Orkantief „Luise”: Ab Nachmittag wird es gefährlich
Orkantief „Luise" erfasst Deutschland ab dem Nachmittag mit Windböen bis 100 km/h. Was Sie jetzt wissen müssen und wann sich das Wetter wieder beruhigt.
Dieses Video wurde am 23.10.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Das Orkantief „Luise” zieht am Freitag, dem 23. Oktober 2026, von Westen her über Deutschland hinweg. Während der Morgen vielerorts noch sonnig beginnt, verschlechtert sich die Wetterlage im Tagesverlauf rasch. Ab dem Nachmittag drohen verbreitet Sturmböen zwischen 50 und 70 km/h, in exponierten Hochlagen sogar bis zu 100 km/h. Das Sturmtief beschäftigt Deutschland voraussichtlich bis in den Samstagmittag hinein.
Orkantief zieht vom Ärmelkanal heran
Zur Mittagszeit des Freitags liegt das kräftige Sturmtief noch über dem Ärmelkanal. Die charakteristische Regenspirale des Systems ist auf Satellitenbildern deutlich erkennbar: Sie dreht sich zunächst über dem Ärmelkanal ein, bevor sie sich leicht abschwächt und anschließend in abgeschwächter Form nach Deutschland zieht.
Die Regenfront der vorangegangenen Nacht liegt bereits über Osteuropa und Skandinavien. Im deutschen Osten und Südosten scheint daher am Vormittag zunächst noch die Sonne, bevor die Wolkendecke im Tagesverlauf dichter wird.
Stündlicher Ablauf: Wann droht Gefahr?
Der Wetterablauf des Tages lässt sich grob in folgende Phasen einteilen:
- Vormittag: Im Westen setzt langsam Regen ein, erster auffrischender Wind in den westlichen Mittelgebirgs-Hochlagen.
- Nachmittag: Regen erreicht den Osten und Südosten; im Westen lockert es zwar auf, doch es folgen Schauer und teils kurze Gewitter.
- Abend und Nacht: Sturmböen breiten sich flächendeckend aus, Windgeschwindigkeiten von 50–70 km/h verbreitet, in Hochlagen bis 100 km/h.
- Samstagmittag: Allmähliche Beruhigung, das Tief zieht weiter ostwärts.
Meteorologen raten dringend dazu, Waldgebiete zu meiden und auf umherfliegende Gegenstände zu achten. Auch Veranstaltungen im Freien sollten kritisch geprüft werden.
Milde Luft aus dem Süden treibt Temperaturen nach oben
Mit dem Sturm wird aus dem Süden Europas sehr milde Luft nach Deutschland geführt. Am Oberrhein sind Temperaturen von bis zu 17 Grad Celsius möglich, ansonsten werden verbreitet über 10 Grad erwartet – für Ende Oktober ungewöhnlich warm.
Dieser Temperaturanstieg ist direkt an die südliche Windströmung gekoppelt, die das Sturmtief antreibt. Sobald das Tief weiterzieht, sinken auch die Temperaturen wieder auf jahreszeitlich typische Werte.
Wochenende bleibt wechselhaft – Entspannung erst ab Dienstag
Auch das Wochenende bleibt wechselhaft und stürmisch. Eine echte Wetterberuhigung ist erst im Laufe des Montags zu erwarten, wenn der Wind besonders im Norden Deutschlands deutlich nachlässt. Am Dienstag soll es dann wieder freundlicher werden, mit Höchsttemperaturen zwischen 15 und sogar 20 Grad im Südwesten.
Bis dahin gilt: Wer nicht unbedingt muss, sollte Aufenthalte im Freien – vor allem in der Nähe von Bäumen oder Baustellen – auf das Nötigste beschränken. Aktuelle Warnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sollten regelmäßig abgerufen werden, da sich Sturmbahn und Intensität kurzfristig noch verändern können. „Luise” ist eines der kräftigsten Herbststurmsysteme der Saison und verdient volle Aufmerksamkeit.
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