Dieses Video wurde am 09.05.2026 von DW auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Ein chinesischer Öltanker ist in der Straße von Hormus angegriffen worden – der erste bestätigte Angriff auf ein chinesisches Schiff seit Beginn des China Iran Kriegskonflikts. Während US-amerikanische und iranische Streitkräfte weiterhin Gefechte austauschen und einen ohnehin fragilen Waffenstillstand erschüttern, stellt sich die Frage: Könnte Peking in den Konflikt hineingezogen werden? Internationale Beobachter sind skeptisch – doch die Lage bleibt angespannt.
Angriff auf chinesischen Tanker: Was bisher bekannt ist
Der Angriff ereignete sich bereits an einem Montag, wurde jedoch erst am darauffolgenden Freitag vom chinesischen Außenministerium offiziell bestätigt. Das betroffene Schiff ist unter Marshall-Island-Flagge registriert und hatte eine chinesische Besatzung an Bord. Verletzte wurden bislang nicht gemeldet.
Die verzögerte Bestätigung ist nach Einschätzung von Experten kein Zufall. Politikwissenschaftler Andrea Gazzelli von der University of Exeter wertet die tagelange Funkstille als bewusstes Signal: Peking wolle unter keinen Umständen einen Vorwand liefern, der eine direkte Beteiligung am Konflikt rechtfertigen könnte.
Wer den Angriff ausgeführt hat und mit welchen Mitteln, ist bislang ungeklärt. Rund 1.600 Schiffe stecken derzeit in der Straße von Hormus fest, blockiert von beiden Kriegsparteien – mit Zehntausenden Seeleuten, die versuchen, den Kampfhandlungen auszuweichen.
Chinas strategische Zurückhaltung hat Methode
China gilt als enger Verbündeter Teherans und ist trotz des laufenden Konflikts ein wichtiger Abnehmer iranischen Öls geblieben – was der iranischen Wirtschaft erheblich zugutegekommen ist. Dennoch vermeidet Peking eine direkte militärische Rolle mit Nachdruck.
Gazzelli betont, dass China zwar ein Interesse am Ende des Konflikts hat, aber gleichzeitig keinen iranischen Rückzug auf Kosten Teherans erzwingen will. Die Überschneidung der strategischen Ziele beider Länder ist dabei entscheidend:
- China will die freie Durchfahrt durch die Straße von Hormus wiederherstellen
- Peking unterstützt Iran diplomatisch, ohne sich militärisch zu exponieren
- Die Belt and Road Initiative spielt in Iran eine geringere Rolle als oft angenommen – chinesische Investitionen dort sind faktisch stagniert
- China bezieht anteilig deutlich weniger Öl aus dem Nahen Osten als Japan oder Südkorea (rund 50 % gegenüber 70–90 %)
- Peking hat strategische Ölreserven aufgebaut und seine Wirtschaft zunehmend elektrifiziert
Wirtschaftliche Risiken für China wachsen langfristig
Kurzfristig kann China den Druck des Konflikts besser abfedern als viele andere Volkswirtschaften. Doch je länger der Krieg andauert, desto größer werden die indirekten Schäden – nicht nur beim Öl, sondern bei sämtlichen chemischen Produkten und Rohstoffen, die durch die Straße von Hormus transportiert werden, darunter auch Flüssigerdgas.
Als weltgrößter Güterexporteur ist China empfindlich gegenüber Störungen der globalen Lieferketten. Steigende Kraftstoffpreise und Engpässe bei Industrierohstoffen könnten die chinesische Wirtschaft mittelfristig deutlich belasten. Gazzelli hält einen unmittelbaren Energienotstand für unwahrscheinlich, warnt aber vor den wachsenden indirekten Folgen eines anhaltenden Konflikts.
Trumps China-Besuch und die Frage nach Pekings Vermittlerrolle
US-Präsident Donald Trump reist in Kürze nach China – und die Iran-Frage dürfte eines der zentralen Themen sein. Die Gespräche in Islamabad, bei denen Pakistan als von China unterstützter Vermittler auftrat, kommen kaum voran. Washington erhofft sich daher, dass Peking seinen Einfluss auf Teheran stärker geltend macht.
Gazzelli sieht in dem Besuch auch eine taktische Gelegenheit für China: Peking könnte Einflussbereitschaft in Iran gegen eine gemäßigtere US-Rhetorik gegenüber Taiwan eintauschen. Allerdings zweifeln chinesische Strategen an Trumps Verlässlichkeit – ein Versprechen aus Peking könnte in Washington schnell wieder zurückgenommen werden.
Übergeordnet versucht China, den Konflikt als von den USA verursacht darzustellen und sich selbst als stabilen, berechenbaren Akteur zu positionieren – insbesondere gegenüber den Ländern des Globalen Südens. Jüngste Umfragen zeigen, dass das Ansehen amerikanischer Macht international spürbar gesunken ist, was Peking strategisch zu nutzen versucht. Ob China am Ende tatsächlich eine aktivere Vermittlerrolle übernimmt, wird maßgeblich davon abhängen, ob der Krieg weiter eskaliert – und ob Trumps Besuch konkrete Ergebnisse bringt.
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