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Anna Maria Gucci

Jodeln im Parkhaus: Graz entdeckt den Beton-Hall

In Graz probt eine Jodelgruppe in einer Tiefgarage – weil das Jodeln im Parkhaus einen einzigartigen Hall erzeugt, der Felswände perfekt ersetzt.

Redaktion · 28. September 2026, 23:30 Uhr · 3 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 28.09.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Wo sonst Autos ein- und ausfahren, hallt mehrstimmiger Jodelgesang durch nackten Beton: Eine Jodelgruppe aus Graz hat eine Tiefgarage zur festen Probebühne gemacht. Das Jodeln im Parkhaus klingt zunächst wie eine Kuriosität, steckt dahinter aber eine ganz praktische Überlegung – und eine überraschend tiefe musikalische Erfahrung, die rund 30 Sängerinnen und Sänger regelmäßig in den Untergrund zieht. Organisiert werden die ungewöhnlichen Treffen vom Steirischen Volksliedwerk, das die alte Volksmusiktradition des Jodelns in der Stadt lebendig hält.

Warum eine Tiefgarage die perfekte Jodelkulisse bietet

Graz liegt geografisch in einem Becken – echte Felswände, wie sie im alpinen Raum den natürlichen Klangraum für traditionelles Jodeln bilden, fehlen in der steirischen Landeshauptstadt schlicht. Die Lösung fanden die Mitglieder der Jodelgruppe im städtischen Untergrund: Das spiralförmige Rampensystem einer Parkgarage erzeugt einen Halleffekt, der dem Echo an Berghängen erstaunlich nahekommt.

Die Akustik eines Parkhauses gilt unter Musikerinnen und Musikern als besonders intensiv. Harte Betonwände und -decken reflektieren den Schall vielfach, bevor er verebbt. Für mehrstimmigen Gesang entsteht so ein dichtes Klangteppich, der in einem normalen Proberaum kaum zu erreichen wäre.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigen sich begeistert: Die Stimmung bei den Treffen sei „total gelöst”, alle seien „glücklich und fröhlich” und hätten sichtlich Spaß – die ungewöhnliche Umgebung verstärkt offenbar auch den Gemeinschaftsgeist der Gruppe.

Mehrstimmiges Jodeln: Ein Unterschied wie Tag und Nacht

Geleitet werden die Parkhaus-Proben von Jodellehrerin Anna Maria Gucci, die immer wieder betont, wie grundlegend sich das mehrstimmige Jodeln vom allgemein bekannten Solojodeln unterscheidet. Während die meisten Menschen Jodeln als Solo-Darbietung eines einzelnen Sängers kennen, funktioniert das mehrstimmige Jodeln nach einem völlig anderen Prinzip.

  • Mehrere Stimmen verweben sich zu einem gemeinsamen Klanggefüge.
  • Die Energie und Kraft des Gesangs entsteht erst im Zusammenspiel der Gruppe.
  • Das Ergebnis unterscheidet sich deutlich vom sogenannten Bravurjodeln, das auf virtuose Einzelleistung setzt.
  • Das gemeinschaftliche Erlebnis steht im Vordergrund – nicht die Perfektion des Einzelnen.

Gucci beschreibt das Erleben als „unbeschreiblich”: Man spüre eine besondere Kraft und Energie, die nur im Zusammenklang vieler Stimmen entstehe. Genau diese kollektive Wirkung macht das Jodeln in der Tiefgarage für die Gruppe so besonders – der Hall verstärkt und trägt die Stimmen auf eine Weise, die im Freien oder in einem Konzertsaal nicht reproduzierbar ist.

Kein Notbehelf, sondern eine feste Institution

Was anfangs als pragmatische Lösung für fehlende Natur-Kulissen begann, hat sich für die Grazer Jodelgruppe längst zur bewussten Entscheidung entwickelt. Die Parkgarage ist kein Provisorium mehr, sondern eine feste Bühne im Probenkalender. Bereits die nächste Zusammenkunft ist zwischen Betonpfeilern statt Berggipfeln angesetzt.

Das Projekt zeigt, wie Volksmusik und urbaner Raum miteinander in Dialog treten können. Traditionelle Kulturgüter finden neue Orte und Zielgruppen – und gewinnen dabei an Lebendigkeit, anstatt zu verstauben. Das Steirische Volksliedwerk leistet mit solchen Initiativen einen wichtigen Beitrag zur kulturellen Verankerung von Jodeltraditionen auch abseits ländlicher Regionen.

Ob das Grazer Parkhaus-Modell Schule macht und andere Städte ähnliche Experimente wagen, bleibt abzuwarten. Die Resonanz – im wörtlichen wie im übertragenen Sinne – spricht jedenfalls für sich.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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