Palantir, Nvidia & Co.: KI-Aktien im Check
Palantir von Goldman Sachs hochgestuft, Nvidia mit 40.000 % Kursgewinn: Welche KI-Aktien jetzt noch Potenzial haben und was Anleger zu Bitcoin und BMW wissen sollten.
Dieses Video wurde am 12.10.2026 von DER AKTIONÄR TV auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die Künstliche Intelligenz bleibt der dominierende Treiber an den Aktienmärkten. Palantir, Nvidia, Secunet und Alibaba stehen im Fokus: Hochstufungen, Rekordkurse und neue Großaufträge prägen das Bild. Gleichzeitig werfen der Kursrückgang bei BMW, Bewegungen beim Bitcoin und die Frage nach der Bewertung der KI-Aktien wichtige Fragen für Anleger auf. Ein Überblick über die aktuellen Entwicklungen und Einschätzungen.
Palantir: Goldman Sachs stuft auf Kaufen hoch – Kursziel 230 Dollar
Palantir hat von Goldman Sachs ein Kaufrating mit einem Kursziel von 230 US-Dollar erhalten. Das Unternehmen gilt als einer der führenden KI-Anwender für Unternehmenskunden – das sogenannte Ontology-Konzept ermöglicht es Firmen, komplexe Daten in operative Entscheidungen zu überführen.
Besonders auffällig: Palantir ist längst nicht mehr nur ein Defense-Dienstleister. Im südkoreanischen Schiffsbau etwa arbeitet Hyundai bereits seit Jahren mit der Plattform zusammen. Laut aktuellen Berichten soll die Zusammenarbeit die Bauzeit von Schiffen um bis zu 30 Prozent reduziert haben – mit Auftragsvolumina im dreistelligen Millionenbereich.
Das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 80 erscheint hoch, doch Analysten gehen davon aus, dass es bis 2030 auf etwa 12 sinken könnte – getrieben durch stark wachsende Margen, da sinkende Preise für KI-Modelle Palantir als Nutznießer und nicht als Wettbewerber treffen.
Nvidia: 40.000 Prozent Kursgewinn und weiter im Aufwärtstrend
Kein anderes Unternehmen symbolisiert den KI-Boom so deutlich wie Nvidia. Seit der Erstempfehlung zu einem splitbereinigten Kurs von rund 0,52 Euro hat die Aktie eine Kursperformance von nahezu 40.000 Prozent erzielt. Der Aufwärtstrend bleibt technisch intakt, der Mangel an GPUs hält an.
Das KGV für das kommende Jahr wird auf rund 14 geschätzt – für ein Unternehmen dieser Wachstumsdynamik ein vergleichsweise moderater Wert. Nvidia profitiert nicht nur vom KI-Infrastrukturaufbau, sondern positioniert sich zunehmend auch im Bereich Robotik.
Dennoch gibt es mahnende Stimmen: Erfahrene Marktbeobachter warnen vor dem sogenannten „Blue-Sky-Szenario” – dem linearen Fortschreiben von Wachstumsraten, das in der Vergangenheit etwa bei Solaraktien zu massiven Enttäuschungen geführt hat.
KI-Sicherheit und weitere Depotfavoriten: Secunet, Bloom Energy, SGL Carbon
Mit dem Wachstum der KI steigt auch der Bedarf an Cybersicherheit. Der Chef von Palo Alto Networks bezeichnete das aktuelle Umfeld als den „größten Moment ever” für die Sicherheitsbranche. Davon profitieren mehrere Titel:
- Secunet: Als führender Anbieter im Bereich hochsicherheitskritischer IT-Infrastruktur gilt das Unternehmen als unterschätzt – gerade im Bereich „Top Secret”-Absicherung für Behörden und Unternehmen.
- Okta und Fortinet: Beide gelten als Basisinvestments im Sicherheitssegment mit soliden KGV-Bewertungen zwischen 30 und 53.
- Bloom Energy: Mit einem Plus von 57 Prozent im Depot zählt der Brennstoffzellen-Spezialist zu den stärksten Positionen. Energieversorgung für Rechenzentren bleibt ein Megathema.
- SGL Carbon: Der Turnaround-Titel legte innerhalb weniger Wochen rund 25 Prozent zu. Das Unternehmen liefert Materialien für Kernkraftwerke der neuen Generation (u. a. für X-Energy, Amazon-Partner) sowie Carbonpapier für Wasserstoff-LKWs von Hyundai.
Das KGV von SGL Carbon liegt bei rund 15, die Gewinnziele wurden zuletzt angehoben – ein positives Signal für einen Turnaround-Kandidaten.
BMW, Bitcoin und Alibaba: Seitenblicke auf weitere Märkte
Spekulationen über eine mögliche Übernahme von BMW durch Tesla halten sich hartnäckig. Mit einer Marktkapitalisierung von nur noch rund 30 Milliarden Euro ist BMW theoretisch ein Ziel – Tesla ist rund 40-mal so groß. Strukturell kämpft BMW mit hohen Produktionskosten in Deutschland, dem Marktverlust in China und einem schwindenden „Coolness-Faktor” gegenüber Wettbewerbern wie Xiaomi. Xiaomi kommt auf eine Marktkapitalisierung von 80 Milliarden Euro und gilt als Herausforderer mit starkem Markenwert und Expansionsplänen im Bereich humanoider Roboter.
Beim Bitcoin lautet die Einschätzung vorsichtig optimistisch: Nach dem Hoch bei rund 126.000 US-Dollar und dem anschließenden Kursrückgang zeigt die Kryptowährung relative Stärke gegenüber Gold. Letzteres steht dagegen nach einem langen Aufwärtstrend möglicherweise vor einer technischen Konsolidierung – Chartanalysten sehen Anzeichen einer Schulter-Kopf-Schulter-Formation.
Auch Alibaba meldet sich zurück: Ein Cloudwachstum von 28 bis 50 Prozent wird erwartet, und nach dem Vorbild von Meta plant das Unternehmen offenbar eine eigene KI-Agent-App. Das chinesische Kostenmodell bietet dabei strukturelle Vorteile gegenüber westlichen Anbietern.
Der übergeordnete Trend bleibt klar: Derzeit nutzen global erst rund 0,2 Prozent der User KI professionell für Automatisierungen und Produktivitätsgewinne. Das Wachstumspotenzial für die kommenden Jahre ist damit enorm – sowohl für Infrastrukturanbieter wie Nvidia und Palantir als auch für Sicherheits- und Energietitel im Umfeld der KI-Ökonomie.
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