Schweden gründet neuen Auslandsgeheimdienst UND

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Dieses Video wurde am 05.05.2026 von euronews Deutsch auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Schweden baut seinen ersten eigenständigen Auslandsgeheimdienst auf. Nach dem Vorbild des britischen MI6 soll der neue Dienst mit dem Kürzel UND im Januar 2027 seine Arbeit aufnehmen. Außenministerin Maria Malmer Stenergard kündigte die Pläne offiziell an. Hintergrund ist Russlands Angriffskrieg in der Ukraine, der Schweden zu einer grundlegenden Neuausrichtung seiner Verteidigungs- und Sicherheitspolitik veranlasst hat. Der Gesetzentwurf soll im Juni dem schwedischen Parlament vorgelegt werden.

Schweden reagiert auf veränderte Sicherheitslage in Europa

Seit 2024 ist Schweden Mitglied der NATO – ein historischer Schritt, den das Land nach Jahrzehnten militärischer Bündnisfreiheit vollzogen hat. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine gilt als zentraler Auslöser dieser sicherheitspolitischen Kehrtwende.

Die schwedische Regierung hat erkannt, dass eine wirksame Landesverteidigung im 21. Jahrhundert nicht allein auf konventionellen Waffensystemen beruhen kann. Informationsüberlegenheit und die Fähigkeit zur schnellen Anpassung technischer Systeme werden als ebenso entscheidend eingestuft wie modernste Rüstungsgüter.

Außenministerin Malmer Stenergard betonte, dass ein innovativer, zukunftsorientierter Nachrichtendienst, der sich stets an der technologischen Spitze bewegt, von entscheidender Bedeutung sei.

Aufgaben und Struktur des neuen Dienstes UND

Der neue Auslandsgeheimdienst UND übernimmt zentrale Aufgaben des bisherigen militärischen Nachrichtendienstes MUST. Damit entsteht erstmals eine zivile Behörde in Schweden, die sich ausschließlich auf die Beschaffung von Informationen im Ausland konzentriert.

Zu den geplanten Kernaufgaben des UND gehören:

  • Auslandsaufklärung zur Identifikation externer Bedrohungen
  • Enge Zusammenarbeit mit inländischen Sicherheitsbehörden
  • Technologische Aufklärung und Anpassung an neue Bedrohungslagen
  • Koordination mit NATO-Partnerdiensten

Vorbild ist ausdrücklich der britische MI6, der Secret Intelligence Service (SIS), der seit Jahrzehnten als einer der führenden Auslandsgeheimdienste weltweit gilt. Schweden orientiert sich damit an einem bewährten Modell innerhalb des westlichen Bündnisses.

Parlament entscheidet im Juni über den Gesetzentwurf

Die schwedische Regierung in Stockholm will den Gesetzentwurf zur Einrichtung des UND noch im Juni dem Reichstag, dem schwedischen Parlament, vorlegen. Der angestrebte Starttermin im Januar 2027 lässt der Legislative damit ausreichend Zeit zur Prüfung und Verabschiedung des Vorhabens.

Die parlamentarische Beratung dürfte zeigen, ob die breite sicherheitspolitische Neuausrichtung, die Schweden seit seinem NATO-Beitritt vollzieht, auch in der Bevölkerung und bei den Abgeordneten auf Rückhalt stößt. Kritische Stimmen könnten vor allem Datenschutzfragen und die Abgrenzung zwischen Auslands- und Inlandsaufklärung thematisieren.

Bedeutung für die NATO und die europäische Sicherheitsarchitektur

Mit der Gründung eines eigenständigen Auslandsgeheimdienstes schließt Schweden eine Lücke, die viele andere NATO-Mitglieder bereits seit Langem geschlossen haben. Die engere Verzahnung mit Partnerdiensten innerhalb des Bündnisses könnte die gemeinsame Reaktionsfähigkeit auf russische Aktivitäten in der Ostseeregion deutlich verbessern.

Experten sehen den UND als wichtigen Baustein einer gesamteuropäischen Sicherheitsarchitektur, die angesichts hybrider Bedrohungen – von Cyberangriffen bis hin zu Desinformationskampagnen – zunehmend auf nachrichtendienstliche Kooperation angewiesen ist. Schwedens Schritt könnte auch anderen nordischen Staaten als Impulsgeber dienen, ihre eigenen Strukturen zu überprüfen und weiterzuentwickeln.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (euronews Deutsch). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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