DAX und Wall Street unter Druck: Ölpreis treibt Märkte
Steigende Ölpreise und Anleiherenditen belasten DAX und Wall Street. Einzelwerte wie Amazon, Blackberry und Cintas im Fokus – alle Entwicklungen im Überblick.
Dieses Video wurde am 24.09.2026 von DER AKTIONÄR TV auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Der steigende Ölpreis und kräftig gestiegene Anleiherenditen belasten die internationalen Märkte spürbar. Der DAX tritt bei rund 25.300 Punkten auf der Stelle, während die US-Futures ebenfalls im Minus notieren – der NASDAQ 100 rund ein Prozent schwächer, der S&P 500 etwa 0,5 Prozent. Nach Rekordständen am Dienstag kühlt die Stimmung an den Börsen merklich ab. Geopolitische Risiken, insbesondere rund um die Straße von Hormuz, geben den Takt vor.
Ölpreis und Anleiherenditen als Belastungsfaktoren
Die Nordseesorte Brent hat die Marke von 105 US-Dollar überschritten, WTI stieg auf über 93 Dollar – vor wenigen Tagen noch unter der 90-Dollar-Schwelle. Auslöser sind erneute Angriffe auf einen Tanker in der Straße von Hormuz sowie Forderungen des Iran zur Öffnung der Seestraße. Eine Reaktion der USA steht noch aus.
Parallel dazu haben die Anleiherenditen deutlich angezogen. Die 30-jährigen US-Staatsanleihen erreichten den höchsten Stand seit dem Jahr 2004. Diese Kombination aus steigenden Energiepreisen und höheren Finanzierungskosten erhöht die Inflationssorgen und nährt Erwartungen weiterer Zinserhöhungen.
Profiteure dieser Lage sind Energieaktien wie Chevron und Occidental Petroleum, die vorbörslich zulegen. Auf der Verliererseite stehen Tech- und KI-Werte, darunter Nvidia.
DAX: Defensive Werte gefragt, Rüstung und VW schwach
Im deutschen Leitindex zeigt sich ein bekanntes Muster: In unsicheren Marktphasen sind defensive Aktien gefragt. Beiersdorf gehört zu den wenigen Gewinnern und legte in den vergangenen zwölf Monaten rund 12 Prozent zu. MTU profitiert von einer Hochstufung durch die Citigroup von „Verkaufen” auf „Kaufen”.
Auf der Verliererseite stehen:
- Rheinmetall: Rüstungswerte geraten trotz geopolitischer Spannungen unter Druck
- Hensoldt: Auch der Rüstungszulieferer aus der zweiten Reihe gibt nach
- Volkswagen: Nach der Gewinnwarnung vom 18. September setzt sich der Abwärtstrend fort
- Tech-Werte wie Nokia notieren europaweit schwächer
Im SDAX fiel LPKF Laser nach einem Kurssprung von bis zu 20 Prozent infolge von Übernahmegerüchten wieder um rund 10 Prozent – klassische Gewinnmitnahmen.
Amazon investiert Milliarden in Indiens Quick-Commerce-Markt
Amazon verstärkt sein Engagement in Indien erheblich. Konkret plant der Konzern Investitionen von 3 Milliarden US-Dollar in den indischen Quick-Commerce-Markt: 1 Milliarde bis Ende 2027, weitere 2 Milliarden bis 2030. Das Gesamtinvestment in Indien beläuft sich damit auf 48 Milliarden Dollar.
Der indische Quick-Commerce-Markt soll laut Expertenprognosen von 19 auf 41 Milliarden Dollar wachsen. Amazons aktueller Marktanteil liegt bei 6,2 Prozent – dieser soll durch den Ausbau der Standorte von 750 auf rund 1.300 bis April 2027 deutlich erhöht werden. Die Amazon-Aktie hat zuletzt korrigiert, gilt aber weiterhin als Dauerempfehlung mit einem Kursziel von 341 US-Dollar.
Einzelwerte: Blackberry überzeugt, MGM-Übernahme gescheitert
Blackberry überraschte mit starken Quartalszahlen: Der Umsatz stieg um 26 Prozent, das bereinigte EBITDA legte um 81 Prozent zu – beides deutlich über den Analystenerwartungen. Das Unternehmen ist längst kein Smartphone-Hersteller mehr, sondern positioniert sich als Software- und KI-Zulieferer, unter anderem mit dem Kernprodukt QNX für autonomes Fahren. Kooperationen mit Nvidia und Automobilherstellern stützen das neue Geschäftsmodell. Vorbörslich legte die Aktie zunächst 4 bis 5 Prozent zu.
Bei MGM Resorts platzte dagegen eine geplante Übernahme durch den Großaktionär Peel Holdings. Die Take-Private-Transaktion scheiterte an fehlenden Rahmenbedingungen. Peel hält weiterhin rund 27 Prozent der Anteile und dürfte Druck auf Aktienrückkäufe ausüben. Die MGM-Aktie verliert vorbörslich rund 10 Prozent.
Cintas übertraf beim Umsatz erstmals die Marke von 3 Milliarden Dollar in einem Quartal (+10,9 %) und hob die Jahresziele leicht an – dennoch schloss die Aktie gestern 3,4 Prozent im Minus, da Anleger offenbar mehr erwartet hatten. Der Arbeitskleidungs- und Uniformdienstleister bleibt langfristig eine Empfehlung mit Kursziel 227 Dollar. Der Modehändler H&M enttäuschte trotz eines EBIT-Anstiegs von 22 Prozent mit schwachem Umsatzwachstum von währungsbereinigt nur 1 Prozent – die Aktie gab zeitweise 4 bis 5 Prozent nach. Auch Konkurrent Inditex fiel unter die 200-Tage-Linie, was die allgemeine Schwäche in der Modebranche unterstreicht.
Die Märkte bleiben vorerst im Bann der Geopolitik. Ob Gespräche am UN-Gipfel – darunter das Treffen von Donald Trump mit Chinas Staatschef zu Themen wie Zölle und Seltene Erden – für Entspannung sorgen, bleibt abzuwarten. Anleger tun gut daran, die Entwicklungen bei Ölpreisen und Anleiherenditen weiter genau zu verfolgen.
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