Berliner Polizisten: 72 beantragen Versetzung
Nach dem Wahlsieg der Linken in Berlin wollen 72 Berliner Polizisten versetzt werden – dreimal mehr als im gesamten Vorjahr. Baden-Württemberg wirbt aktiv um sie.
Dieses Video wurde am 23.10.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Nach dem Wahlsieg der Berliner Linken und den Aussichten auf eine rot-grün-rote Koalition haben mindestens 72 Berliner Polizisten eine Versetzung in ein anderes Bundesland beantragt oder angefragt. Das ist mehr als dreimal so viel wie im gesamten Vorjahr, als gerade einmal 22 Beamte tatsächlich versetzt wurden. Die Entwicklung sorgt bei der Polizeigewerkschaft für Alarm und hat bereits andere Bundesländer auf den Plan gerufen, die gezielt um erfahrene Berliner Einsatzkräfte werben.
Dreimal mehr Versetzungsanträge als im Vorjahr
Die Zahlen sind deutlich: Während 2025 nur 22 Berliner Polizisten dauerhaft in ein anderes Bundesland wechselten, stellen binnen kurzer Zeit nach der Wahl bereits 72 Beamte entsprechende Anträge. Benjamin Jendro, Sprecher der Gewerkschaft der Polizei in Berlin, warnt vor den Konsequenzen: Halte der Trend an, fehle der Hauptstadt in zwei Jahren rechnerisch ein kompletter Polizeiabschnitt.
Berlin verfügt derzeit über rund 18.500 Polizistinnen und Polizisten im Vollzugsdienst. Jeder Abgang gut ausgebildeter Fachkräfte wiegt schwer, da die Ausbildung neuer Beamter Jahre dauert. In der Berliner Polizei herrsche seit der Wahl große Sorge darüber, wie es für die Behörde weitergehe, so Jendro.
Baden-Württemberg und Bayern locken mit offenen Armen
Andere Bundesländer nutzen die Lage geschickt aus. 58 der 72 Beamten wollen laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins FOCUS dem Angebot von Baden-Württembergs Innenminister Manuel Hagel folgen. Weitere zehn Polizisten haben Bayern als Ziel angegeben, drei Thüringen und einer Bremen.
Hagel hatte nach der Berliner Wahl mehrfach öffentlich um Berliner Polizisten geworben und ihnen bescheinigt, sie seien „zu schade” für eine linke Stadtregierung, die ihnen Mittel und Befugnisse nehmen wolle. Auch Brandenburgs Innenminister Jan Redmann schaltete sich ein und sprach direkt Berliner Nachwuchskräfte an, die sich um ihre berufliche Zukunft sorgen.
Linkes Wahlprogramm als Auslöser der Verunsicherung
Hintergrund der Unruhe ist das Programm der Berliner Linken, das weitreichende Veränderungen für die Polizeiarbeit vorsieht:
- Stopp der Aufrüstung der Polizei und Umverteilung der Mittel
- Reduzierung von Polizeieinsätzen bei Demonstrationen
- Abschaffung anlassloser Kontrollen an kriminalitätsbelasteten Orten
- Grundsätzliche Neuausrichtung der Befugnisse von Einsatzkräften
Kritiker aus Polizeikreisen sprechen von einem „frontalen Angriff auf rechtsstaatliche Strukturen”. Gewerkschaftssprecher Jendro äußerte persönliche Bedenken und warnte, organisierter Kriminalität werde damit „Tür und Tor geöffnet”.
Gewalt gegen Polizisten in Berlin nimmt stark zu
Die Debatte um Personal und Ausstattung trifft die Berliner Polizei zu einem besonders schwierigen Zeitpunkt. Die polizeiliche Kriminalstatistik der Hauptstadt belegt: Seit 2019 ist die Zahl der Gewaltopfer unter Polizeibeamten um rund 50 Prozent gestiegen. Die Beamten sehen sich also mit wachsender Bedrohung konfrontiert, während politisch über Mittelkürzungen und Kompetenzbeschränkungen diskutiert wird.
Ob die angestrebte rot-grün-rote Koalition tatsächlich zustande kommt und wie stark das Polizeiprogramm der Linken in einem Koalitionsvertrag Eingang finden wird, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch: Die Abwanderungswelle zeigt, dass die Unsicherheit unter Berliner Polizistinnen und Polizisten bereits jetzt handfeste Konsequenzen hat – für die Personalplanung der Hauptstadt und für die Sicherheitslage in einer der bevölkerungsreichsten Städte Deutschlands.
Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.