Clara von Nathusius: Kanzleramt nicht ausgeschlossen
Clara von Nathusius schließt das Kanzleramt nicht aus: Die 30-jährige Politikerin spricht offen über ihre Ambitionen, Parteikritik und ihre Rolle in der Debatte.
Dieses Video wurde am 03.10.2026 von BILD auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Clara von Nathusius hat sich offen zu ihrer politischen Zukunft geäußert – und dabei auch das Kanzleramt nicht kategorisch ausgeschlossen. Die 30-jährige Politikerin und Parteikritikerin erklärte, sie traue sich eine solche Rolle durchaus zu, betonte jedoch gleichzeitig, dass sie derzeit vor allem durch freies Reden, kritische Debatten und eine wachsende öffentliche Präsenz wirken wolle.
„Ich würde niemals nie sagen” – Ambitionen mit Maß
Auf die Frage, wo sie sich in zwei bis fünf Jahren sehe, gab sich von Nathusius zunächst zurückhaltend: Sie wolle weiterhin reden, kritisch sein – auch gegenüber der eigenen Partei – und auf möglichst vielen Plattformen möglichst viele Menschen erreichen. Ein politisches Amt strebe sie derzeit nicht aktiv an.
Doch dann folgte die bemerkenswerte Einschränkung: „Ich würde niemals nie sagen.” Das Kanzleramt sei zwar eine Frage der Perspektive und des richtigen Zeitpunkts, grundsätzlich ausschließen wolle sie es aber nicht. Wer ständig andere Politikerinnen und Politiker kritisiere, der müsse auch selbst den Anspruch haben, es besser oder zumindest ebenso gut machen zu können – „sonst wäre das kompletter Wahnsinn”, so von Nathusius.
Kritik an der eigenen Partei als politisches Instrument
Von Nathusius betont, dass ihr aktueller Wirkungsweg keineswegs wirkungslos sei. In den vergangenen Wochen habe sie innerparteiliche Debatten angestoßen – insbesondere rund um das Thema Brandmauer –, die so in der Öffentlichkeit zuvor nicht geführt worden seien.
Diese Form des politischen Engagements abseits von Mandaten und Parteiämtern sei ihr derzeit wichtiger als formelle Funktionen. Auf entsprechende Nachfragen von außen, ob sie ein Mandat oder eine Funktion in der Partei anstrebe, reagiert sie regelmäßig mit dem Hinweis, dass dies allein ihre Entscheidung sei – und dass sie aktuell schon „extrem viel bewegen” könne.
Mit 30 Jahren: Politische Laufbahn noch am Anfang
Ein zentrales Argument von Nathusius’ ist ihr Alter: Mit 30 Jahren stehe sie noch am Beginn einer möglichen politischen Karriere. Entsprechend müsse man alle Aussagen über Ämter und Ziele in die richtige Perspektive rücken.
- Sie glaubt grundsätzlich daran, Politikerin sein zu können – sonst würde sie das Ganze nicht machen.
- Ein politisches Amt ist für sie kein kurzfristiges Ziel, aber auch kein dauerhafter Ausschluss.
- Die Debatte um die Brandmauer gilt ihr als Beleg für ihren aktuellen politischen Einfluss.
- Mehr Zuhörerinnen und Zuhörer auf verschiedenen Plattformen ist ein erklärtes Nahziel.
- Kritik an Parteikolleginnen und -kollegen versteht sie als Ausdruck eines eigenen Führungsanspruchs.
Einordnung: Öffentliche Stimme mit wachsendem Gewicht
Clara von Nathusius steht exemplarisch für eine neue Generation politisch aktiver Persönlichkeiten, die ihren Einfluss zunächst über öffentliche Debatten und soziale Medien aufbauen, bevor sie formelle Parteifunktionen anstreben. Ihr Umgang mit der Kanzleramts-Frage – weder abwimmeln noch vollmundig versprechen – zeigt dabei politisches Kalkül: Selbstbewusstsein ohne Überheblichkeit.
Ob aus der kritischen Stimme von heute eine Kandidatin von morgen wird, bleibt offen. Klar ist: Von Nathusius positioniert sich bewusst und hat offenbar keine Scheu, langfristige Ambitionen zumindest anzudeuten.
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