Tuesday, 20. October 2026
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Briefwahl: Mythos Wahlbetrug vor Landtagswahl

Gerüchte über Betrug bei der Briefwahl kursieren vor den Landtagswahlen im Osten. Was steckt dahinter – und was sagen Wahlforscher dazu?

Redaktion · 2. September 2026, 12:48 Uhr · 3 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 02.09.2026 von ntv Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Vor den Landtagswahlen in Ostdeutschland verbreiten sich in sozialen Medien massenhaft Behauptungen, die Briefwahl sei manipuliert oder ein systematischer Wahlbetrug bereits vorbereitet. Für diese Vorwürfe gibt es keinerlei Belege. Wahlforscher halten einen großen, organisierten Betrug bei Landtags- oder Bundestagswahlen für höchst unwahrscheinlich. Dennoch befeuern Politiker wie AfD-Chef Tino Krupalla die Debatte – er forderte Mitte August die vollständige Abschaffung der Briefwahl.

Warum gibt es die Briefwahl überhaupt?

Die Briefwahl wurde bereits in den 1950er Jahren in Deutschland eingeführt – mit einem klaren Ziel: die Wahlbeteiligung zu erhöhen. Menschen, die am Wahltag krank sind, arbeiten müssen oder aus anderen Gründen kein Wahllokal aufsuchen können, sollen dennoch ihr demokratisches Recht ausüben können.

Damit dieser Prozess ordnungsgemäß verläuft, unterliegt die Briefwahl einer gesetzlichen Wahlordnung samt umfangreicher Kontrollmechanismen. Die zuständigen Wahlbehörden prüfen Unregelmäßigkeiten und korrigieren sie, sobald sie auftreten.

Pannen ja – aber kein System dahinter

Fehler gibt es vereinzelt. In Magdeburg wurden vor den Landtagswahlen hunderte Wahlunterlagen versehentlich doppelt verschickt. Die Behörden reagierten schnell: Über die jeweilige Wahlscheinnummer wurden die fehlerhaften Unterlagen für ungültig erklärt und neue Dokumente versandt.

Auch Fälle echter Wahlmanipulation sind dokumentiert – allerdings handelt es sich dabei um Einzelfälle auf kommunaler Ebene, nicht um landesweite Aktionen. Die Konsequenzen sind klar:

  • Gegen Tatverdächtige wird strafrechtlich ermittelt.
  • Es wird geprüft, ob eine Wahl wiederholt werden muss.
  • Wahlbehörden sind gesetzlich zur Kontrolle und Korrektur verpflichtet.
  • Manipulationen bleiben selten und lokal begrenzt.

Belege für einen großen systematischen Betrug bei Landtags- oder Bundestagswahlen gibt es laut Wahlforschern nicht.

Warum ein flächendeckender Betrug kaum möglich wäre

Experten für Wahlforschung halten großangelegten Betrug aus strukturellen Gründen für unrealistisch. Um Ergebnisse auf Landes- oder Bundesebene signifikant zu verfälschen, müssten gleichzeitig Menschen an hunderten Wahlstandorten koordiniert handeln – ohne dass dies bemerkt wird.

Das dezentrale System der deutschen Wahldurchführung, mit seinen vielen unabhängigen Wahlvorständen, Auszählungsbeobachtern und gesetzlichen Prüfpflichten, macht eine solche Verschwörung praktisch undurchführbar.

AfD-Wähler und Briefwahl: Ein statistischer Effekt

Auffällig ist tatsächlich, dass die AfD unter Briefwählerinnen und Briefwählern prozentual schlechter abschneidet als unter jenen, die persönlich im Wahllokal abstimmen. Das klingt verdächtig – ist es aber nicht.

Wahlforscher erklären diesen Unterschied mit dem Verhalten der Partei selbst: Die AfD ruft ihre Anhänger seit Jahren aktiv dazu auf, nicht per Briefwahl zu wählen. Die schlechteren Ergebnisse unter Briefwählern sind damit eine logische Konsequenz der eigenen Wahlkampfstrategie – kein Indiz für Manipulation.

Die Verbreitung von Desinformation rund um die Briefwahl schadet letztlich dem Vertrauen in demokratische Institutionen. Wahlforscher und Wahlbehörden betonen: Das System ist kontrolliert, rechtlich abgesichert und widerstandsfähig gegen Missbrauch im großen Maßstab. Wer Zweifel hat, kann Wahlen als offizieller Beobachter begleiten – ein Recht, das in Deutschland jedem offensteht.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (ntv Nachrichten). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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