Kürbiskunst im Tivoli: Kettensäge statt Schnitzmesser
Zum Halloween verwandelt Künstler Sören Brünjolf zentnerchwere Riesenkürbisse im Kopenhagener Tivoli mit der Kettensäge in monumentale Gruselmonster.
Dieses Video wurde am 31.10.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Zum Halloween-Fest verwandelt der dänische Künstler Sören Brünjolf den Kopenhagener Tivoli in ein orangefarbenes Gruselkabinett. Mit einer Kettensäge statt eines Schnitzmessers bearbeitet er vor den Augen tausender Parkbesucher zentnerchwere Riesenkürbisse und erschafft daraus monumentale Fratzen und Ungeheuer. Die spektakuläre Kürbiskunst ist Teil einer aufwendigen Halloween-Dekoration, die den historischen Vergnügungspark jedes Jahr im Oktober in eine Kulisse des Grauens verwandelt.
Kettensäge als Kunstwerkzeug: So entsteht ein Kürbismonster
Was nach handwerklichem Chaos klingt, ist in Wirklichkeit ein präziser künstlerischer Prozess. Brünjolf setzt zunächst die Kettensäge ein, um die groben Züge und Grundformen aus dem Kürbisfleisch herauszuarbeiten. Anschließend verfeinert er die Details mit Stemmeisen und Holzhammer, um Augen, Mäuler und furchterregende Gesichtszüge in die fleischige Oberfläche zu meißeln.
Mitgebrachte Skizzen und Entwürfe helfen dabei nur bedingt. Denn die Exemplare, die häufig mehrere hundert Kilogramm auf die Waage bringen, haben eine eigene, natürlich gewachsene Form — und die diktiert letztlich, welche Figur aus dem Koloss wird. Der Künstler muss sich also flexibel auf jeden einzelnen Kürbis neu einstellen.
„Das macht wirklich viel Spaß. Normalerweise arbeite ich mit Holz und ich liebe es, Monster und Hexen zu schnitzen. Genau diese Jahreszeit ist für mich einfach perfekt”, erklärt Brünjolf.
Halloween im Tivoli: 20.000 Kürbisse für das Gruselkabinett
Die Kürbisskulpturen von Sören Brünjolf sind nur ein Teil der aufwendigen Halloween-Dekoration im Tivoli. Insgesamt verwandeln rund 20.000 Kürbisse, dazu Strohballen und Herbstblumen, das historische Areal im Oktober in ein weitläufiges Gruselkabinett in Orange und Rot.
Die Schau zieht jedes Jahr tausende Schaulustige in den traditionsreichen Vergnügungspark im Herzen Kopenhagens. Familien, Touristen und Halloween-Enthusiasten strömen in den Park, um die monumentalen Schnitzarbeiten aus nächster Nähe zu bestaunen und sich in der herbstlichen Kulisse fotografieren zu lassen.
- Rund 20.000 Kürbisse schmücken das Tivoli-Gelände
- Zusätzliche Dekoration mit Strohballen und Herbstblumen
- Monumentale Kürbisskulpturen wiegen teils mehrere hundert Kilogramm
- Tausende Besucher strömen täglich in den Park
- Die Veranstaltung findet jährlich im Oktober statt
Vergängliche Monumente: Das kurze Leben der Kürbiskolosse
So beeindruckend die geschnitzten Riesen auch sind — ihre Lebensdauer ist naturgemäß begrenzt. Das feuchte Herbstwetter Kopenhagens setzt den organischen Kunstwerken schnell zu. Bereits nach wenigen Tagen beginnen die Kolosse, in sich zusammenzufallen. Was Brünjolf in stundenlanger Arbeit erschaffen hat, verrottet binnen kürzester Zeit.
Diese Vergänglichkeit ist ein bewusstes Charakteristikum der Kürbiskunst und verleiht ihr eine besondere Ästhetik: Die Skulpturen existieren nur für den Moment, für die Dauer des Festes. Wer sie sehen will, muss rechtzeitig im Oktober in den Tivoli kommen.
Bis zum nächsten Oktober greift Sören Brünjolf dann wieder zu Stemmeisen und Kettensäge — und die schweren Riesenkürbisse diktieren erneut, welche Monster aus ihnen werden.
Tradition trifft Moderne: Kürbiskunst als wachsender Trend
Die aufwendige Halloween-Inszenierung im Tivoli steht exemplarisch für einen wachsenden Trend in Europa: Das amerikanisch geprägte Gruselfest hat sich längst auch auf dem Kontinent etabliert und wird immer professioneller gestaltet. Künstler wie Brünjolf, die ihre handwerklichen Fähigkeiten auf ungewöhnliche Materialien wie Riesenkürbisse übertragen, sind dabei gefragte Spezialisten.
Dass ausgerechnet der historische Tivoli — einer der ältesten Vergnügungsparks der Welt — zum Schauplatz dieser modernen Brauchtumspflege wird, zeigt die Anpassungsfähigkeit des traditionsreichen Hauses. Die Kombination aus jahrhundertealter Parkgeschichte und zeitgemäßem Eventkonzept zieht ein breites Publikum an und sichert dem Tivoli auch in der sonst eher ruhigen Herbstsaison volle Besucherzahlen.
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