Zwei Dan Sullivans in Alaska: Wahlposse eskaliert
In Alaska stehen zwei Dan Sullivans auf dem Wahlzettel. Was steckt hinter der demokratischen Taktik – und warum ermittelt nun das US-Justizministerium?
Dieses Video wurde am 30.10.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Kurz vor den US-Kongresswahlen sorgt der Bundesstaat Alaska für eine politische Posse der besonderen Art: Gleich zwei Dan Sullivans stehen auf dem Stimmzettel für den Senat. Der eine ist Dan S. Sullivan, der amtierende republikanische Senator, der andere ist Dan J. Sullivan, ein von den Demokraten ins Rennen geschickter Kandidat. Der Verdacht steht im Raum, dass republikanische Wähler gezielt verwirrt werden sollen – zugunsten der demokratischen Spitzenkandidatin Mary Peltola. Der Fall zieht mittlerweile politische und juristische Kreise weit über Alaska hinaus.
Die Taktik: Verwirrung als Wahlkampfmittel?
Die Idee dahinter ist so simpel wie umstritten: Wer nicht genau hinschaut, könnte versehentlich den falschen Dan Sullivan ankreuzen und damit de facto für die demokratische Gegenkandidatin stimmen. Denn ein Stimmenabzug beim republikanischen Amtsinhaber käme Mary Peltola direkt zugute.
Juristisch ist das Vorgehen jedoch einwandfrei. Der Supreme Court Alaskas hatte den Fall bereits geprüft und keinen Verstoß festgestellt. Die Motivation für eine Kandidatur spiele rechtlich keine Rolle, urteilten die Richter. Zudem ist auf dem Wahlzettel hinter dem Namen des republikanischen Senators das Wort „Incumbent” (Amtsinhaber) vermerkt – ein eindeutiger Hinweis für aufmerksame Wählerinnen und Wähler.
Peltola selbst weist jede Verwicklung in die Affäre zurück. Sie bezeichnete die Debatte als Ablenkung von den eigentlichen Themen, die Alaska bewegen – allen voran die Lebenshaltungskosten.
Justizministerium und Trump schalten sich ein
Trotz des klaren juristischen Befunds blieb die Angelegenheit nicht ohne politische Reaktion. Das US-Justizministerium in Washington hat bereits Klage eingereicht, um eine Zertifizierung des Wahlergebnisses in Alaska zu verhindern, sollte der republikanische Sullivan unterliegen.
Präsident Donald Trump legte seinerseits verbal nach und bezeichnete den Vorgang als „Wahlbetrug auf höchstem Level”. Er forderte, Peltola vom Wahlzettel zu streichen und strafrechtlich zu verfolgen. Generalstaatsanwalt Todd Blanche verschickte bereits gerichtliche Vorladungen an demokratische Funktionäre vor einer Grand Jury.
- Zwei Kandidaten mit nahezu identischem Namen auf einem Stimmzettel
- Der demokratische Dan J. Sullivan soll republikanische Stimmen absplittern
- Der Alaska Supreme Court sah kein juristisches Fehlverhalten
- Das Justizministerium reichte dennoch präventiv Klage ein
- Trump fordert Anklage gegen die demokratische Kandidatin Peltola
Republikanischer Gouverneur fordert erneute Prüfung
Auch der republikanische Gouverneur Alaskas zeigte sich nicht zufrieden mit dem Urteil des obersten Landesgerichts und kündigte an, den Fall erneut juristisch überprüfen zu lassen. „Das ist nicht gut für Alaska, nicht für die Wahlen und am Ende auch nicht für die Demokraten”, erklärte er.
Die große Mehrheit der Juristen sieht in der Taktik der Demokraten indes nichts rechtlich Verwerfliches. Die eigentliche politische Gefahr liege woanders: Das aggressive Einschreiten von Trump und seinem Justizapparat erwecke den Eindruck, dass bereits jetzt Argumente gesammelt werden, um ein mögliches Wahlergebnis nicht anzuerkennen.
Politisches Kalkül mit doppelter Wirkung
Für Trump ist der Fall Alaska ein politisches Geschenk. Die Empörung über die demokratische Taktik könnte Wählerinnen und Wähler, die sich von den Demokraten angewidert fühlen, in Richtung Republikanische Partei treiben.
Gleichzeitig liefert die Affäre dem Präsidenten ein weiteres Narrativ, um die Integrität des Wahlsystems generell infrage zu stellen – ein Muster, das aus dem Jahr 2020 bekannt ist. Ob die demokratische Strategie in Alaska als clevere Taktik oder als politischer Eigentor in die Geschichte eingeht, wird sich spätestens am Wahlabend zeigen.
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