Märkte am Morgen: Nike, Tesla, Netflix, Bayer, DHL
Nike enttäuscht mit schwachen Quartalszahlen, Tesla wartet auf Auslieferungsdaten: Die Märkte am Morgen im Überblick – mit Bayer, Netflix und DHL Group.
Dieses Video wurde am 02.10.2026 von DER AKTIONÄR TV auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die Märkte am Morgen stehen im Zeichen gemischter Vorgaben: Während die asiatischen Börsen unter Druck geraten sind und der DAX den Vortag deutlich im Minus beendete, präsentieren sich die US-Futures und der vorbörsliche DAX freundlicher. Im Mittelpunkt stehen schwache Nike-Zahlen, Teslas bevorstehende Auslieferungsdaten, Netflix-Strategie, Bayers kurzfristige Belastungen sowie eine strategische Übernahme bei der DHL Group.
Asien schwach, US-Märkte mit leichtem Plus
Die asiatischen Börsen starteten den Tag mit Verlusten. Der Nikkei gab nach einem starken Vortag um rund 1,1 Prozent nach. Der Hang Seng verlor kräftig 2,7 Prozent, während die chinesischen Festlandbörsen feiertagsbedingt geschlossen blieben.
Aus den USA kamen dagegen leicht positive Signale. Der Nasdaq 100 legte 0,3 Prozent zu, der S&P 500 schloss 0,2 Prozent im Plus, und der Dow Jones verzeichnete ein minimales Plus von 0,04 Prozent. Rückenwind lieferten Aussagen mehrerer Fed-Mitglieder, die eine Zinserhöhung im Oktober für vorerst nicht notwendig halten. Laut dem FedWatch-Tool rechnen aktuell 74 Prozent der Marktteilnehmer nicht mit einer Zinsanhebung im Oktober – für Dezember wird eine Erhöhung dagegen von einer Mehrheit erwartet.
Nike: Umsatzeinbruch in China belastet die Aktie
Die nach Börsenschluss vorgelegten Quartalszahlen von Nike enttäuschten auf breiter Front. Zwar übertraf der Gewinn je Aktie die – niedrig angesetzten – Analystenerwartungen, doch der Umsatz verfehlte die Prognosen deutlich.
Besonders gravierend ist die Lage in China: Der dortige Umsatz brach um 26 Prozent ein. Als kleiner Lichtblick gilt die gestiegene Bruttomarge von 42,8 Prozent. Dennoch erwartet Nike für das Geschäftsjahr 2027 einen Umsatzrückgang im hohen einstelligen Prozentbereich. Zur Gegensteuerung hat der Konzern ein Sparprogramm mit einem Investitionsvolumen von über 2,5 Milliarden US-Dollar aufgelegt.
- Gewinn je Aktie: leicht über den (niedrigen) Erwartungen, aber unter Vorjahr
- Umsatz: deutlich unter den Analystenerwartungen
- China-Umsatz: Einbruch um 26 Prozent
- Bruttomarge: gestiegen auf 42,8 Prozent
- Kurszielkorrektur durch Piper Sandler: von 32 auf 28 US-Dollar
Nachbörslich gab die Nike-Aktie zunächst rund 5 Prozent nach, in der Spitze waren es über 8 Prozent. Zum Handelsstart wird ein Kurs um die 32 US-Dollar erwartet. Auch deutsche Sportartikelwerte wie Adidas und Puma könnten als Folge unter Druck geraten.
Tesla und Netflix: Auslieferungszahlen und Streaming-Wettbewerb
Bei Tesla richten sich alle Augen auf die Auslieferungszahlen für das dritte Quartal, die im Laufe des Tages erwartet werden. Der Analystenkonsens geht von einem Rückgang von rund 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr aus. Während die Märkte in den USA und China schwächeln, zeigten die EU-Neuzulassungen im August ein kräftiges Plus.
Langfristig setzt Tesla auf Zukunftsthemen wie Robotaxis, Robotik und Künstliche Intelligenz. Was der Markt jedoch vermisst, sind belastbare Zahlen und konkrete Nachweise hinter den Ankündigungen. Charttechnisch hält die Aktie derzeit die 50-Tageslinie als Unterstützung – aus Trading-Perspektive ein beobachtenswertes Niveau.
Netflix kämpft derweil mit verlangsamtem Wachstum: CEO Ted Sarandos räumte auf einer Bloomberg-Konferenz ein, dass die Sehdauer nur um 2 Prozent steige, obwohl das Umsatzwachstum zweistellig bleibt. Als Gegenmaßnahme fließen rund eine Milliarde US-Dollar in Live-Inhalte wie Sport und Podcasts. KI kommt bereits bei etwa 300 Produktionen zum Einsatz. Eine geplante Übernahme von Warner Brothers scheiterte; stattdessen konzentriert sich Netflix vorerst auf organisches Wachstum. Der Wettbewerb mit Anbietern wie Disney+ bleibt intensiv.
Bayer schwach, DHL Group mit strategischer Übernahme
Bayer war gestern mit einem Minus von mehr als 5 Prozent der schwächste DAX-Wert. Trotz Kaufempfehlungen der Deutschen Bank (Kursziel 60 Euro) und JP Morgan (Kursziel 61 Euro) warnen beide Häuser vor kurzfristigen Belastungen – insbesondere durch das schwächelnde Agrargeschäft. Die Quartalszahlen am 3. November dürften zeigen, ob die Markterwartungen zu optimistisch angesetzt wurden. Kurzfristig ist Zurückhaltung angebracht; langfristig könnte die Aktie interessant werden.
Positiver gestaltet sich das Bild bei der DHL Group, die auf der Empfehlungsliste steht. Das Unternehmen übernimmt My Flexbox von Star Capital und will damit sein Paketautomatennetz massiv ausbauen. Bis 2030 sind 50.000 Paketautomaten in Deutschland geplant, davon mindestens 25.000 als offene Stationen für mehrere Anbieter. Das Kursziel liegt bei 64 Euro, der Stoppkurs bei 42 Euro.
Insgesamt bleibt das Marktumfeld zweigeteilt: Kurzfristige Risiken durch Zinserwartungen und Unternehmenseinzelthemen stehen mittelfristigen Chancen bei selektiv aufgestellten Titeln gegenüber. Entscheidend werden in den kommenden Wochen die Quartalssaison und weitere Signale der Notenbanken sein.
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