Organspende in Deutschland: Warum wir zurückliegen

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Dieses Video wurde am 07.05.2026 von ntv Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die Organspende ist in Deutschland ein gesellschaftlich unterschätztes Thema – obwohl sie schwerstkranken Menschen das Leben retten kann. Professor Uwe Jansens, Chefarzt der Klinik für innere Medizin und internistische Intensivmedizin am St. Antonius Hospital in Eschweiler, plädiert dafür, den Blick zu wechseln: weg vom Bedrückenden, hin zum Positiven. Denn wer sich aktiv zur Organspende bekennt und das in der Familie kommuniziert, entlastet im Ernstfall genau jene Angehörigen, die heute mangels klarer Verfügung häufig eine Spende ablehnen.

Organspende als Akt der Menschlichkeit

Jansens beschreibt Organspende als eine der bedeutsamsten Entscheidungen, die ein Mensch für andere treffen kann. Eine gespendete Lunge, ein Herz oder eine Leber kann einem schwerstkranken – teils jungen – Menschen ein neues Leben ermöglichen. Wer selbst nach einer schweren Hirnblutung oder einem nicht überlebten Herzkreislaufstillstand stirbt, kann mit seinen Organen mehreren anderen Menschen helfen.

Der Chefarzt berichtet aus eigener Erfahrung: Auch wenn der Verlust für Angehörige schwer wiegt, empfinden viele Familien im Nachhinein Trost darüber, dass ihr Verstorbener anderen Menschen das Leben gerettet hat. Dieser positive Effekt, so Jansens, müsse wieder stärker in den gesellschaftlichen Fokus rücken.

Ost-West-Gefälle bei der Spendebereitschaft

Ein bemerkenswerter Befund aus dem aktuellen Bericht der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO): Die Bereitschaft zur Organspende ist in den östlichen Bundesländern deutlich höher als im Westen Deutschlands. Ein typisches Profil des „Durchschnittsspenders” lässt sich kaum zeichnen – das Alter liegt im Mittel bei etwa 54 Jahren, doch grundsätzlich kann jeder Mensch zum Spender werden.

Jansens betont, wie wichtig es ist, dass Kliniken, die mit schwerstkranken Patienten arbeiten, frühzeitig potenzielle Spender erkennen und umgehend Kontakt zur DSO aufnehmen. Fortschritte gibt es bereits: In allen deutschen Kliniken sind mittlerweile Transplantationsbeauftragte verpflichtend eingesetzt und werden auch finanziert.

Deutschland im europäischen Vergleich weit abgeschlagen

Trotz dieser Fortschritte liegt Deutschland im internationalen Vergleich deutlich zurück. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache:

  • Deutschland: 11,8 Organspender pro 1 Million Einwohner
  • Spanien: 43,8 Organspender pro 1 Million Einwohner
  • Damit liegt Spanien fast viermal so hoch wie Deutschland

Diese Diskrepanz zeigt, dass strukturelle und gesellschaftliche Veränderungen notwendig sind. Jansens sieht darin eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, bei der auch die Politik in der Pflicht steht.

Widerspruchsregelung: Kein schnelles Allheilmittel

Im Deutschen Bundestag wurde erneut die Widerspruchslösung eingebracht – ein Modell, bei dem alle Bürgerinnen und Bürger automatisch als Spender gelten, sofern sie nicht ausdrücklich widersprechen. Schon vor Jahren scheiterte ein ähnlicher Vorstoß im Bundestag.

Jansens ist skeptisch, ob die Regelung allein die Situation schnell verbessern wird. Denn das eigentliche Problem liegt häufig woanders: Prinzipiell sind viele Menschen bereit, Organe zu spenden – doch wenn im Ernstfall keine schriftliche Verfügung vorliegt, entscheiden die Angehörigen aus Unsicherheit heraus oft gegen eine Spende. Genau hier müsse angesetzt werden: durch Aufklärung, offene Gespräche in der Familie und eine klare persönliche Willenserklärung.

Die Debatte um die Organspende in Deutschland ist damit noch lange nicht abgeschlossen. Ob die Widerspruchslösung den entscheidenden Durchbruch bringt oder ob es eines breiteren gesellschaftlichen Bewusstseinswandels bedarf – diese Frage wird Politik und Medizin noch auf Jahre hinaus beschäftigen. Klar ist: Jede persönliche Entscheidung für die Organspende kann Leben retten.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (ntv Nachrichten). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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