Dieses Video wurde am 14.08.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
An der dänischen Ostseeküste bei Arbeck ist ein außergewöhnlicher Fund gemacht worden: Ein fast fünf Meter langer Riesenhai wurde tot angespült. Das junge Weibchen hatte sich zuvor mehrere Tage im flachen Küstengewässer des Kattegats aufgehalten, offenbar auf der Suche nach Nahrung. Warum das Tier in diese für seine Art ungewöhnlichen Gewässer geraten ist und schließlich verendete, ist bislang ungeklärt.
Riesenhai verendet im Kattegat – die Fundumstände
Anwohner und Beobachter hatten den riesigen Planktonfresser bereits mehrere Tage vor seinem Tod im flachen Wasser nahe der Küste gesichtet. Das Tier bewegte sich auffällig langsam und schien nach Nahrung zu suchen. Riesenhaie ernähren sich ausschließlich von Plankton, das sie mit weit geöffnetem Maul durchs Wasser filtern – eine Lebensweise, die sie trotz ihrer imposanten Größe völlig harmlos für Menschen macht.
Das Weibchen wies eine Länge von knapp fünf Metern auf. Ausgewachsene Riesenhaie können bis zu zwölf Meter lang werden und gehören damit zu den größten Fischen der Welt. Warum dieses noch junge Exemplar in die vergleichsweise flachen und nahrungsarmen Gewässer des Kattegats geriet, können Experten bislang nicht abschließend beantworten.
Extrem seltene Sichtungen in der Ostsee
Riesenhaie sind im Bereich der Ostsee und des Kattegats eine absolute Ausnahmeerscheinung. Aktuelle Daten belegen, wie rar solche Begegnungen tatsächlich sind:
- Seit dem Jahr 2000 wurden in der Ostseeregion lediglich zehn dokumentierte Nachweise von Riesenhaien erfasst.
- Normalerweise sind die Tiere im offenen Nordatlantik und in gemäßigten bis kühlen Meeresgebieten weltweit beheimatet.
- Sichtungen in flachen Küstengewässern gelten selbst in deren regulären Lebensräumen als ungewöhnlich.
- Das Kattegat – die Meerenge zwischen Dänemark und Schweden – bietet nur begrenzte Nahrungsgrundlagen für filtrierende Großfische.
Fachleute gehen davon aus, dass sich der Hai möglicherweise beim Folgen von Planktonkonzentrationen verirrt hat und anschließend nicht mehr in tiefere, offene Gewässer zurückfand.
Biologie und Bedeutung des Riesenhai
Der Riesenhai (Cetorhinus maximus) ist nach dem Walhai der zweitgrößte Fisch der Erde. Trotz seiner beeindruckenden Ausmaße stellt er keinerlei Gefahr für Menschen dar. Als reiner Planktonfresser filtert er täglich riesige Wassermengen, um ausreichend Nahrung aufzunehmen.
Die Art gilt international als gefährdet. Historisch wurden Riesenhaie wegen ihres Leberöls, ihrer Flossen und ihres Fleisches intensiv bejagt, was die Bestände stark dezimierte. Heute stehen sie in vielen Ländern unter Schutz, doch die Erholung der Populationen verläuft langsam – nicht zuletzt, weil Riesenhaie sich nur sehr langsam fortpflanzen.
Ursache des Todes weiter unklar
Ob das Tier durch Nahrungsmangel, eine Erkrankung, Orientierungslosigkeit oder äußere Einflüsse wie Schiffsverkehr zu Tode kam, war zum Zeitpunkt des Fundes noch Gegenstand weiterer Untersuchungen. Solche Strandfunde bieten Wissenschaftlern jedoch wertvolle Möglichkeiten: Gewebeproben, Mageninhalt und morphologische Daten können wichtige Erkenntnisse über den Gesundheitszustand der Population und mögliche Umwelteinflüsse liefern.
Der Fund an der dänischen Ostseeküste erinnert daran, dass die Meere auch vor Europas Küsten immer wieder für außergewöhnliche Begegnungen mit der Tierwelt sorgen. Angesichts des Klimawandels und der damit verbundenen Verschiebung von Meeresströmungen und Planktonvorkommen könnte es in Zukunft häufiger vorkommen, dass Hochseearten in ungewohnten Gewässern auftauchen.
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