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Nahrungsergänzungsmittel: Was wirklich nützt

Brauchen wir Nahrungsergänzungsmittel wirklich? Was Ernährungsmediziner zu Vitamin D, B12, Magnesium und Heilpflanzen sagen – und wer sie tatsächlich braucht.

Redaktion · 21. September 2026, 16:25 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 21.09.2026 von ntv Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Ob Vitamingummibärchen, Kapseln oder Proteinpulver – Nahrungsergänzungsmittel sind in Deutschland ein Massenphänomen. Laut aktuellen Umfragen nehmen 77 Prozent der Deutschen regelmäßig Supplemente ein, jeder Zweite sogar mindestens einmal pro Woche. Doch Ernährungsmediziner sind skeptisch: Die meisten Menschen haben keinen echten Versorgungsmangel und brauchen deshalb keine zusätzlichen Präparate. Wer tatsächlich von Supplementen profitiert, welche Produkte einen wissenschaftlichen Nachweis haben und wo Vorsicht geboten ist, zeigt der folgende Überblick.

Wer wirklich einen Mangel hat – und wer nicht

Ernährungsmediziner betonen einhellig: Der überwiegende Teil der Bevölkerung leidet unter keinem nachweisbaren Nährstoffmangel. Eine gezielte Supplementierung ist daher nur für bestimmte Risikogruppen sinnvoll.

  • Schwangere haben erhöhten Bedarf an Folsäure und Eisen.
  • Ältere Menschen nehmen Nährstoffe über den Darm schlechter auf und haben oft einen Vitamin-D-Mangel.
  • Veganerinnen und Veganer können Vitamin B12 ausschließlich über tierische Produkte aufnehmen und sollten es daher supplementieren.
  • Menschen mit Vorerkrankungen können je nach Diagnose einen spezifischen Mehrbedarf haben.

Vor dem Kauf eines Präparats empfehlen Fachleute stets einen Arztbesuch. Nur ein Bluttest kann belegen, ob überhaupt ein Defizit vorliegt. Anschließend sollte zunächst versucht werden, den Mangel über eine angepasste Ernährung auszugleichen.

Vitamin D, B12, Jod: Diese Supplemente sind am ehesten sinnvoll

Unter all den beworbenen Präparaten gibt es einige, bei denen ein Mangel in der deutschen Bevölkerung tatsächlich verbreitet ist und eine Supplementierung daher medizinisch begründet sein kann.

Vitamin D wird vom Körper mithilfe von Sonnenlicht in der Haut gebildet. In den sonnenarmen Wintermonaten reicht die Eigenproduktion für viele Menschen nicht aus. Vitamin B12 ist besonders für Veganer relevant, da es fast ausschließlich in tierischen Lebensmitteln vorkommt. Jod und Calcium zählen ebenfalls zu den Nährstoffen, bei denen in Deutschland häufiger Unterversorgungen beobachtet werden.

Wichtig: Auch bei diesen Mitteln gilt die ärztliche Abklärung als Pflicht, bevor mit der Einnahme begonnen wird. Eine Überdosierung ist möglich und kann zu Magen-Darm-Beschwerden oder im schlimmsten Fall zu Organschäden führen.

Was Hersteller werben dürfen – und was verboten ist

Die Vermarktung von Nahrungsergänzungsmitteln unterliegt strengen gesetzlichen Regeln. Die europäische Health-Claims-Verordnung legt fest, welche Aussagen über Nährstoffe zulässig sind.

Erlaubt sind allgemeine, wissenschaftlich belegte Nährwertaussagen – etwa: „Calcium wird für die Erhaltung der Knochen benötigt.” Verboten hingegen sind konkrete Heilversprechen wie: „Calcium schützt vor Osteoporose.” Solche Aussagen gelten als Irreführung. In der Praxis – vor allem in sozialen Netzwerken – werden diese Grenzen jedoch häufig überschritten. Verbrauchern empfiehlt es sich, Werbeversprechen kritisch zu hinterfragen und ausschließlich auf Produkte zu setzen, deren Wirkung wissenschaftlich nachgewiesen ist.

Rechtlich gelten Nahrungsergänzungsmittel als Lebensmittel, nicht als Arzneimittel. Sie dürfen daher keine heilenden Wirkungen beanspruchen.

Heilpflanzen als belegte Alternative

Anders als viele Nahrungsergänzungsmittel verfügen bestimmte Heilpflanzen über wissenschaftlich nachgewiesene Wirkstoffe und sind in der Phytotherapie anerkannt. Ernährungsmediziner nennen vier besonders gut untersuchte Beispiele:

  • Lavendel wirkt beruhigend und kann bei Unruhezuständen und Schlafproblemen helfen.
  • Johanniskraut ist bei leichten bis mittelschweren Depressionen wirksam belegt.
  • Weißdorn unterstützt die Herzkreislauffunktion, insbesondere beim alternden Herzen, und gilt als gut verträglich.
  • Ginkgo kann die Durchblutung fördern; die Blätter des Urbaums werden seit Jahrhunderten medizinisch genutzt.

Auch wenn Heilpflanzen ein besseres Wirkungsprofil aufweisen als viele Supplemente, sollte ihre Anwendung bei ernsteren Beschwerden ebenfalls mit einem Arzt besprochen werden.

Nahrungsergänzungsmittel für Kinder: Vorsicht ist geboten

Laut Studien bekommt jedes zehnte Kind in Deutschland Nahrungsergänzungsmittel – meist Vitaminpräparate, weil Eltern den einseitigen Geschmack ihrer Kinder kompensieren möchten. Ernährungsmediziner warnen jedoch: Für gesunde Kinder ohne nachgewiesenen Mangel gibt es keinen wissenschaftlichen Beleg, dass Vitaminpräparate einen gesundheitlichen Vorteil bieten.

Hinzu kommt das Risiko einer Überdosierung, die gerade bei Kindern Bauchweh verursachen oder Organe schädigen kann. Auch hier gilt: Zuerst einen Arzt aufsuchen, einen möglichen Mangel diagnostizieren lassen und im ersten Schritt die Ernährung abwechslungsreicher gestalten. Supplemente sollten immer die letzte, nicht die erste Wahl sein.

Fazit: Nahrungsergänzungsmittel sind für die meisten Deutschen überflüssig. Wer zur Risikogruppe gehört oder Symptome eines Mangels bemerkt, sollte den Weg zum Arzt gehen – statt blind auf Werbeversprechen aus sozialen Netzwerken zu vertrauen. Eine ausgewogene Ernährung bleibt die beste Grundlage für eine gute Nährstoffversorgung.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (ntv Nachrichten). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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