Merz und Trump: Deutschlands Kurs im US-Verhältnis

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Dieses Video wurde am 04.05.2026 von DW auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die Beziehung zwischen Deutschland und den USA steht unter Spannung. Bundeskanzler Friedrich Merz hat in einem Interview klargestellt, wie er das Verhältnis zu US-Präsident Donald Trump einschätzt – und wo Berlin eigene Positionen behauptet. Dabei geht es um Waffenlieferungen, den transatlantischen Handel und die Frage, wie weit Deutschland bereit ist, amerikanischen Erwartungen entgegenzukommen.

Merz: „Ruf uns vorher an”

In ungewöhnlich direkten Worten hat Merz beschrieben, wie er Trump persönlich adressiert hat. Wenn Washington Deutschlands Unterstützung in einem Konflikt erwarte, müsse die US-Seite Deutschland frühzeitig einbeziehen und konsultieren – nicht erst im Nachhinein. „Ich habe ihm gesagt: Wenn du willst, dass wir dir bei einem solchen Konflikt helfen, dann ruf uns vorher an und frag uns”, so Merz sinngemäß.

Diese Haltung signalisiert einen selbstbewussteren deutschen Kurs. Berlin will nicht als bloßer Gefolgsmann Washingtons wahrgenommen werden, sondern als gleichberechtigter Partner mit eigenem Mitspracherecht.

Taurus-Raketen und ausgebliebene Zusagen

Ein konkreter Streitpunkt betrifft Marschflugkörper vom Typ Tomahawk. Noch unter Ex-Präsident Joe Biden hatte Deutschland die Zusage erhalten, entsprechende Systeme geliefert zu bekommen. Trump hat diese Zusage bislang nicht erneuert.

Merz betonte, dass viele der aktuell diskutierten Themen – darunter auch der Abzug von US-Truppen aus Deutschland – keine wirklichen Neuigkeiten seien. Die Debatten liefen schon länger, würden derzeit nur medial zugespitzt. Eine echte strategische Verschiebung sieht er darin nicht zwingend.

  • Tomahawk-Lieferung: Zugesagt unter Biden, von Trump nicht bestätigt
  • Truppenabzug: Seit Längerem im Gespräch, kein neues Phänomen
  • Konsultationspflicht: Merz fordert frühzeitige Einbindung Deutschlands

Zollstreit: Europa zögert, Amerika wartet

Auch beim Thema Zollabkommen macht Merz keinen Hehl aus seiner Ungeduld. Im August des Vorjahres hätten sich Deutschland und die USA auf einen Rahmen für ein Handelsabkommen geeinigt. Die amerikanische Seite habe ihren Teil fertiggestellt – die europäische Seite hingegen nicht.

Merz machte deutlich, dass Trumps wachsende Ungeduld in diesem Kontext nachvollziehbar sei. Immer wieder würden von europäischer Seite neue Bedingungen formuliert, ohne dass ein Abschluss zustande komme. „Ich wünsche mir, dass wir hier möglichst schnell zu einem Abkommen kommen”, so seine Forderung.

Diese Aussage ist bemerkenswert: Ein deutscher Bundeskanzler räumt offen ein, dass Europa in den Verhandlungen säumig ist – und stellt sich damit indirekt auf die Seite der amerikanischen Kritik.

Iran-Atomprogramm: Unterschiedliche Wege, gemeinsames Ziel

Beim heiklen Thema Iran-Atomprogramm erkennt Merz durchaus Differenzen zwischen Berlin und Washington. Beide Seiten hätten eine „unterschiedliche Betrachtung” der Lage – das sei kein Geheimnis, und Deutschland stehe mit dieser Sichtweise nicht allein.

Dennoch verbinde beide Länder ein klares gemeinsames Ziel: Der Iran darf nicht in den Besitz einer Atombombe gelangen. Diesen Grundsatz wolle man gemeinsam durchsetzen, auch wenn die diplomatischen Wege dorthin auseinandergehen könnten.

Insgesamt zeichnet Merz das Bild einer Partnerschaft, die unter Druck steht, aber nicht zerbrochen ist. Deutschland bemühe sich um konstruktive Zusammenarbeit – behalte sich aber das Recht vor, eigene Positionen zu formulieren und einzufordern. Wie belastbar das transatlantische Verhältnis unter Trump langfristig bleibt, wird sich in den kommenden Monaten bei Handelsgesprächen und sicherheitspolitischen Entscheidungen zeigen.

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