Märkte am Morgen: Öl, Bayer, Telekom & Starbucks
Öl über 100 Dollar, Bayer investiert 2,2 Mrd. in Ohio, Telekom hält KI-Investor-Day: Die wichtigsten Märkte am Morgen des 5. Oktober im Überblick.
Dieses Video wurde am 05.10.2026 von DER AKTIONÄR TV auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Der DAX startet verhalten in die neue Handelswoche: Nach einem kräftigen Plus von 1,2 Prozent am vergangenen Freitag wird er am Montagmorgen des 5. Oktober mit einem leichten Minus von rund 0,1 Prozent erwartet. Auf Wochensicht steht trotz der Erholung ein Verlust von 0,7 Prozent zu Buche. Die Märkte am Morgen werden dabei von mehreren Themen dominiert: einem erneuten Ölpreisanstieg über die 100-Dollar-Marke, einer Milliarden-Investition von Bayer in den USA, dem KI-Investor-Day der Deutschen Telekom sowie einer geplanten Mega-Übernahme von Schneider Electric.
Ölpreis steigt über 100 Dollar – OPEC hält Fördermengen stabil
Der Ölpreis ist über das Wochenende erneut über die psychologisch wichtige Marke von 100 US-Dollar je Barrel gestiegen. Am Montagmorgen notiert Brent bei rund 101,48 Dollar mit einem leichten Abschlag, während WTI bei knapp 89,88 Dollar und damit wieder unter der 90-Dollar-Marke liegt.
Hintergrund des Preisanstiegs ist eine Entscheidung der OPEC-Staaten, darunter Russland und Saudi-Arabien: Zum zweiten Mal in Folge wurden die Förderziele nicht angehoben. Seit Herbst des Vorjahres waren die Ziele monatlich sukzessive erhöht worden. Tatsächlich werden die Fördermengen ohnehin nicht erreicht – unter anderem wegen der anhaltenden Spannungen rund um die Straße von Hormus und dem Konflikt zwischen den USA und dem Iran.
Gegenläufige Impulse kommen von den G7-Staaten, die angekündigt haben, in den kommenden vier Monaten rund 100 Millionen Barrel Rohöl- und Dieselreserven freizugeben. Gleichzeitig meldete die britische Schifffahrtsbehörde UKMTO, dass erneut ein Schiff in der Nähe der Straße von Hormus beschossen wurde – ein Faktor, der die Risikoprämien im Ölmarkt hochhält.
Starbucks unter Beschuss: Filialeröffnung in umstrittener Region
Starbucks sieht sich mit scharfer Kritik konfrontiert, nachdem in der chinesischen Provinz Xinjiang zwei neue Filialen eröffnet wurden. John Moolenaar, republikanischer Vorsitzender des China-Sonderausschusses im US-Repräsentantenhaus, bezeichnete den Schritt als „schockierend und moralisch bankrott”. Menschenrechtsorganisationen werfen China vor, in dieser Region systematisch Menschenrechte zu verletzen.
Starbucks hatte zuletzt rund 60 Prozent seiner chinesischen Filialen an den Investor Boyu Capital veräußert und hält noch 40 Prozent. Es ist möglich, dass die Eröffnung auf Initiative des neuen Partners erfolgte. Dennoch fällt die öffentliche Wahrnehmung auf die US-Marke zurück.
- Volkswagen schloss seinen Produktionsstandort in Xinjiang Ende 2024 nach jahrelanger Kritik.
- H&M und Adidas hatten die Region öffentlich kritisiert und wurden daraufhin in China teilweise boykottiert.
- Starbucks hält trotz des Teilverkaufs noch eine 40-prozentige Beteiligung am China-Geschäft.
Die Starbucks-Aktie notiert vorbörslich rund 0,26 Prozent im Minus und kämpft weiterhin damit, die 110-Dollar-Marke nachhaltig zu überwinden.
Bayer investiert 2,2 Milliarden Dollar in US-Produktionsstandort
Bayer kündigt eine Investition von 2,2 Milliarden US-Dollar in ein neues Werk im amerikanischen New Albany, Ohio, an. Der Standort soll sowohl pharmazeutische Wirkstoffe als auch fertige Arzneimittel unter einem Dach produzieren und rund 600 Arbeitsplätze schaffen.
Bayer-Chef Bill Anderson betont die strategische Bedeutung der USA als Innovations- und Produktionsstandort. In den vergangenen fünf Jahren hat der Konzern bereits rund sieben Milliarden Dollar in Amerika investiert. Als möglicher Nebeneffekt der lokalen Fertigung gilt die Umgehung potenzieller US-Importzölle auf Pharmawaren – ein Aspekt, der in der offiziellen Kommunikation unerwähnt bleibt, aber in der aktuellen handelspolitischen Lage kaum zu ignorieren ist. Die Bayer-Aktie schloss am Freitag bei 44,94 Euro, zuletzt stand sie moderat unter Druck.
Deutsche Telekom mit KI-Investor-Day – Schneider Electric greift nach PTC
Die Deutsche Telekom lädt heute ab 12 Uhr zum AI Investor Day ein. CEO Tim Höttges eröffnet die Veranstaltung mit einem Überblick zur Konzernstrategie und den KI-Ambitionen des Konzerns. Im Tagesverlauf folgen Präsentationen zu den Bereichen Netze, Kundenkontakt und Geschäftskunden. Um 16:15 Uhr rückt T-Mobile US in den Fokus, bevor der CFO um 17:05 Uhr zu Monetarisierungspotenzialen und Investitionsbedarfen sprechen wird. Anleger erhoffen sich konkrete Aussagen zu zukünftigen KI-Umsätzen und Einsparpotenzialen. Die Telekom-Aktie legte am Freitag im positiven Gesamtmarkt knapp zwei Prozent zu.
Für Aufsehen sorgt derweil Schneider Electric: Der französische Konzern plant die Übernahme des US-Softwarehauses PTC für rund 22,6 Milliarden US-Dollar – umgerechnet 205 Dollar je Aktie, was einem Aufschlag von 42 Prozent auf den Freitagsschlusskurs entspricht. PTC entwickelt Software für industrielle Fertigung und Produktentwicklung. Es wäre die größte Akquisition in der Geschichte von Schneider Electric, deutlich vor der früheren Übernahme von Aveva für elf Milliarden Dollar. Die PTC-Aktie schießt vorbörslich um rund 38 Prozent nach oben, während Schneider Electric vorbörslich rund 2,7 Prozent verliert – ein klassisches Muster bei Übernahmeankündigungen.
Die Kombination aus steigenden Energiepreisen, geopolitischen Spannungen und strategischen Unternehmenstransaktionen dürfte die Märkte in der laufenden Woche in Bewegung halten. Besonders der weitere Verlauf des Ölpreises und die Reaktion der Anleger auf den Telekom-KI-Tag könnten richtungsweisend für den DAX werden.
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