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Donald Trump

Trumps Wirtschaftspolitik: Was wirklich dahintersteckt

Trumps Wirtschaftspolitik verspricht Jobs und Wohlstand – doch Ökonomin Samina Sultan zeigt, wo die US-Wirtschaft vor den Zwischenwahlen wirklich steht.

Redaktion · 3. October 2026, 10:00 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 03.10.2026 von Handelsblatt auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Kurz vor den US-amerikanischen Zwischenwahlen präsentiert die Trump-Administration eine Erfolgsbilanz: sinkende Arbeitslosigkeit, wachsendes Bruttoinlandsprodukt, Milliardeninvestitionen im Stahlsektor. Doch Trumps Wirtschaftspolitik steht unter kritischer Beobachtung. Außenhandelsexpertin Samina Sultan vom Institut der Deutschen Wirtschaft Köln ordnet ein, welche Versprechen aufgehen – und welche nicht. Das Ergebnis ist ein differenziertes Bild: Wachstum ja, aber zunehmend ungleich verteilt und auf wackeligem Fundament.

Stahlwerk-Ankündigung: Investition oder Wahlkampfshow?

Im Weißen Haus präsentierte Trump eine spektakuläre Ansiedlung: Eine indische Unternehmensgruppe, zu der Mesabi Metallics gehört, will in Iowa ein 15 Milliarden Dollar schweres Stahlwerk errichten – angeblich das größte der Welt. Trump wertet das als direktes Ergebnis seiner Zollpolitik: Seit er die Stahlzölle auf 50 Prozent angehoben habe, kämen Investitionen ins Land.

Sultan hält dagegen: Die USA seien seit vielen Jahren ein attraktiver Investitionsstandort – wegen des großen Binnenmarkts, niedriger Energiekosten und vergleichsweise geringer Bürokratie. Ob die Zölle der ausschlaggebende Faktor sind, ist demnach fraglich. Zudem gebe es ein klares Muster bei solchen Ankündigungen: Es handele sich bislang meist um Absichtserklärungen ohne konkreten Zeithorizont.

Ob die versprochenen mehreren tausend Dauerarbeitsplätze tatsächlich entstehen, bleibt offen. Die politische Dimension der Veranstaltung im Weißen Haus – in einem angespannten bilateralen Verhältnis zwischen den USA und Indien – sei dabei nicht zu übersehen.

KI-Boom überdeckt strukturelle Schwächen

Die US-Wirtschaft wächst – doch der Motor ist nicht die Reindustrialisierung, sondern der Boom rund um Künstliche Intelligenz. Rechenzentren, Datencenter und KI-Infrastruktur treiben Investitionen und Aktienkurse, insbesondere im S&P 500. Das federt viele Nebenwirkungen der Zollpolitik und der restriktiven Migrationspolitik ab.

Gleichzeitig gilt: Es wird zwar mehr in Fabriken gebaut, doch entstehen dabei kaum neue Industriearbeitsplätze im verarbeitenden Gewerbe. Sultan urteilt klar: „Das Versprechen geht nicht auf.”

Die Wirtschaft entwickelt sich dabei zunehmend in Form eines K-Shape-Modells:

  • Obere Einkommensschichten profitieren durch steigende Aktiendividenden und den KI-Boom.
  • Untere Einkommensschichten leiden unter höheren Preisen für Lebensmittel und Kraftstoff.
  • Wachsende Angst vor Jobverlust durch KI belastet besonders einkommensschwache Haushalte.
  • Steigende Automobilkredite und Haushaltsinsolvenzen signalisieren finanzielle Überlastung.

Dass der Konsum insgesamt noch stabil wirkt, erklärt sich laut Sultan dadurch, dass die oberen 20 Prozent der Einkommensbezieher 40 bis 60 Prozent des gesamten Konsums ausmachen – die Statistik verdeckt die tatsächliche Lage vieler Haushalte.

Inflation und Energiepreise belasten die Bevölkerung

Die offizielle Inflationsrate lag zuletzt bei 3,4 Prozent im Jahresvergleich, die Kerninflation ohne Energie und Lebensmittel bei rund 3 Prozent – noch deutlich über dem Zielwert von 2 Prozent. Für viele Amerikanerinnen und Amerikaner ist besonders der Preisanstieg bei Energie spürbar: Benzin verteuerte sich um 16 Prozent, Diesel sogar um 27 Prozent.

Finanzminister Scott Bessent argumentiert, diese Energieschocks würden sich nicht in der Kerninflation niederschlagen und sobald der Irankrieg ende, würden die Preise sinken. Doch Sultan hält diese Prognose für unsicher: Der Konflikt sei zu tiefgreifend, um sich in wenigen Wochen aufzulösen. Das Thema Affordability – also Lebenshaltungskosten – werde daher das zentrale Wahlkampfthema bei den Midterms bleiben.

Als Indikator für den tatsächlichen Konsumstress gilt der steigende Umsatz bei Discountern wie Walmart: Verbraucher kaufen häufiger, aber in kleineren Mengen – ein Zeichen für Unsicherheit und geringere Kaufkraft.

Staatsschulden als strukturelles Risiko

Im August 2025 überschritten die US-Bundesschulden die Marke von 40 Billionen Dollar – mehr als 100 Prozent der Wirtschaftsleistung. Das jährliche Haushaltsdefizit liegt bei rund 2 Billionen Dollar, anstatt der von Bessent versprochenen 3 Prozent des BIP werden etwa 6 Prozent erreicht. Allein die Zinslast übersteigt inzwischen die gesamten US-Verteidigungsausgaben.

Sultan sieht im laufenden Defizit das akutere Problem: Steigende Zinsen auf 30-jährige Staatsanleihen signalisieren, dass auch Anleger zunehmend an der fiskalischen Tragfähigkeit zweifeln. Die ursprüngliche Rechnung der Regierung – Steuerausfälle durch Zolleinnahmen zu kompensieren – wurde zudem durch ein Supreme-Court-Urteil erschüttert, das die Rückerstattung erheblicher Zollsummen erzwang.

Das US-Wachstum bleibt damit eine Wette auf den KI-Boom. Hält der an, könnte das System noch eine Weile funktionieren. Bricht er ein, droht eine ernste Haushaltskrise. Eine langfristige wirtschaftspolitische Strategie – mit weniger Protektionismus und mehr Kooperation mit Handelspartnern – wäre laut Sultan nachhaltiger als kurzfristige Wahlkampfmaßnahmen, die meist wie ein Strohfeuer wirken. Ob die Trump-Administration vor den Midterms noch die Kurve kriegt, dürfte die Wählerinnen und Wähler im November entscheiden.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (Handelsblatt). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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