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Bundesgesundheitsministerium

Cochrane-Institut verliert Bundesförderung

Das Bundesgesundheitsministerium streicht dem Cochrane-Institut ab 2027 die Förderung – rund 1 Million Euro jährlich fallen weg. Kritiker sehen einen politischen Zusammenhang.

Redaktion · 4. October 2026, 12:00 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 04.10.2026 von NIUS auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Das Cochrane-Institut verliert ab Ende 2027 seine staatliche Förderung durch das Bundesgesundheitsministerium. Rund eine Million Euro jährlich erhält die Stiftung bislang aus dem Etat des Ministeriums – damit ist es dann vorbei. Offiziell begründet das Ministerium den Schritt mit veränderten Rahmenbedingungen und haushaltspolitischen Vorgaben. Kritiker hingegen sehen einen direkten Zusammenhang mit den unbequemen wissenschaftlichen Ergebnissen des Instituts – insbesondere zur Wirksamkeit der Maskenpflicht während der Coronapandemie.

Cochrane-Institut: Kritische Stimme in der Pandemiepolitik

Das internationale Forschungsnetzwerk Cochrane ist auf die systematische Auswertung wissenschaftlicher Studien spezialisiert. Während der Coronapandemie erlangte das Institut breite öffentliche Bekanntheit, weil seine Analysen politisch umstrittene Maßnahmen unter die Lupe nahmen – und dabei nicht selten unbequeme Schlussfolgerungen lieferten.

Besonders aufsehenerregend war eine Cochrane-Analyse zur Maskenpflicht aus dem Jahr 2023. Die Auswertung zweifelte die Aussagekraft der bis dahin vorliegenden Studien an und stellte den tatsächlichen Nutzen flächendeckender Maskenpflichten infrage. Die Studie löste eine heftige Debatte in Wissenschaft und Politik aus – und machte das Institut zur Zielscheibe teils scharfer Kritik.

Genau diese Unabhängigkeit ist es, die das Cochrane-Netzwerk seit Jahrzehnten auszeichnet: Es bewertet Evidenz ohne politische Vorgaben und veröffentlicht Ergebnisse auch dann, wenn sie der offiziellen Linie widersprechen.

Ministerium lobt die Arbeit – und streicht trotzdem die Mittel

Der Widerspruch ist offensichtlich: Das Bundesgesundheitsministerium bescheinigt der Cochrane-Stiftung in Deutschland ausdrücklich eine „erfolgreiche und wertvolle Arbeit” – kündigt ihr gleichzeitig aber die finanzielle Unterstützung. Ende 2027 läuft die Förderung aus.

Als offizielle Begründung nennt das Ministerium:

  • Veränderte haushaltspolitische Rahmenbedingungen
  • Neu gesetzte Förderprioritäten im Gesundheitsbereich
  • Allgemeine Sparmaßnahmen im Bundesetat

Konkrete inhaltliche Kritik an der Arbeit des Instituts äußert das Ministerium nicht. Genau das macht die Entscheidung für viele Beobachter schwer nachvollziehbar – denn wer gute Arbeit lobt, aber die Förderung entzieht, hinterlässt Fragen.

Ex-Direktor Antes: „Jetzt wäre mehr Unabhängigkeit nötig”

Scharfe Kritik an der Entscheidung kommt von Gert Antes, dem früheren Direktor des deutschen Cochrane-Zentrums. Gegenüber der Redaktion von NIUS macht er deutlich, dass er den Zeitpunkt der Entscheidung für grundfalsch hält.

„Nach den Erfahrungen der Coronajahre wäre jetzt eigentlich der Zeitpunkt für mehr Transparenz und mehr unabhängige Überprüfung“, so Antes. Auf die direkte Frage, ob er die Förderentscheidung als Absage an die Studienergebnisse des Instituts verstehe, antwortet er klar: Ja.

Damit formuliert Antes den Verdacht, den viele Wissenschaftler und Medienschaffende teilen: dass die politische Brisanz der Cochrane-Ergebnisse – und nicht nüchterne Haushaltspolitik – der eigentliche Grund für das Ende der Förderung ist.

Einordnung: Gefahr für wissenschaftliche Unabhängigkeit?

Der Fall wirft grundsätzliche Fragen über das Verhältnis von Politik und Wissenschaft in Deutschland auf. Unabhängige Forschungseinrichtungen sind auf staatliche oder private Förderung angewiesen – und genau diese Abhängigkeit kann zur Schwachstelle werden, wenn Ergebnisse politisch unerwünscht sind.

Das Cochrane-Netzwerk selbst ist international aufgestellt und wird nicht vollständig von der deutschen Förderung abhängen. Dennoch wäre der Verlust des deutschen Standorts ein Signal: dass evidenzbasierte, regierungsunabhängige Forschungskritik in Deutschland künftig schwerer finanzierbar sein könnte.

Ob das Ministerium seine Entscheidung noch einmal überdenkt oder ob andere Geldgeber einspringen, bleibt abzuwarten. Die Debatte darüber, welche Rolle kritische Wissenschaft in der Gesundheitspolitik spielen darf, dürfte damit erst begonnen haben.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (NIUS). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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