Dieses Video wurde am 17.08.2026 von DER AKTIONÄR TV auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Der DAX startet mit Rückenwind in die neue Handelswoche. Nach dem historischen Rekordstand von 26.530 Punkten am vergangenen Mittwoch deuten die vorbörslichen Indikationen erneut auf eine Eröffnung knapp unterhalb dieses Niveaus hin – mit weiterer Luft nach oben. Positive Vorgaben aus Asien, wo insbesondere die chinesischen Börsen zulegen, sowie ein stabiler S&P 500, der zuletzt ebenfalls neue Höchststände markiert hat, stützen die Stimmung. Das Marktgeschehen bleibt bemerkenswert, angesichts geopolitischer Belastungsfaktoren wie dem Ukrainekrieg und der anhaltend angespannten Lage im Nahen Osten.
DAX-Rekordhoch trotz schwieriger Gemengelage
Dass der DAX sein Allzeithoch ausgerechnet in einem Umfeld aus unklaren US-Arbeitsmarktdaten, geopolitischen Spannungen und einer schwächelnden Weltkonjunktur erreicht, unterstreicht die Stärke der aktuellen Marktverfassung. Anleger, die auf die klassischen Börsenweisheiten wie „Sell in May” gesetzt hätten, wären im laufenden Jahr klar auf der Verliererseite gestanden.
Mit Blick auf den September – historisch gesehen der schwächste Börsenmonat des Jahres – wächst zwar die Nervosität. Doch zuletzt haben sich saisonale Muster wiederholt als wenig verlässlich erwiesen. Entscheidend bleibt, dass der Markt weiter von der Künstlichen Intelligenz als Treiber profitiert, allen voran im Tech-Segment.
SAP: KI-Fantasie treibt Kursrally
SAP steht erneut im Mittelpunkt des Anlegerinteresses. Nachdem die Aktie zuletzt auf über 180 Euro geklettert ist, könnte der Softwarekonzern seinen Rang als wertvollstes deutsches DAX-Unternehmen zurückgewinnen – vor Siemens.
Auslöser der jüngsten Aufwärtsbewegung war die Spekulation um eine mögliche Übernahme des US-amerikanischen HR-Softwareanbieters Workday. Das hat der gesamten Branche frischen Rückenwind gegeben und den sogenannten „KI-Loser-Trade” – also die Erholung von Titeln, die im KI-Boom zunächst zurückgeblieben waren – weiter befeuert. Analysten stufen die Aktie dennoch weiterhin mit Underperform ein, was zum Wochenstart Abgabedruck erzeugen dürfte.
- SAP-Kurs zuletzt deutlich über 180 Euro
- Spekulation über Workday-Übernahme als Kurstreiber
- Underperform-Einstufung durch Analysten belastet kurzfristig
- Technisch wichtige Unterstützung bei rund 20 Euro (bei Vonovia) zu beachten
BASF und Lanxess: Chemiesektor unter Druck
Im Chemiesektor bleibt die Lage angespannt. BASF sieht sich mit dem anhaltenden Niedrigwasserproblem auf wichtigen Transportwegen konfrontiert, was Lieferketten und Rohstoffversorgung belasten könnte. Zuletzt hielt sich die Aktie dennoch relativ stabil.
Deutlich schwieriger gestaltet sich die Situation bei Lanxess. Das Analysehaus Bernberg hat die Aktie mit einem klaren „Sell”-Rating versehen. Im Fokus stehen laufende Gespräche mit einem Finanzinvestor über eine mögliche Restrukturierung. Die Analysten sehen den Investor dabei klar im Vorteil – begründet durch die hohe Verschuldung von Lanxess und das fehlende Wachstum. Technisch kämpft die Aktie an der 200-Tage-Linie, die bislang als Widerstand fungiert. Als letzte Auffanglinie gelten rund 15 Euro; darunter drohen die Frühjahrstiefs.
HelloFresh und OHB: Kontraste zum Wochenstart
Bei HelloFresh hält die Sorge um das Geschäftsmodell an. Ein Rückgang der Bestellungen um annähernd 15 Prozent im jüngsten Quartal alarmiert Anleger, auch wenn Umsatz und Ergebnis die Erwartungen erfüllten. Selbst das als Wachstumshoffnung gehandelte Segment „Ready to Eat” verzeichnete einen Rückgang von rund 10 Prozent. Das Unternehmen begründet dies mit bewussten Einsparungen bei den Marketingkosten, doch die Frage nach der langfristigen Tragfähigkeit des Kochbox-Modells bleibt offen.
Positiver gestimmt sind Anleger bei OHB: Der Raumfahrt- und Technologiekonzern hat offenbar einen größeren Auftrag zum Ausbau eines Satellitennetzwerks erhalten. Die Aktie wird zum Wochenauftakt stärker nachgefragt.
Insgesamt zeigt der Marktauftakt: Die Stimmung ist trotz zahlreicher Risikofaktoren konstruktiv. Ob der DAX in dieser Woche tatsächlich neue Rekordmarken setzt, hängt nicht zuletzt von weiteren Impulsen aus den USA – insbesondere rund um die Nvidia-Quartalszahlen – und der geopolitischen Entwicklung ab.
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