Quartalszahlen: SpaceX, Netflix, Philip Morris
SpaceX glänzt mit starken Quartalszahlen, Netflix enttäuscht beim Ausblick: Alle wichtigen Ergebnisse von AT&T, Thermo Fisher, Philip Morris und Super Micro Computer im Überblick.
Dieses Video wurde am 21.10.2026 von DER AKTIONÄR TV auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die laufende Berichtssaison hält die Märkte in Atem: SpaceX überzeugt mit fulminanten Zahlen und Fusionsspekulationen mit Tesla, während Netflix mit einem enttäuschenden Umsatzausblick unter Druck gerät. Daneben liefern AT&T, Thermo Fisher, Philip Morris und Super Micro Computer ihre Quartalsergebnisse – mit teils kräftigen Kursreaktionen. Auch am deutschen Aktienmarkt sorgen Zahlen von Adidas und der Deutschen Börse für Bewegung. Der DAX notiert rund ein Prozent im Plus und überschreitet die Marke von 25.500 Punkten.
Ölpreis und Zinssorgen treten in den Hintergrund
Zu Beginn der Handelswoche hatte die Stimmung an den Börsen noch gedrückt gewirkt. Der Ölpreis der Nordseesorte Brent war zwischenzeitlich auf rund 111 US-Dollar pro Barrel gestiegen – ein erheblicher Belastungsfaktor für die Märkte. Hinzu kamen steigende Anleiherenditen: Die zehnjährigen französischen Staatsanleihen rentierten kurzzeitig über fünf Prozent und damit auf dem höchsten Stand seit mehr als 15 Jahren.
Doch diese Sorgen rücken angesichts positiver Unternehmensnachrichten in den Hintergrund. Spekulationen über eine mögliche diplomatische Lösung im Iran-Konflikt ließen den Ölpreis rasch wieder nachgeben. Anleger wenden ihren Blick erneut dem Thema Künstliche Intelligenz zu, das die Bewertungen zahlreicher Tech-Werte trägt.
SpaceX glänzt – Quartalszahlen und Tesla-Fusion im Fokus
SpaceX hat mit seinen Quartalsergebnissen die Erwartungen der Analysten klar übertroffen. Das Unternehmen schreibt erstmals schwarze Zahlen, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Verlust verbucht worden war. Der Umsatz stieg deutlich stärker als prognostiziert, getrieben durch das Wachstum im Bereich Internet-Satelliten sowie im Rechenzentrumsgeschäft.
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgen Aussagen von Elon Musk, der eine mögliche Fusion von SpaceX mit Tesla ins Spiel gebracht hat. Entsprechende Ausschüsse wurden gebildet, um die Idee zu prüfen. Musk betonte, dass die Entscheidung letztlich bei den Tesla-Aktionären liege. Die Aktie legt vorbörslich rund acht Prozent zu. Die Citigroup hat ihr Kursziel von 200 auf 240 US-Dollar angehoben und SpaceX auf ihre 90-Day-Upside-Catalyst-Watchlist gesetzt. Morgan Stanley bleibt mit einem Kursziel von 300 US-Dollar der optimistischste Analyst.
Netflix enttäuscht, Super Micro Computer überrascht positiv
Deutlich schlechter läuft es für Netflix: Zwar übertrafen Gewinn und Umsatz die Erwartungen, doch der Umsatzausblick fiel hinter den Analystenkonsens zurück. Die Aktie verliert vorbörslich rund sieben Prozent. Führende Banken haben ihre Kursziele gesenkt:
- Goldman Sachs: Kursziel von 90 auf 84 US-Dollar gesenkt, Kaufempfehlung bestätigt
- J.P. Morgan: Kursziel von 85 auf 81 US-Dollar reduziert, Overweight-Einstufung
- Jefferies: Kursziel unverändert bei 85 US-Dollar, Kaufvotum bestätigt
Super Micro Computer hingegen überrascht mit vorläufigen Zahlen: Der erwartete Umsatz für das abgelaufene Quartal liegt bei 18,5 bis 19,5 Milliarden Dollar – gegenüber zuvor prognostizierten 14,5 bis 15,5 Milliarden. Im Mittel der Spanne entspricht das einem Wachstum von rund 279 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die KI-Server-Nachfrage treibt die Zahlen maßgeblich an. Trotz der starken Ergebnisse bleibt die Aktie aufgrund vergangener Bilanzunstimmigkeiten und einer Schmuggel-Affäre aus dem Februar 2026 für vorsichtige Anleger eine kritisch zu beobachtende Position.
AT&T, Thermo Fisher und Philip Morris mit gemischten Signalen
AT&T hat Gewinn und Umsatz über den Analystenerwartungen geliefert und die EPS-Prognose für 2026 auf 2,40 Dollar angehoben. Belastend wirken allerdings schwächere Neukunden-Zahlen (379.000 im Quartal) sowie eine gestiegene Nettoverschuldung in Höhe des 3,1-fachen EBITDA. Vorbörslich verliert die Aktie rund 5,6 Prozent.
Thermo Fisher Scientific übertrifft ebenfalls die Erwartungen: Das bereinigte EPS stieg um 15 Prozent, der Umsatz um neun Prozent. Das organische Wachstum lag bei sechs Prozent. Trotz der starken Ergebnisse nehmen Anleger Gewinne mit – ein klassisches „Sell on Good News”-Muster. Das Unternehmen gilt als aussichtsreicher Profiteur des KI-Einsatzes in der Biotechnologie und Laborforschung.
Philip Morris steigerte den Nettoumsatz um 5,5 Prozent und den Gewinn je Aktie um 5,4 Prozent. Bemerkenswert: Rauchfreie Produkte machen inzwischen über 40 Prozent des Quartalsumsatzes aus. Der Jahresausblick für den Gewinn je Aktie wurde erneut leicht erhöht. Auch hier reagiert der Kurs mit leichten Abgaben von rund drei Prozent – Gewinnmitnahmen nach einer starken Kursentwicklung. Das Kursziel liegt bei 236 US-Dollar.
Die Berichtssaison bleibt die bestimmende Kraft an den Märkten. In den kommenden Tagen stehen mit Tesla, Meta, Visa und Mastercard weitere Schwergewichte auf der Agenda. Die Frage, ob die hohen KI-Investitionen langfristig gerechtfertigt sind, bleibt dabei der zentrale Gradmesser für die Bewertungen im Tech-Sektor.
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