Bilanz der Großen Koalition nach einem Jahr

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Dieses Video wurde am 05.05.2026 von tagesschau auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Ein Jahr nach Unterzeichnung des Koalitionsvertrags zwischen CDU/CSU und SPD fällt die Große Koalition Bilanz ernüchternd aus. Laut aktuellem Deutschlandtrend sind 84 Prozent der Wahlberechtigten unzufrieden mit der Arbeit der Bundesregierung – nur 15 Prozent zeigen sich zufrieden. Diese Werte liegen jeweils nur einen Punkt vom schlechtesten Messwert der gescheiterten Ampel-Koalition entfernt. Dabei war der Anspruch beim Amtsantritt ein anderer: Man wollte dezidiert anders regieren, Verantwortung übernehmen und die Sorgen der Menschen ernst nehmen.

Umfragetief und interner Streit als Dauerthema

Besonders ins Auge gefallen ist die Koalition in den vergangenen zwölf Monaten durch interne Uneinigkeiten. Immer wieder wurden öffentlich Konflikte ausgetragen, bevor am Ende Kompromisse gefunden wurden. Politische Beobachter beschreiben das Verhältnis der Koalitionspartner als spannungsreich, aber funktionsfähig.

Zu den strittigen Themen zählte vor allem das Rentenpaket. Innerhalb der Unionsfraktion gab es heftige Debatten über eine sogenannte Haltelinie bei der Rente. Dabei kursierten widersprüchliche Signale darüber, ob eine eigene Mehrheit gesichert sei oder nicht. Schließlich wurde die Kanzlermehrheit erreicht – ein Ergebnis, das nach Einschätzung von Beobachtern ohne Not riskiert worden war.

Auch die geplatzte Wahl der Verfassungsrichterin Frauke Brosius-Gersdorf gilt als ein markantes Ereignis, das die Fraktion und ihren Vorsitzenden Jens Spahn forderte.

Jens Spahn: Fraktionsmanager mit Ambitionen

Jens Spahn, Vorsitzender der Unionsfraktion, steht im Mittelpunkt des Geschehens. Seine Wiederwahl als Fraktionsvorsitzender gilt als sicher – Gegenkandidaten gibt es keine. Als Orientierungsmarke gilt das Ergebnis der letzten Wahl: 91,3 Prozent der Fraktion hatten ihm damals ihr Vertrauen ausgesprochen. Ein Ergebnis deutlich unter 90 Prozent würde als Dämpfer gewertet.

Spahn hat sich in der Rolle des Fraktionsmanagers etabliert, steht dabei jedoch vor einer schwierigen Aufgabe. Die sogenannte Junge Gruppe innerhalb der Union agiert nach Beobachtereinschätzung stark inhaltlich getrieben – vor allem beim Thema Rente – und blickt kritisch auf die exorbitante Schuldenaufnahme, die trotz gegenteiliger Wahlkampfversprechen beschlossen wurde.

Gleichzeitig haftet Spahn das Etikett des Ehrgeizigen an. Die Frage, ob er als loyaler Unterstützer von Bundeskanzler Friedrich Merz agiert oder bereits in eigener Sache plant, bleibt offen – und wird im Kanzleramt aufmerksam verfolgt.

SPD und Union: Vertrauen auf Führungsebene, Spannungen in der Breite

Zwischen Spahn und SPD-Fraktionschef Matthias Miersch hat sich nach anfänglicher Zurückhaltung eine vertrauensvolle Zusammenarbeit entwickelt. Beide betonen, gut miteinander arbeiten zu können – auch wenn sie in Stil und Profil sehr unterschiedlich sind.

Dieses konstruktive Verhältnis auf der Führungsebene überträgt sich jedoch nicht immer auf die jeweiligen Fraktionen. Die zentralen Konfliktfelder der kommenden Monate zeichnen sich bereits ab:

  • Ergebnisse der Rentenkommission, erwartet für Anfang Juni
  • Weitere Debatten über die Schuldenbremse und Haushaltspolitik
  • Spannungen zwischen dem jungen Flügel der Union und der Regierungslinie
  • Die langfristige Frage einer möglichen erneuten Kanzlerkandidatur von Friedrich Merz

Ausblick: Bewährungsprobe steht noch bevor

Die erste Jahresbilanz der schwarz-roten Bundesregierung zeigt ein zwiespältiges Bild. Die Koalition hat zwar trotz teils heftiger Auseinandersetzungen funktioniert und wichtige Mehrheiten organisiert – doch das Vertrauen in der Bevölkerung ist bislang ausgeblieben. Ob der Regierung die Wende gelingt, wird sich spätestens im Herbst zeigen, wenn die Ergebnisse der Rentenkommission und weitere haushaltspolitische Weichenstellungen die Koalition erneut auf die Probe stellen werden. Die Frage, wer die Union in die nächste Bundestagswahl führt, dürfte dabei zunehmend laut werden.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (tagesschau). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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