Dieses Video wurde am 06.05.2026 von DER SPIEGEL auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Der Stadtteil Sulnord existiert bald nicht mehr. Über 30 Wohnblöcke sind bereits abgerissen worden, der Rest soll folgen. Bis zum Jahr 2040 plant die Stadt, das ehemalige Wohngebiet vollständig zu räumen und in ein Gewerbegebiet umzuwandeln. Was einst ein belebtes Quartier mit Restaurants, Drogerien und Imbissen war, ist heute eine weitgehend leere Geistersiedlung – und die wenigen verbliebenen Bewohner müssen sich eine neue Heimat suchen.
Fast 50 Jahre in Sulnord – dann kommt der Abriss
Hermann Öcksner gehört zu den letzten Menschen, die noch in Sulnord leben. Seit fast 50 Jahren ist der Stadtteil sein Zuhause. Er erinnert sich an eine Zeit, als zwei große Wohnhäuser direkt hintereinander standen und das Leben im Quartier noch pulsierte. „Dann war das auch schön ruhig”, sagt er – eine Ruhe, die inzwischen längst in Leere umgeschlagen ist.
Auch Öcksner wird Sulnord bald verlassen müssen. Der Grund für den Abriss ist schlicht: Es gibt kaum noch Mieter. Die Wohngebäude stehen leer, eine Sanierung oder Neuvermietung lohnt sich wirtschaftlich nicht mehr. Die Stadt hat entschieden, die Situation als Chance zu begreifen und das Areal grundlegend neu zu entwickeln.
Vom Wohnquartier zur Geistersiedlung
Der Niedergang von Sulnord vollzog sich schleichend. Mit dem Wegzug der Bewohner verschwanden nach und nach auch die Geschäfte und die öffentliche Infrastruktur. Was einst selbstverständlich war, ist heute nur noch Erinnerung:
- Ein Restaurant am linken Eingang des Quartiers
- Eine Drogerie direkt daneben
- Ein Lebensmittelgeschäft in der Mitte
- Ein Döner-Imbiss am hinteren Ende
Alle diese Anlaufstellen, die das tägliche Leben im Stadtteil prägten, sind verschwunden. Wo Menschen wegziehen, kann auch die Infrastruktur nicht überleben – ein Teufelskreis, den Sulnord exemplarisch durchlebt hat. Auf die Frage, was der Stadtteil heute noch zu bieten habe, gibt es nur eine bittere Antwort: „Frische Luft.”
Die Stadt plant ein neues Gewerbegebiet bis 2040
Die Stadtverwaltung macht aus der Not eine Tugend. Anstatt leerstehende Wohngebäude auf unbestimmte Zeit zu erhalten, setzt sie auf einen radikalen Schnitt: Vollständiger Abriss und anschließende Neunutzung des Geländes als Gewerbegebiet. Der Zeitplan sieht vor, die Umwandlung bis 2040 abzuschließen.
Solche Stadtumbauprozesse sind in strukturschwachen Regionen kein Einzelfall. Wenn Bevölkerungsrückgang und Leerstand ein kritisches Maß überschreiten, stoßen klassische Sanierungskonzepte an ihre Grenzen. Die Umwidmung zu Gewerbeflächen soll neue Arbeitsplätze schaffen und das Areal langfristig wieder einer wirtschaftlichen Nutzung zuführen.
Einordnung: Strukturwandel trifft Einzelschicksale
Der Fall Sulnord steht stellvertretend für einen Strukturwandel, den viele Städte und Gemeinden in Deutschland kennen. Demografischer Wandel, Abwanderung und wirtschaftlicher Druck führen dazu, dass ganze Stadtteile ihre ursprüngliche Funktion verlieren. Die planerische Konsequenz – Abriss und Neunutzung – mag aus stadtentwicklerischer Sicht sinnvoll sein. Für Menschen wie Hermann Öcksner bedeutet sie jedoch den endgültigen Verlust eines Ortes, der Jahrzehnte lang Heimat war.
Wie die Umgestaltung des Areals konkret aussehen wird und welche Unternehmen sich dort ansiedeln sollen, ist derzeit noch offen. Die nächsten Jahre werden zeigen, ob das neue Gewerbegebiet den erhofften wirtschaftlichen Aufschwung für die Region bringt – oder ob die Fläche noch lange eine Brache bleibt.
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