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Andreas Martens

Tapinoma magnum: Ameisenplage in Baden-Württemberg

Tapinoma magnum breitet sich in Baden-Württemberg rasant aus. Die eingeschleppte Ameisenart unterhöhlt Gehwege, beschädigt Infrastruktur und kostet Kommunen Millionen.

Redaktion · 5. October 2026, 22:30 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 05.10.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Eine eingeschleppte Ameisenart entwickelt sich in Baden-Württemberg zur ernsthaften Bedrohung für Infrastruktur und Lebensqualität. Tapinoma magnum, eine ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammende Spezies, hat sich inzwischen in mindestens 90 Kommunen des Bundeslandes etabliert. Die Insekten unterhöhlen Gehwege, beschädigen Haltestellen und können sogar Internetanschlüsse lahmlegen. Für die betroffenen Städte und Gemeinden wird die Bekämpfung zum Millionenprojekt – und ein Ende ist noch nicht in Sicht.

Superkolonie mit Milliarden Tieren in Karlsruhe-Neureut

Besonders dramatisch ist die Lage im Karlsruher Stadtteil Neureut. Dort hat sich nach aktuellem Kenntnisstand Deutschlands größte Tapinoma-Superkolonie gebildet. Sie erstreckt sich über rund 100 Hektar und beherbergt schätzungsweise Milliarden Tiere, die größtenteils unsichtbar im Erdreich leben.

Für Anwohner wie Julian Schlage ist die Situation seit dem Kauf seines Grundstücks ein täglicher Kampf. Hof und Laufwege waren von Anfang an von Ameisen übersät – daran hat sich nach über einem Jahr kaum etwas geändert. Die Kolonien siedeln tief im Boden und entziehen sich so herkömmlichen Bekämpfungsmethoden weitgehend.

Besonders gravierend sind die baulichen Schäden: Durch das systematische Unterhöhlen des Erdreichs brechen Gehwege ein, Bushaltestellen werden in ihrer Substanz geschwächt und Versorgungsleitungen können beeinträchtigt werden.

Ausbreitung über Baden-Württemberg hinaus

Die Ameisenplage beschränkt sich längst nicht mehr auf Baden-Württemberg. In Teilen von Hessen, Rheinland-Pfalz und Bayern wurden ebenfalls massive Schäden durch Tapinoma magnum dokumentiert. Die Ausbreitung verläuft stetig und zeigt, dass es sich um ein bundesweites Problem handelt, das koordiniertes Handeln erfordert.

  • Nachgewiesen in 90 Kommunen in Baden-Württemberg
  • Superkolonie in Karlsruhe-Neureut auf ca. 100 Hektar
  • Weitere Vorkommen in Hessen, Rheinland-Pfalz und Bayern
  • Schäden an Gehwegen, Haltestellen und Versorgungsinfrastruktur
  • Bekämpfungskosten erreichen für Kommunen Millionenbeträge

Die rasante Ausbreitung hängt mit der Biologie der Art zusammen: Tapinoma-magnum-Kolonien verfügen über mehrere Königinnen, was ihre Vermehrung und Wanderungsfähigkeit erheblich begünstigt.

Bekämpfungsmethoden: Heißwasser und Steinfallen

Die Kommunen setzen bei der Bekämpfung unter anderem auf spezielle Heißwassergeräte, mit denen die Nester im Erdreich behandelt werden. Diese Methode ist aufwendig und muss wiederholt angewendet werden, da die Kolonien tief verzweigt sind.

Der Biologe Andreas Martens hat ergänzend eine naturschonende Alternative entwickelt: Fallen aus Lochsteinen und Teichfolie. Die Ameisen ziehen sich in die Hohlräume der Steine zurück, die anschließend in einen Eimer mit Wasser getaucht werden. Ein Schuss Spülmittel verhindert, dass die Tiere entkommen. Der entscheidende Vorteil der Methode liegt darin, dass sie vollständig ohne chemische Gifte auskommt.

Martens betont, dass es vor allem darauf ankommt, die Zahl der Ameisenköniginnen und die Menge der Brut zu reduzieren. Nur wer an der Fortpflanzungsquelle ansetzt, kann die Kolonie langfristig schwächen. Die Steinmethode wird inzwischen erfolgreich von zahlreichen Anwohnern eigenständig eingesetzt.

Langer Kampf ohne schnelle Lösung

Trotz aller Maßnahmen steht die Bekämpfung von Tapinoma magnum noch ganz am Anfang. Experten gehen davon aus, dass der Kampf gegen die invasive Art noch Jahre dauern wird. Schnelle Erfolge sind angesichts der Koloniegröße und der tief im Boden verankerten Strukturen nicht zu erwarten.

Für betroffene Kommunen bedeutet das eine anhaltende finanzielle und logistische Belastung. Gleichzeitig wächst der Druck, auf Bundes- und Landesebene koordinierte Strategien zu entwickeln, um eine weitere Ausbreitung der invasiven Ameisenart einzudämmen. Die Erfahrungen aus Neureut könnten dabei als Blaupause für andere Regionen dienen.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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