Wednesday, 14. October 2026
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Boris Pistorius

Pistorius zur Bundeswehr: “Wir stehen bei einer 8”

Verteidigungsminister Boris Pistorius bewertet die Bundeswehr mit einer 8 von 10 und erklärt, wie Deutschland unabhängiger von US-Militärtechnologie werden will.

Redaktion · 13. October 2026, 14:07 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 13.10.2026 von BILD auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Verteidigungsminister Boris Pistorius hat beim „Tag der Wirtschaftsbosse” von BILD LIVE die Bundeswehr Verteidigungsfähigkeit auf einer Skala von 1 bis 10 mit einer 8 bewertet. Der SPD-Politiker skizzierte dabei, welche Fortschritte Deutschland in den vergangenen dreieinhalb Jahren erzielt hat – und wo die größten Herausforderungen bei Aufrüstung, Fachkräften und der Abhängigkeit von US-Technologie noch bestehen.

Bundeswehr wächst: 192.000 Soldatinnen und Soldaten

Pistorius verwies auf das deutliche personelle Wachstum der Streitkräfte. Im Oktober überschritt die Bundeswehr erstmals seit der Aussetzung der Wehrpflicht die Marke von 190.000 Soldatinnen und Soldaten – aktuell sind es rund 192.000. Allein in diesem Jahr verzeichnen die Streitkräfte rund 30.000 Neueinstellungen, was über dem gesetzlichen Soll des Wehrdienststärkungsgesetzes liegt.

Dennoch machte der Minister deutlich, dass Geduld gefragt ist: „Die Bundeswehr hat riesige Fähigkeitslücken zu schließen, die in 30 bis 35 Jahren entstanden sind. Das geht nicht in 5 Jahren, aber wir haben auch keine 30 Jahre Zeit.” Das Tempo müsse hochgehalten werden – sowohl personell als auch bei der Beschaffung von Rüstungsgütern.

Besonders betonte Pistorius, dass die Abschreckungswirkung – auf Englisch Deterrence – entscheidend vom klaren Willen und der Entschlossenheit Deutschlands abhänge. „Entscheidend ist, dass Russland Bescheid weiß”, so der Minister.

Ukraine-Krieg und US-Abhängigkeit: Europas strategische Lücke

Auf die Frage, ob Europa in der Lage wäre, die USA als Unterstützer der Ukraine zu ersetzen, mahnte Pistorius zur Besonnenheit. Er riet davon ab, auf jede Äußerung des amerikanischen Präsidenten reflexartig zu reagieren. Deutschland sei inzwischen der stärkste Unterstützer der Ukraine nach den USA – die Amerikaner leisteten vor allem noch Unterstützung im Bereich Intelligence und Satellitenfähigkeiten.

Expertin Jana Puljic vom European Council on Foreign Relations unterstrich die strukturelle Abhängigkeit Europas:

  • Europa ist bei sogenannten „strategischen Enablern” – Aufklärung, Gefechtsfeldübersicht, Waffensystemen – stark auf die USA angewiesen.
  • Diese Abhängigkeit lässt sich nicht kurzfristig beseitigen; Beschaffung und Entwicklung dauern Jahre.
  • Die USA bleiben trotz aller Spannungen ein unverzichtbarer NATO-Partner.
  • Europäische Eigenentwicklungen müssen gezielt vorangetrieben werden, besonders bei Luftabwehr und Kommunikation.

Pistorius betonte zugleich: Kein US-Präsident – weder Trump noch Harris – hätte Europa von der Forderung entbunden, konventionell mehr Eigenverantwortung zu übernehmen.

Hybride Kriegführung: Putin sät Kriegsangst in der Gesellschaft

Pistorius sieht die größte aktuelle Bedrohung nicht auf dem klassischen Schlachtfeld, sondern in der hybriden Kriegführung Russlands. Cyberangriffe wie jüngst in Leipzig sowie gezielte Desinformation hätten das Ziel, die deutsche Gesellschaft zu verunsichern und Kriegsangst zu schüren.

„Das gelingt ihm”, räumte Pistorius ein und verwies auf die Bundestagswahlergebnisse und die Dominanz des Themas Kriegsangst in ostdeutschen Wahlkämpfen. Diese Stimmung werde von Wladimir Putin mit Hilfe der AfD gezielt befeuert. Dagegen müsse die Gesellschaft insgesamt widerstandsfähiger – resilienter – werden.

Für die technologische Seite der Resilienz plädierte IBM-Deutschlandchefin Christine Rub für ein klares Plattform-Mindset mit offenen Schnittstellen und Interoperabilität innerhalb der NATO – und warnte vor unterschätzten Risiken im Bereich Cyberresilienz, insbesondere mit Blick auf Quantencomputing.

Bundeswehr und Wirtschaft: Konkurrenten und Partner zugleich

Bei der Fachkräftefrage bekennt Pistorius offen: Die Bundeswehr ist ein Konkurrent der Privatwirtschaft – vor allem bei IT-Spezialisten, Ingenieuren und KI-Entwicklern. Gleichzeitig sieht er eine Ergänzungsfunktion: Zeitsoldaten kehren nach ihrer Dienstzeit als hochqualifizierte Fachkräfte in die Wirtschaft zurück.

Das geplante Reservestärkungsgesetz soll noch in diesem Jahr verabschiedet werden. Es verpflichtet Arbeitgeber, Reservedienstleistende in größerem Umfang für Übungen freizustellen. Pistorius ist überzeugt: Wer einen Reserveoffizier im Team hat, profitiert von dessen Führungserfahrung – und die Truppe umgekehrt von dessen zivilem Know-how.

Zum Abschluss stellte Pistorius klar, dass er trotz freier Stellen im SPD-Parteivorstand nicht als Parteivorsitzender kandidieren werde: „Ich bin mit meiner Aufgabe, die Sicherheit dieses Landes zu garantieren, wirklich ausgelastet.” Europa und Deutschland stehen an einem sicherheitspolitischen Scheideweg – wie schnell die Bundeswehr ihre verbleibenden Fähigkeitslücken schließen kann, wird maßgeblich davon abhängen, ob Industrie, Politik und Gesellschaft an einem Strang ziehen.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (BILD). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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