Dieses Video wurde am 17.08.2026 von DER AKTIONÄR TV auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Zum Start in die neue US-Handelswoche zeigen sich die amerikanischen Börsen uneinheitlich: Der S&P 500 notiert nahe seiner jüngsten Rekordstände, der Tech-Sektor gewinnt leicht, während der Dow Jones marginal im Minus liegt. Dünne Handelsvolumina in der Urlaubssaison dämpfen die Ausschläge. Im Mittelpunkt des Marktgeschehens stehen neben der geopolitischen Lage rund um die Straße von Hormus mehrere Einzelwerte: Walmart, Meta, SanDisk, Intel und Alibaba liefern die wichtigsten Impulse der Woche.
Ölmarkt: Strategische Reserven unter Druck
Trotz verbaler Drohungen des US-Präsidenten gegenüber Oman bewegt sich der Ölpreis nur moderat: Brent legt rund 0,8 bis 0,9 Prozent zu. Der scheinbare Gleichmut des Marktes täuscht jedoch über eine ernste Entwicklung hinweg.
Die strategischen Ölreserven der USA sind erstmals seit ihrer Einrichtung unter die symbolische Marke von 300 Millionen Barrel gefallen. Ein kritischer Puffer von mindestens 70 Millionen Barrel muss erhalten bleiben, um Schäden an den Lagerstätten zu verhindern. Gleichzeitig ist der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus massiv eingebrochen:
- Vor Kriegsbeginn passierten täglich rund 130 Öltanker die Meerenge
- Aktuell sind es laut CNBC-Analysen nur noch etwa 13 Schiffe täglich
- Seit Anfang März dauert die Krise an – weit länger als ursprünglich erwartet
- Experten warnen vor strukturellen Schäden bei anhaltender Blockade
ExxonMobil profitiert von diesem Umfeld: Die Aktie hat ihren Abwärtstrend gebrochen, kämpft um die Marke von 160 Dollar und hat bei rund 165 Dollar die nächste Widerstandszone vor sich. Öl-Majors wie ExxonMobil und Chevron erzielen derzeit überdurchschnittliche Gewinne.
Walmart-Aktie: Günstiger Einstieg in unsicheren Zeiten?
Die Walmart Aktie hat zuletzt nachgegeben – was viele Marktbeobachter als attraktive Einstiegsgelegenheit werten. Der Einzelhandelsriese versteht es, kontinuierlich neue Kundensegmente anzusprechen, auch in einem Umfeld mit hohem Preisdruck.
Die US-Verbraucher stehen unter erheblichem finanziellen Stress. Die Kreditkartenverschuldung amerikanischer Haushalte befindet sich auf Rekordniveau, der durchschnittliche Zinssatz auf ausstehende Kreditkartenschulden liegt bei rund 21 Prozent. Immer mehr Konsumausgaben werden über Kreditkarten finanziert – ein klares Zeichen, dass das verfügbare Einkommen nicht ausreicht.
In diesem Umfeld gilt Walmart traditionell als Gewinner: Kostenbewusste Käufer orientieren sich zu günstigeren Anbietern. Quartalszahlen des Konzerns werden am Donnerstag erwartet und könnten den Kurs neu ausrichten. Ebenfalls am Donnerstag berichtet Alibaba.
Meta unter Justizdruck – SanDisk mit Trump-Rückenwind
Der Meta-Konzern gerät an zwei Fronten unter Druck. Im US-Bundesstaat New Mexico hat das Unternehmen einen Prozess verloren, bei dem es darum ging, ob die Plattformen gezielt süchtig machende Mechanismen einsetzen. Die Strafe: rund eine Milliarde Dollar.
Weitaus schwerwiegender ist der Folgetag: Ab dieser Woche verhandeln 23 US-Bundesstaaten gemeinsam denselben Vorwurf gegen Meta. Sollte das Unternehmen auch diesen Prozess verlieren, drohen weitreichende Änderungen an Algorithmen und Plattformdesign – mit direkten Auswirkungen auf das werbebasierte Geschäftsmodell. Die Meta-Aktie bleibt deshalb vorerst unter Beobachtungsdruck.
SanDisk und andere US-Speicherchip-Hersteller profitierten zuletzt von einer unerwarteten politischen Entscheidung: Das Weiße Haus hat einen geplanten Apple-Deal zum Kauf von Speicherchips aus China blockiert. Apple soll stattdessen auf heimische Anbieter zurückgreifen – ein klarer Impuls für SanDisk, Western Digital, Seagate und Micron.
Intel-CEO kauft massiv – Alibaba und Netflix im Blick
Beim Chipkonzern Intel sendet der neue Unternehmenschef ein starkes Signal: Er erwarb zuletzt 100.000 eigene Aktien zu je 95 Dollar. Insider-Käufe in dieser Größenordnung gelten als klares Bekenntnis zum eigenen Unternehmen – schließlich gibt es laut Marktweisheit nur einen Grund, Aktien zu kaufen: die Erwartung steigender Kurse.
Alibaba plant den Verkauf seiner Gaming-Sparte für rund zwei Milliarden Dollar. Wichtiger ist jedoch die KI-Positionierung des Konzerns: Im Vergleich zu US-Pendants gilt Alibaba als deutlich günstiger bewertet, bleibt aber mit politischen Risiken behaftet.
Bei Netflix steht die technische Marke von 90 Dollar im Fokus – dort verläuft die 200-Tage-Linie. Die übergeordnete Frage bleibt, wie der Streamingriese künftiges Wachstum rechtfertigen kann – gerade angesichts des wachsenden Einflusses von KI auf die Unterhaltungsindustrie. Das Werbemodell liefert erste Antworten, reicht dem Markt allein aber noch nicht.
Zusätzlich hat Gold die Marke von 4.000 Dollar je Feinunze hinter sich gelassen – mit positiver Ausstrahlwirkung auf Minenaktien. Die kommenden Quartalszahlen von Walmart, Alibaba und weiteren Schwergewichten dürften die Marktrichtung in den nächsten Tagen maßgeblich mitbestimmen.
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