Midterms 2026: Abdul El-Sayed als Angstgegner der Republikaner
Bei den Midterms 2026 steht Michigan im Fokus: Demokrat Abdul El-Sayed polarisiert Wähler und Partei zugleich – und fordert Trumps Republikaner heraus.
Dieses Video wurde am 03.11.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die Midterms 2026 in den USA sind in vollem Gange: Seit den frühen Morgenstunden sind die Wahllokale geöffnet, und in zehn hart umkämpften Senatsrennen entscheidet sich, ob Donald Trump und seine Republikaner ihre Mehrheit im Kongress behalten oder verlieren. Im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses steht dabei der Bundesstaat Michigan – und ein Kandidat, der die politische Landschaft des Landes auf eine harte Probe stellt: Abdul El-Sayed.
El-Sayed: Hoffnungsträger oder Spaltpilz?
Kaum ein Kandidat bei diesen Zwischenwahlen polarisiert so sehr wie der Demokrat Abdul El-Sayed in Michigan. Für seine Anhänger ist er ein progressiver Reformer, der frischen Wind in die Politik bringen soll. Für seine Gegner – und das schließt nicht nur Republikaner ein – ist er zu radikal. Kritiker nennen ihn einen Sozialisten, werfen ihm eine feindliche Haltung gegenüber Israel vor und stellen seine weitreichenden Versprechen infrage.
El-Sayed selbst hält an seinem Programm fest. Seine zentralen Forderungen lauten:
- Geld aus der Politik verbannen und den Einfluss von Lobbyisten zurückdrängen
- Krankenversicherung für alle (Medicare for All) als soziale Grundsicherung einführen
- Mehr finanzielle Mittel direkt in die Taschen der Bürgerinnen und Bürger bringen
Diese Agenda begeistert viele junge Wählerinnen und Wähler der Gen Z, stößt aber selbst in den eigenen demokratischen Reihen auf Skepsis. Die moderate demokratische Abgeordnete Haley Stevens, die El-Sayed in den Vorwahlen unterlag, stellte sich am Wochenende öffentlich hinter seinen republikanischen Gegner Mike Rogers – ein beispielloser Schritt, der die Spaltung innerhalb der Partei offenbart.
Spaltung mitten in Michigan
Die gesellschaftliche Spaltung in Michigan ist spürbar – sogar unter traditionell demokratischen Wählerinnen und Wählern. Während einige El-Sayed aus Überzeugung unterstützen, haben andere ihre Stimme dem Republikaner Rogers gegeben. Der Vorwurf, sein Programm sei schlicht nicht finanzierbar, zieht sich durch viele Gespräche an den Wahltagen.
Rückendeckung erhält El-Sayed immerhin von prominenter Seite: Barack Obama wirbt öffentlich für den Kandidaten und setzt damit ein klares Signal aus dem moderaten Parteiestablishment – trotz aller innerparteilichen Differenzen.
Trumps Bilanz und das Thema Bezahlbarkeit
Über den Midterms 2026 lastet der Schatten von Donald Trumps bisheriger Amtszeit. Vor zwei Jahren hatte er umfangreiche Versprechen gemacht – von niedrigeren Preisen bis zu wirtschaftlichem Aufschwung. Die Realität sieht anders aus: Die Inflation befindet sich auf Rekordniveau, und die Spritpreise erreichten an diesem Wahltag einen historischen Höchststand in den Vereinigten Staaten.
Trump selbst ließ sich davon nicht bremsen: Seit Anfang Oktober absolvierte er 25 Wahlkampfkundgebungen in 19 Bundesstaaten und rief Republikaner auf, so zu wählen, als stünde sein eigener Name auf dem Stimmzettel. Seine persönliche Stimme gab er bereits vorzeitig in Florida ab. Internationale Themen wie der Krieg in der Ukraine oder die Spannungen mit dem Iran spielen bei diesen Zwischenwahlen zwar eine Rolle, gelten aber nicht als wahlentscheidend – die wirtschaftliche Lage dominiert das Stimmungsbild.
Spannende Rennen in Texas und Georgia
Michigan ist nicht der einzige Brennpunkt. In Texas – wo seit 1994 kein Demokrat mehr in den Senat gewählt wurde – liegt der demokratische Herausforderer James Tellerico knapp vor dem Republikaner Ken Paxton. Sollte Texas kippen, wäre das ein politisches Erdbeben.
Auch in Georgia hat der demokratische Senator Jon Ossoff die Nase vorn und wird von vielen bereits als möglicher Hoffnungsträger für die Präsidentschaftswahl 2028 gehandelt. Im Repräsentantenhaus gelten die Demokraten inzwischen als Favoriten, im Senat hingegen ist der Ausgang weiterhin völlig offen.
Ab Mitternacht Mitteleuropäischer Zeit schließen die ersten Wahllokale. Bis ein klares Bild darüber entsteht, wer künftig den Kongress kontrolliert, könnten jedoch noch Tage vergehen – zu eng sind viele der entscheidenden Rennen.
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