Ausverkauf zeigt der Nasdaq 100 vorbörslich Erholungstendenzen. Was bei CoreWeave, Apple, Meta und Intuitive Surgical jetzt wichtig ist.
Dieses Video wurde am 19.10.2026 von DER AKTIONÄR TV auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Nach einem turbulenten Freitag mit deutlichen Kursverlusten zeigen der Nasdaq 100 und der S&P 500 vorbörslich erste Erholungszeichen. Auslöser der jüngsten Schwäche war eine Neubewertung des KI-Sektors: Anleger fürchten, dass die hohen Schulden vieler KI-Infrastrukturwerte bei anhaltend hohen Zinsen nicht mehr tragbar sind. Gleichzeitig läuft die Q3-Berichtssaison auf Hochtouren und liefert in dieser Woche mit Meta, Netflix, SpaceX und Intuitive Surgical wichtige Impulse.
KI-Ausverkauf trifft CoreWeave und IREN
Am vergangenen Freitag kam es zu einer deutlichen Korrektur bei KI-Infrastrukturwerten. Die Sorge, dass der KI-Hype zu einer Überbewertung geführt hat und die Schuldenlast vieler Unternehmen bei weiter steigenden Zinsen nicht tragbar ist, löste einen Ausverkauf aus. Besonders hart traf es sogenannte Neo-Cloud-Anbieter wie CoreWeave und IREN.
CoreWeave verlor am Freitag rund 12 Prozent. Goldman Sachs stufte die Aktie daraufhin auf Kaufen hoch und setzte das Kursziel auf 106 US-Dollar – was einem Aufwärtspotenzial von 60 bis 70 Prozent entspräche. Als stabilisierender Faktor gilt die Beteiligung von Nvidia an CoreWeave. IREN litt unter dem gleichen Branchendruck, obwohl die fundamentale Situation des Unternehmens nicht direkt vergleichbar ist – ein klassisches Mitnahmeeffekt-Phänomen innerhalb eines Sektors.
- CoreWeave: –12 % am Freitag, Goldman Sachs setzt Kursziel bei 106 $
- IREN: Kursrückgang durch Branchenpanik, keine unternehmensspezifischen Negativnachrichten
- Nvidia-Beteiligung stützt CoreWeave mittelfristig
- Vorbörslich deuten Schnäppchenjäger auf eine Stabilisierung hin
Intel mit Aufwärtsdynamik – Kaufempfehlung von JP Morgan
Gegen den negativen Trend im Chipsektor zeigt Intel vorbörslich ein Plus von rund drei Prozent. Ausschlaggebend ist eine Hochstufung durch JP Morgan, die die Aktie auf dem aktuellen Kursniveau als Kaufwert einstuft. Der positive Impuls strahlt auf verwandte Halbleiterwerte aus: Auch AMD und Marvell notieren im Plus.
Der Chipsektor bleibt damit trotz der jüngsten Volatilität im Fokus der Anleger. Analysten sehen bei einzelnen Werten nach den kräftigen Kursrückgängen attraktive Einstiegsniveaus, auch wenn die übergeordneten Risiken rund um Zinsniveau und KI-Schuldenlast bestehen bleiben.
Apple Foldable sofort ausverkauft – Lieferengpass dämpft Freude
Das neue Apple Foldable war nach wenigen Minuten restlos ausverkauft. Die Lieferfristen erstrecken sich bereits bis weit in den September. Das Gerät startet ab 1.999 US-Dollar, in Deutschland liegt der Einstiegspreis deutlich höher – dennoch scheint die Nachfrage alle Speichervarianten gleichermaßen zu erfassen.
Das ist einerseits ein klares Signal für die Zahlungsbereitschaft der Apple-Kundschaft. Andererseits kann Apple den Umsatz kurzfristig nicht vollständig realisieren, weil die Produktionskapazitäten nicht ausreichen. Apple arbeitet daran, Kapazitäten schneller aufzubauen. Ob die anfängliche Nachfrage danach erhalten bleibt oder abflaut, bleibt abzuwarten.
Meta und Intuitive Surgical: Quartalszahlen im Fokus
Meta meldet noch in dieser Woche seine Q3-Ergebnisse. Die Erwartungen an die reinen Zahlen sind hoch – in den vergangenen Quartalen hat der Konzern regelmäßig geliefert. Spannender ist die Frage nach dem Stromverbrauch der neuen KI-Agenten: Wenn Hunderte Millionen Nutzer KI-gestützte Stapelaufgaben ausführen, steigt der Energiebedarf der Rechenzentren massiv. Analysten warnen bereits vor einem strukturellen Energiedefizit im US-Markt. Die Meta-Aktie hat zuletzt in rund 18 Handelstagen rund 30 bis 35 Prozent zugelegt.
Intuitive Surgical präsentiert ebenfalls Quartalszahlen. Erwartet werden rund 2,5 Milliarden US-Dollar Umsatz. Besonders interessant ist die Umsatzstruktur: Während der Verkauf der Da-Vinci-OP-Roboter etwa 650 bis 750 Millionen Dollar beisteuert, macht das Verbrauchsmaterial – also Einweg-Besteck für chirurgische Eingriffe – mittlerweile den Großteil des Umsatzes aus. Dieses hochskalierbare Geschäftsmodell macht Intuitive Surgical zu einer echten Cashcow. Die Aktie hat sich von ihrem Tief deutlich unter 400 Dollar bereits erholt und nähert sich der 200-Tage-Linie.
Die laufende Berichtssaison dürfte die Richtung für den weiteren Herbst an den Märkten vorgeben. Gelingt es den Technologiegiganten, die hohen Erwartungen zu erfüllen, könnte die begonnene Erholung an Fahrt gewinnen. Strukturelle Risiken wie steigende Energiekosten, hohe Zinsen und die Schuldenlast im KI-Sektor bleiben jedoch bestimmende Themen.
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