CDU in der Krise: Fassungslosigkeit über Spahn & Co.
In der CDU herrscht Fassungslosigkeit: Jens Spahn, Philip Amthor und Friedrich Merz sorgen für Chaos. Wie tief steckt die Union in der Krise?
Dieses Video wurde am 28.09.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die CDU liefert sich derzeit selbst die schwersten Schläge: Patzer von Jens Spahn, ein imageschädigendes Auftreten von Philip Amthor und der anhaltende Druck auf Parteichef Friedrich Merz sorgen in der Union für offene Fassungslosigkeit. An der Parteibasis und unter Spitzenpolitikern wächst die Frage, wie es so weit kommen konnte – und ob die SPD die Gunst der Stunde nutzt.
CDU-Krise von innen: Spahn, Amthor und Merz unter Druck
Die Häufung von Negativschlagzeilen aus den eigenen Reihen lässt selbst CDU-Politiker fassungslos zurück. Jens Spahn ließ sich krankschreiben und fehlte anschließend im Haushaltsausschuss – ein Schritt, der bei Abgeordneten für erheblichen Unmut sorgte. Aus dem Ausschuss wurde sogar die Forderung laut, Spahn solle sein Mandat dort wieder abgeben.
Parallel dazu kursiert eine Dokumentation, die Philip Amthor dabei zeigt, wie er einen Strandkorb ins Kanzleramt bringen lässt – ein Bild, das in der aktuellen politischen Lage als abgehoben und deplatziert wahrgenommen wird. CDU-Politiker aus der Basis berichten, dass solche Vorfälle fast im Wochentakt auftreten und das Vertrauen in die Parteiführung untergraben.
Hinzu kommt der wachsende innerparteiliche Druck auf Friedrich Merz. Einzelne Ministerpräsidenten der Union haben öffentlich Steuerthemen wie Tabak- und Zuckersteuer auf die Agenda gesetzt – eine Positionierung, die sich direkt gegen den Parteivorsitzenden richtet.
Koalitionspoker in Berlin: Linke zwischen Offensive und Kompromiss
Während die Union mit sich selbst beschäftigt ist, laufen in Berlin die Sondierungsgespräche zwischen SPD, Grünen und der Linkspartei an – trotz erheblicher Kritik aus den Bundesparteien. Die Berliner Linke hatte bei der Wahl ein überraschend starkes Ergebnis erzielt, knapp sechs Prozentpunkte vor der CDU.
Die Linkspartei geht dabei selbstbewusst in die Verhandlungen und versteht ihr Wahlergebnis als Mandat für ihre Kernforderungen:
- Festhalten an den Vergesellschaftungsplänen für Wohnraum
- Offensive gegen Kritik von außen, die als Kampagne gewertet wird
- Strafanzeige gegen CSU-Innenminister Alexander Dobrindt wegen einer Aussage über Linken-Politikerin Elif Eralb
- Signalisierung von Kompromissbereitschaft bei gleichzeitigem Beharren auf roten Linien
Ob eine Koalition zustande kommt, bleibt offen. Allein der Einstieg in Sondierungen bedeutet noch keine Einigung – zumal innerhalb der SPD die Stimmen, die vor einer Koalition mit der Linken warnen, nicht verstummt sind.
Reformstau in der Bundesregierung: Pflege, Rente, Steuern
Auf Bundesebene wächst der Reformstau weiter. Bei der Pflegereform prallen die Vorstellungen von CDU und SPD unversöhnlich aufeinander. Die SPD dringt auf eine Annäherung zwischen privater und gesetzlicher Pflegeversicherung nach dem Solidaritätsprinzip, während die Union dagegen Widerstand leistet.
Ähnliche Blockaden zeigen sich bei der Rentenpolitik – insbesondere beim Streit um die Rente mit 63 – sowie in der Steuerpolitik. CDU-Ministerpräsidenten haben zuletzt Tabak- und Zuckersteuer ins Gespräch gebracht, was intern als weiteres Signal der Uneinigkeit gewertet wird. Beide Koalitionspartner schieben sich gegenseitig die Verantwortung zu, ohne dass eine gemeinsame Linie erkennbar wäre.
Deutschlands Rolle im Ukraine-Krieg: Reden ohne Ergebnis?
Außenpolitisch hat Außenminister Johann Wadephul am Rande der UN-Generalversammlung ein Gespräch mit seinem russischen Amtskollegen geführt. Die Reaktionen darauf fallen gemischt aus. Russland nutzte den Kontakt für seine Propagandamaschinerie, während innenpolitisch – besonders nach den Wahlen in Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin – der Druck gewachsen war, überhaupt diplomatische Kanäle zu öffnen.
Das Gespräch brachte keine konkreten Ergebnisse, was angesichts der russischen Kriegsstrategie auch kaum zu erwarten war. Dennoch: Der Versuch, mit Moskau im Dialog zu bleiben, hat innenpolitisch zumindest symbolischen Wert – gerade gegenüber Wählerinnen und Wählern, die dem AfD- und BSW-Argument folgten, Deutschland rede nicht mit Russland. Ob daraus echter Einfluss auf den Kriegsverlauf entstehen kann, bleibt höchst fraglich.
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die CDU ihre internen Turbulenzen in den Griff bekommt – oder ob die Häufung von Fehltritten nachhaltig an ihrer Glaubwürdigkeit als Regierungspartei kratzt.
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