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Die 170. Steuerschätzung des Bundes zeichnet ein düsteres Bild für die öffentlichen Haushalte in Deutschland. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) präsentierte die Ergebnisse am 7. Mai 2026 in Berlin und machte deutlich: Der anhaltende Irankrieg bremst die wirtschaftliche Erholung und reißt spürbare Lücken in die Steuereinnahmen von Bund, Ländern und Kommunen. Gesamtstaatlich fallen die Einnahmen um rund 11 Milliarden Euro niedriger aus als noch im Oktober 2025 prognostiziert.
Steuerschätzung 2026: Massive Mindereinnahmen auf allen Ebenen
Für das laufende Jahr 2026 erwartet der Arbeitskreis Steuerschätzung gesamtstaatliche Steuereinnahmen von rund 999 Milliarden Euro. Im Jahr 2027 werden 1.033 Milliarden Euro erwartet. Im Vergleich zur Herbstschätzung 2025 ergibt sich für 2026 ein Minus von 11 Milliarden Euro, für 2027 von rund 9 Milliarden Euro.
Die Einbußen betreffen alle staatlichen Ebenen:
- Bund: Mindereinnahmen von rund 5 Milliarden Euro (2026) und gut 2 Milliarden Euro (2027)
- Länder: Minus von 3 Milliarden Euro (2026) und 2 Milliarden Euro (2027)
- Gemeinden: Besonders stark betroffen durch einbrechende Gewerbesteuereinnahmen
Die größten Abweichungen zeigen sich bei der Körperschaftsteuer, der veranlagten Einkommensteuer und der Gewerbesteuer – allesamt konjunkturabhängige Steuerarten, die direkt auf die schwächere Wirtschaftsleistung reagieren.
Irankrieg als Hauptursache der wirtschaftlichen Eintrübung
Klingbeil betonte mehrfach, dass der Irankrieg der zentrale Treiber der Einnahmeausfälle sei. Noch zu Jahresbeginn hatten die Prognosen ein leichtes Wirtschaftswachstum von rund einem Prozent für 2026 in Aussicht gestellt. Dieser positive Trend wurde durch den Konflikt, steigende Energiepreise und Störungen in globalen Lieferketten abrupt gestoppt.
Der Finanzminister wies den Vorwurf zurück, der Staat profitiere durch höhere Energiesteuereinnahmen von der Krise: „Der Staat ist kein Krisengewinner. Dieser Krieg kostet Deutschland Geld.” Sinkender Treibstoffverbrauch und allgemeine Konsumzurückhaltung der Bevölkerung führten unter dem Strich zu niedrigeren Einnahmen, nicht zu höheren.
Zusätzlich belasteten Putins Krieg gegen die Ukraine sowie der globale Zollkonflikt die wirtschaftliche Lage. Klingbeil sprach von einem „siebten Jahr der Krise” und einem dauerhaften Krisenmodus, der ein konsequentes politisches Management erfordere.
Kommunen besonders hart getroffen – Entlastungspaket aufgelegt
Unter allen staatlichen Ebenen trifft die Haushaltssituation die Kommunen am härtesten. Da ihr Steueraufkommen insgesamt deutlich geringer ist, schlägt der Rückgang der Gewerbesteuereinnahmen relativ stärker durch als bei Bund und Ländern.
Das Bundesfinanzministerium hatte im April das Länder- und Kommunalentlastungsgesetz ins Kabinett eingebracht, das eine jährliche Entlastung von rund einer Milliarde Euro vorsieht. Darüber hinaus stehen den Kommunen 100 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen des Bundes zur Verfügung, mit denen jahrelange Investitionsrückstände in Infrastruktur, Bildung, Digitalisierung und Gesundheitsversorgung aufgeholt werden sollen.
Klingbeil unterstrich dennoch, dass die geringeren Steuereinnahmen ein strukturelles Problem für die Kommunalfinanzen darstellten, das nur durch stärkeres Wirtschaftswachstum dauerhaft gelöst werden könne.
Haushalt 2027 und Steuerreform: Konsolidierungskurs bleibt
Für den Bundeshaushalt 2027 erhöht sich der Konsolidierungsdruck laut Klingbeil durch die aktuelle Steuerschätzung um etwa eine Milliarde Euro. Da die Bundesregierung bereits im Rahmen der Eckwerte Vorsorge für erwartete Mindereinnahmen getroffen hatte, entstehe kein grundlegend neues Problem – wohl aber weiterer Handlungsdruck.
Der Regierungsentwurf für den Haushalt 2027 soll am 6. Juli 2026 im Bundeskabinett beschlossen werden. Klingbeil bekräftigte den Dreiklang seiner Finanzpolitik:
- Massive öffentliche und private Investitionen zur Wachstumsstimulierung
- Strukturreformen für mehr Wettbewerbsfähigkeit und soziale Stabilität
- Strikte Haushaltskonsolidierung ohne neue Spielräume
Zur angekündigten Einkommensteuerreform erklärte Klingbeil, sein Konzept zur Entlastung kleiner und mittlerer Einkommen in den nächsten Wochen vorlegen zu wollen. Das Modell müsse aufkommensneutral und haushaltschonend sein – eine Gegenfinanzierung durch Spitzenverdienende sei für ihn unabdingbar. Auch eine europäische Übergewinnsteuer für Krisengewinner verfolge er weiterhin in Brüssel. Der Ausblick bleibt herausfordernd: Solange der Irankrieg andauert und die geopolitischen Unsicherheiten nicht abnehmen, dürfte der Konsolidierungsdruck auf alle staatlichen Ebenen bestehen bleiben.
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