Friday, 6. November 2026
DAX

KI-Blase: Börsencrash nach US-Midterms

Nach dem Wahlsieg der Demokraten bei den US-Midterms brechen Technologieaktien weltweit ein. Platzt jetzt die KI-Blase – oder ist es nur eine Korrektur?

Redaktion · 6. November 2026, 14:15 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 06.11.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Der Wahlsieg der Demokraten bei den US-Midterms 2026 hat an den Weltbörsen heftige Turbulenzen ausgelöst. Die Angst vor einer stärkeren Regulierung künstlicher Intelligenz trieb Anleger zu einem massiven Ausverkauf bei Technologieaktien – und ließ erneut die Frage aufkommen, ob die KI-Blase endlich platzt. Innerhalb von 48 Stunden erlebten Märkte in den USA, Asien und Europa extreme Ausschläge in beide Richtungen.

Rekordverluste an der Wall Street und in Asien

Der technologielastige Nasdaq 100 erlitt mit einem Minus von 6,3 Prozent den stärksten Tagesverlust seit der Coronapandemie 2020. Der Dow Jones gab 3,4 Prozent nach – einen Tag zuvor hatte er noch 3 Prozent gewonnen. Der Nasdaq Composite verlor 5,5 Prozent.

Das KI-Beben rollte anschließend nach Asien weiter. Besonders hart traf es die technologielastigen Märkte:

  • Der Nikkei in Japan verlor 6 Prozent.
  • Die Börse in Südkorea schloss ebenfalls 6 Prozent schwächer – der Handel musste zeitweise unterbrochen werden.
  • Chipwerte und andere Profiteure des KI-Booms zählten weltweit zu den größten Verlierern.

In Europa zeigte sich am Folgetag eine zaghafte Erholung. Profiteure des Rechenzentrumbooms im DAX wie Siemens Energy legten rund 1,7 Prozent zu. Der DAX insgesamt rutschte jedoch unter die Marke von 26.000 Punkten, da Anleger in anderen Sektoren Gewinne mitnahmen.

Demokratischer Wahlsieg und die Angst vor KI-Regulierung

Kern der Marktturbulenzen ist die Sorge, dass der neue demokratisch kontrollierte Kongress den Ausbau von KI-Rechenzentren bremsen und strengere Auflagen für die KI-Entwicklung durchsetzen könnte. Börsenstratege Oliver Roth relativiert diese Befürchtungen jedoch.

Er erwartet keine übermäßige Regulierung, da KI der Haupttreiber der US-Konjunktur ist. Eine harte Regulierungspolitik würde den Demokraten bei den kommenden Präsidentschaftswahlen in zwei Jahren schaden. Stattdessen rechnet Roth mit einem ausgewogenen Ansatz: Die Demokraten werden ihre neue Machtposition demonstrieren, aber wirtschaftliche Schäden vermeiden wollen.

Innenpolitisch erwartet der Stratege hingegen zunehmende Reibung zwischen dem Kongress und dem Weißen Haus. Präsident Donald Trump werde versuchen, über Dekrete zu regieren, während die Opposition mit Gesetzen gegensteuere – ein Patt, das Entscheidungsprozesse verlangsamt, aber laut Roth eher positiv zu bewerten sei.

Korrektur oder das Ende der KI-Euphorie?

Die entscheidende Frage lautet: Ist der Einbruch nur eine Korrektur – oder der Beginn vom Ende der KI-Euphorie? Börsenstratege Roth mahnt zur Vorsicht bei voreiligen Schlüssen. Nach nur 24 Stunden extremer Kursbewegungen lasse sich kein abschließendes Urteil fällen.

Dennoch stellt er fest, dass die Verkaufswellen an den Märkten schneller und drastischer aufeinanderfolgen. Die Fragezeichen hinter dem Return on Investment großer KI-Projekte werden größer – nicht nur für Finanzmärkte, sondern auch für die reale Wirtschaft, die eng mit den hohen Bewertungen verknüpft ist. Ob die Börsenerwartungen an KI erfüllt werden, stehe noch aus. Roth bleibt dennoch langfristig optimistisch, da KI eine dauerhaft tragende Rolle in Wirtschaft und Gesellschaft spielen werde.

DAX, Daimler Truck und weitere Verlierer

Neben dem Tech-Beben sorgten weitere Faktoren für Druck im deutschen Leitindex. Zalando verlor nach einer starken Vorwoche durch Gewinnmitnahmen rund 5 Prozent. DHL gab 4,8 Prozent nach. Hannover Rück und Munich Re litten unter negativen Analysteneinschätzungen. Rheinmetall, dessen Aktie bereits am Vortag der größte DAX-Verlierer war, fiel weiter auf rund 807 Euro – verglichen mit einem Jahresanfangshoch von fast 2.000 Euro.

Positives Gegengewicht lieferte Daimler Truck: Der Nutzfahrzeughersteller steigerte seinen Gewinn im dritten Quartal um 73 Prozent auf 702 Millionen Euro. Haupttreiber war ein Absatzwachstum von 51 Prozent in Nordamerika, wo Spediteure nach Jahren der Kaufzurückhaltung ihre Flotten erneuern. Die Aktie gab dennoch nach, weil der Auftragseingang enttäuschte.

Für die kommenden Handelstage rechnet Roth mit weiterer Volatilität, aber auch mit einer Beruhigung – vorausgesetzt, das Wochenende verläuft ohne neue Schocks. Mittelfristig sieht er den DAX in einer Spanne zwischen 25.000 und 26.000 Punkten. Ob die KI-Korrektur zur Bubble-Pleite wird, dürften die nächsten Wochen zeigen.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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