Dieses Video wurde am 19.08.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Eine wachsende Zahl prominenter Kulturschaffender schaltet sich in den deutschen Wahlkampf ein und macht mit einer öffentlichen Kampagne gegen die AfD mobil. Doch wie wirksam ist solches Engagement wirklich? Der WELT-Fokuskolumnist Jan Fleischhauer äußert erhebliche Zweifel – sowohl an der Wirkung als auch an den Motiven der beteiligten Prominenten. Für ihn überwiegt der Eindruck, dass es vielen Unterzeichnern weniger um politische Wirkung geht als darum, sich selbst auf der „richtigen Seite” zu fühlen.
Lehre aus Amerika: Prominente gegen Trump – und trotzdem verloren
Fleischhauer verweist auf die Erfahrungen aus den USA, wo sich der gesamte Hollywood-Apparat gegen Donald Trump positionierte – und dennoch scheiterte. Dieses Beispiel spreche klar gegen die Annahme, dass Prominente potenzielle AfD-Wähler umentscheiden könnten.
Besonders kritisch äußert er sich über die Schauspielerin Sandra Hüller, die in der Vergangenheit mit politischen Statements aufgefallen sei – unter anderem mit Solidaritätsbekundungen für Gaza und die Palästinenser, ohne dabei den Terror der Hamas zu thematisieren. Das habe sein Vertrauen in ihr politisches Urteilsvermögen nicht gestärkt, so Fleischhauer.
Auch der Begriff „Kulturschaffende”, mit dem sich die Beteiligten selbst beschreiben, stößt ihm auf. Er bezeichnet ihn als „sozialistischen Slang” – und als eine Art Selbstbezichtigung.
Eine alte Figur: Der politisch engagierte Künstler
Das Bild des politisch engagierten Künstlers, der die Massen aufweckt, ist laut Fleischhauer keine neue Erfindung. Es reiche zurück bis in die 1970er Jahre, als Schriftsteller wie Günter Grass und Heinrich Böll „Haltung zeigen” und „Gesicht zeigen” als Leitbegriffe eines ganzen Genres politischen Engagements prägten.
Diese Tradition lebe bis heute fort – in offenen Briefen, Plakataktionen und eben Kampagnen wie der aktuellen gegen die AfD. Geplant sei auch eine Bustour durch Sachsen-Anhalt, bei der Prominente auftreten sollen. Fleischhauer signalisiert zwar Verständnis für direkten Haustürwahlkampf, bezweifelt aber, dass volle Terminkalender eine ernsthafte Beteiligung erlauben werden. Am Ende, so seine Prognose, bleibe es bei der Unterschrift.
AfD bei 28 Prozent – Ursachenforschung bleibt aus
Während die Kampagne läuft, eilt die AfD laut aktuellen Umfragen von Rekord zu Rekord. Eine aktuelle YouGov-Erhebung sieht die Partei bei 28 Prozent, die Union nur noch bei 20 Prozent – ein Abstand von acht Prozentpunkten.
Fleischhauer mahnt, die entscheidende Frage werde dabei kaum gestellt:
- Warum wählen so viele Menschen die AfD?
- Welche politischen Bedürfnisse werden von etablierten Parteien nicht erfüllt?
- Wäre eine Politik, die den Wünschen der Bürger stärker entgegenkommt, nicht wirksamer als Prominentenkampagnen?
Diese Fragen spielten in der öffentlichen Debatte nur eine Nebenrolle, kritisiert er. Stattdessen dominiere das Bedürfnis nach Selbstwirksamkeit – ein Begriff, der „Selbstbewusstsein” abgelöst habe und beschreibe, wie man sich durch Engagement vor allem selbst spüre und wichtig fühle.
Selbstbezug statt politische Wirkung?
Fleischhauers Kernthese ist scharf: Das Engagement vieler Kulturschaffender diene weniger dem Ziel, tatsächlich etwas zu verändern, als dem eigenen Wohlgefühl. „Sich selbst groß fühlen, sich wichtig fühlen, auf der richtigen Seite sein” – was damit politisch bewirkt werde, sei für viele Beteiligte „absolut sekundär”.
Die Debatte um die Promi-Kampagne wirft damit eine grundsätzliche Frage auf, die weit über den deutschen Wahlkampf hinausgeht: Kann prominentes Engagement demokratische Meinungsbildung beeinflussen – oder verfestigt es lediglich bestehende Überzeugungen, ohne neue Wähler zu erreichen? Angesichts anhaltend starker AfD-Umfragewerte dürfte diese Diskussion in den kommenden Wochen weiter an Schärfe gewinnen.
Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.


