Dieses Video wurde am 20.08.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Friedrich Merz hat laut dem aktuellen ZDF-Politbarometer einen neuen persönlichen Negativrekord erreicht. Auf der Beliebtheitsskala von +5 bis −5 kommt der CDU-Vorsitzende auf einen Wert von −1,9 – ein weiterer Rückgang gegenüber dem Wert von −1,5 Ende Juli. Gleichzeitig wächst der Zweifel an seinem Rückhalt in der eigenen Partei erheblich. Die Zahlen zeichnen ein deutliches Bild eines Politikers unter zunehmendem Druck.
Friedrich Merz erreicht neuen Negativrekord im Politbarometer
Das ZDF-Politbarometer misst regelmäßig die Beliebtheit führender Politikerinnen und Politiker in Deutschland. Die Skala reicht von +5 (sehr positiv) bis −5 (sehr negativ). Der aktuelle Wert von −1,9 für Merz markiert den schlechtesten Stand, den der CDU-Chef bislang in dieser Erhebung erzielt hat.
Noch Ende Juli lag Merz bei −1,5. Innerhalb weniger Wochen hat sich sein Wert damit spürbar verschlechtert. Der Trend zeigt: Sowohl in der breiten Bevölkerung als auch unter politisch stärker engagierten Bürgerinnen und Bürgern schwindet das Vertrauen in den Unions-Chef kontinuierlich.
Dieser Rückgang ist bemerkenswert, weil Merz als Kanzler einer Regierungskoalition eigentlich auf eine Phase der Stabilisierung seines öffentlichen Images angewiesen wäre. Stattdessen setzt sich der negative Trend fort.
Parteiinterner Rückhalt massiv in Zweifel gezogen
Besonders brisant sind die Zahlen zum parteiinternen Rückhalt. Laut Politbarometer glauben 80 Prozent aller Befragten, dass die CDU nicht vollständig hinter ihrem Vorsitzenden steht. Das ist eine überwältigende Mehrheit – und sie zieht sich sogar durch die eigene Anhängerschaft.
Selbst unter Unionsanhängern zweifeln 67 Prozent daran, dass Merz den vollen Rückhalt seiner Partei genießt. Das bedeutet: Nur etwa jeder dritte CDU-Sympathisant ist überzeugt, dass der Parteichef uneingeschränkte Unterstützung aus den eigenen Reihen erhält.
- 80 % aller Befragten sehen keinen vollen Rückhalt der CDU für Merz
- 67 % der Unionsanhänger teilen diesen Zweifel
- Merz’ Beliebtheitswert liegt bei −1,9 (Skala: +5 bis −5)
- Ende Juli betrug der Wert noch −1,5
Diese Diskrepanz zwischen Führungsanspruch und wahrgenommenem Parteirückhalt ist politisch heikel. Sie kann die Durchsetzungsfähigkeit eines Parteivorsitzenden nach innen wie nach außen schwächen.
Pistorius weiter beliebtester Politiker – Weidel am Ende
Während Merz mit seinen Tiefstwerten kämpft, behauptet Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) erneut seinen Spitzenplatz im Beliebtheitsranking des Politbarometers. Der SPD-Politiker genießt parteiübergreifend hohes Ansehen und gilt seit Monaten als konstanteste Größe in der deutschen Politikbewertung.
Das Schlusslicht der aktuellen Erhebung bildet AfD-Chefin Alice Weidel. Sie erzielt die schlechtesten Werte aller abgefragten Politikerinnen und Politiker – ein Ergebnis, das sich in ähnlicher Form bereits in früheren Politbarometer-Ausgaben gezeigt hat.
Das Ranking verdeutlicht die politische Polarisierung in Deutschland: Auf der einen Seite steht Pistorius als überparteilich respektierter Sicherheitspolitiker, auf der anderen Seite Weidel als polarisierende Oppositionsführerin mit stark negativen Zustimmungswerten in der Gesamtbevölkerung.
Einordnung: Merz unter anhaltendem Druck
Die aktuellen Zahlen des ZDF-Politbarometers setzen Merz weiter unter Druck – sowohl von außen als auch aus der eigenen Partei. Ein CDU-Vorsitzender und Kanzler, dem drei von vier Unionsanhängern keinen vollen Rückhalt in der eigenen Partei attestieren, steht vor einer erheblichen Glaubwürdigkeitsherausforderung.
Ob und wie Merz auf diese Entwicklung reagiert – durch politische Kursanpassungen, eine stärkere innerparteiliche Kommunikation oder programmatische Impulse – wird entscheidend dafür sein, ob sich der Negativtrend in kommenden Erhebungen fortsetzt oder umkehrt. Die nächsten Politbarometer-Ausgaben dürften mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt werden.
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