Reza Pahlavi in Frankfurt: Polizei sichert Innenstadt
Reza Pahlavi nimmt in Frankfurt den Freiheitspreis entgegen – die Polizei riegelt die Innenstadt ab, während Tausende demonstrieren. Alle Infos zum Einsatz.
Dieses Video wurde am 07.11.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
In Frankfurt sorgt die Verleihung des Freiheitspreises der Friedrich-Naumann-Stiftung am 7. November 2026 für ein massives Polizeiaufgebot. Den Preis, der stellvertretend für das iranische Volk vergeben wird, nimmt Reza Pahlavi entgegen – Sohn des früheren Schahs und bekannter Regimegegner. Sein Besuch in Frankfurt zieht sowohl Anhänger als auch entschiedene Gegner auf die Straße. Die gesamte Frankfurter Innenstadt ist weiträumig abgeriegelt, um mögliche Ausschreitungen zu verhindern.
Freiheitspreis für das iranische Volk – Pahlavi als Repräsentant umstritten
Die Friedrich-Naumann-Stiftung vergibt ihren Freiheitspreis in diesem Jahr an das iranische Volk als Zeichen der Solidarität mit der iranischen Demokratiebewegung. Als Repräsentant nimmt Reza Pahlavi die Auszeichnung in der Frankfurter Paulskirche in Empfang – einem symbolisch hoch aufgeladenen Ort der deutschen Demokratiegeschichte. Die Zeremonie begann um 11 Uhr und läuft unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen.
Pahlavis Rolle ist dabei nicht unumstritten. Als Sohn des letzten Schahs Mohammad Reza Pahlavi, dessen autoritäre Herrschaft 1979 durch die Islamische Revolution beendet wurde, wird er von einem Teil der iranischen Diaspora als Hoffnungsträger gesehen – von anderen hingegen als Symbol des alten Regimes abgelehnt. Genau diese Spaltung spiegelt sich in den Protesten auf Frankfurts Straßen wider.
Römerberg und Paulskirche: Tausende Demonstranten in der Innenstadt
Rund um die Paulskirche und auf dem Römerberg haben sich nach Polizeiangaben bereits rund 1.500 Menschen versammelt – der zentrale Platz ist damit vollständig ausgelastet. Insgesamt werden zur Gesamtdemonstration etwa 24.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartet, darunter vorwiegend Unterstützer Pahlavis.
Die Polizei hat vor der Paulskirche Barrikaden errichtet und zahlreiche Einsatzkräfte positioniert. Das erklärte Ziel der Behörden ist es, politische Gegner räumlich voneinander zu trennen und ein Aufeinandertreffen der verfeindeten Lager zu verhindern. Entlang der gesamten Demonstrationsroute durch Frankfurt sind Polizeitrupps präsent.
Verschärfte Sicherheitslage nach Ausschreitungen der Vorwoche
Der Grund für das besonders massive Aufgebot liegt nicht allein im prominenten Besuch. In der Vorwoche war es in Frankfurt bei Protesten der Generation Z zu erheblichen Ausschreitungen gekommen:
- Massive Gewaltexzesse durch Teile der Demonstrierenden
- Plünderungen in Geschäften der Frankfurter Innenstadt
- Erhebliche Sachschäden im Innenstadtbereich
Diese Erfahrungen haben die Behörden veranlasst, die Sicherheitsauflagen für das aktuelle Wochenende deutlich zu verschärfen. Es ist bereits das zweite Wochenende in Folge, an dem Frankfurt zum Schauplatz politischer Proteste mit Iran-Bezug wird.
Polizei rechnet mit ruhigem Verlauf – bleibt aber in Bereitschaft
Nach aktuellem Stand verlaufen die Versammlungen ruhig. Die Polizei zeigt sich vorsichtig optimistisch, betont jedoch gleichzeitig die Lehren aus der vergangenen Woche: Ein friedlicher Beginn ist keine Garantie für einen friedlichen Verlauf. Die Einsatzkräfte sind deshalb in voller Bereitschaft, um bei ersten Anzeichen von Eskalation sofort eingreifen zu können.
Die Situation in Frankfurt steht exemplarisch für die anhaltenden Spannungen innerhalb der iranischen Diaspora in Deutschland. Die Frage, wer die iranische Oppositionsbewegung legitim vertreten darf, ist hochpolitisch – und mobilisiert auf beiden Seiten erhebliche Teile der Gemeinschaft. Wie die Behörden mit zukünftigen Großveranstaltungen dieser Art umgehen, dürfte auch politisch diskutiert werden.
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