Thursday, 24. September 2026
Arife

Biontech-Abspaltung: Streit um Patente und Erbe

Die Biontech-Gründer Türeci und Şahin wollen mit ihrer neuen Firma neu starten – doch die Biontech-Abspaltung stockt wegen ungelöster Patentfragen.

Redaktion · 24. September 2026, 16:54 Uhr · 3 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 24.09.2026 von Handelsblatt auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die Biontech-Abspaltung der Unternehmensgründer Özlem Türeci und Uğur Şahin droht zu scheitern. Die beiden Biotech-Pioniere haben sich von Biontech getrennt, um mit ihrem neuen Unternehmen Arife einen Neustart zu wagen. Doch die Trennung gestaltet sich weit schwieriger als erwartet: Zwischen dem Gründerpaar und dem Management ihrer bisherigen Firma schwelt ein ernsthafter Konflikt um die Aufteilung von Patenten, Wirkstoffen und anderen Vermögenswerten – und die Zeit drängt.

Neues Unternehmen steht, doch die Grundlage fehlt

Arife hat bereits einen Namen und einen offiziellen Registereintrag. Doch damit endet die gute Nachricht vorerst: Unklar ist nach wie vor, mit welchen Patenten und Wirkstoffprojekten das neue Unternehmen an den Start gehen kann. Der geplante Launch soll in etwa drei Monaten stattfinden – ein ambitionierter Zeitplan angesichts der festgefahrenen Verhandlungen.

Besonders brisant ist die Lage für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie sollten eigentlich längst Klarheit darüber haben, wie die Vermögenswerte aufgeteilt werden. Der entsprechende Termin wurde jedoch wiederholt verschoben, sodass es inzwischen keinen verlässlichen Zeitplan mehr gibt. Die Unsicherheit im Unternehmen ist demnach erheblich.

Eine Scheidung, die selten harmonisch verläuft

Insider beschreiben die Situation als das, was sie im Kern ist: eine Unternehmensscheidung – und die verlaufe selten harmonisch. Türeci soll Biontech sogar vorgeworfen haben, ihr die eigene Firma zu „enteignen”. Ob dieser Vorwurf rechtlich substanziell ist, bleibt offen. Er verdeutlicht jedoch, wie angespannt das Verhältnis zwischen den Gründern und dem bisherigen Management offenbar geworden ist.

Erschwerend kommt hinzu, dass es kaum vergleichbare Trennungsfälle in der Biotech-Branche gibt, an denen sich die Parteien orientieren könnten. Die rechtliche Komplexität ist entsprechend hoch, und jede strittige Frage kann den gesamten Prozess weiter verzögern.

Biontech sitzt am längeren Hebel

Das Kräfteverhältnis in den Verhandlungen ist eindeutig: Biontech hält die Patente – und damit das entscheidende Druckmittel. Şahin und Türeci müssen das Unternehmen für alle Wirkstoffprojekte, die sie zu Arife mitnehmen wollen, angemessen entschädigen. Wie hoch diese Kompensation ausfällt, ist Teil des Streits.

Die Konsequenzen eines Scheiterns wären asymmetrisch verteilt:

  • Für Biontech wäre ein Scheitern der Verhandlungen weniger existenziell – die Patente verbleiben im Unternehmen.
  • Für Şahin und Türeci hingegen würde ein Scheitern bedeuten, dass Arife ohne die angestrebten Wirkstoffe starten müsste – oder gar nicht.
  • Für die Mitarbeitenden von Arife bliebe die Ungewissheit über ihre künftige Rolle und Arbeitsbasis bestehen.
  • Für die Biotech-Branche wäre ein vollständiges Scheitern ein ungewöhnlicher und aufsehenerregender Präzedenzfall.

Einigung oder Scheitern – beide Szenarien sind möglich

Die Verhandlungen sollen laut Insidern in den kommenden Wochen zu einem Abschluss kommen. Gleichzeitig schließen Beteiligte nicht aus, dass sie vollständig scheitern. Das wäre für das Gründerpaar, das Biontech mit aufgebaut und mit dem mRNA-Impfstoff gegen Covid-19 weltbekannt gemacht hat, ein herber Rückschlag beim Neuanfang.

Der Fall zeigt, wie komplex der Abgang von Gründerpersönlichkeiten aus ihren eigenen Unternehmen sein kann – erst recht, wenn geistiges Eigentum und milliardenschwere Wirkstoffpipelines auf dem Spiel stehen. Wie die Verhandlungen zwischen Arife und Biontech ausgehen, dürfte nicht nur für die beiden Parteien, sondern für die gesamte europäische Biotech-Landschaft richtungsweisend sein.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (Handelsblatt). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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