Gender Pay Gap: Warum Frauen weniger vorsorgen
Fast jede zweite Frau hat große finanzielle Sorgen – der Gender Pay Gap und Teilzeitarbeit machen Altersvorsorge für Frauen besonders schwer.
Dieses Video wurde am 08.10.2026 von ntv Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Fast jede zweite Frau in Deutschland kämpft mit großen oder sehr großen finanziellen Sorgen – das zeigt eine aktuelle Umfrage im Auftrag des Verbraucherportals Finanztipp. Der Gender Pay Gap, häufige Teilzeitarbeit und steigende Lebenshaltungskosten machen es Frauen deutlich schwerer als Männern, für das Alter vorzusorgen oder einen finanziellen Puffer aufzubauen. Die Zahlen verdeutlichen ein strukturelles Problem, das Millionen Frauen in Deutschland betrifft.
Gender Pay Gap und Teilzeit: Die Zahlen im Vergleich
Laut der Umfrage geben 47 Prozent der befragten Frauen an, große oder sogar sehr große finanzielle Sorgen zu haben. Bei Männern liegt dieser Wert mit 35 Prozent zwar ebenfalls hoch, aber deutlich niedriger. Besonders alarmierend: 26 Prozent der Frauen stehen im Monat lediglich 50 Euro oder weniger zur Verfügung, um Geld zurückzulegen – oder gar nichts.
Dieser Befund ist kein Zufall. Frauen verdienen im Schnitt weniger als Männer, sind häufiger in Teilzeitbeschäftigung tätig und unterbrechen ihre Erwerbsbiografie öfter – etwa für Kinderbetreuung oder Pflege von Angehörigen. Das wirkt sich unmittelbar auf Ersparnisse und spätere Rentenansprüche aus.
Welche Gründe nennen Frauen selbst?
Die Umfrage liefert auch Einblicke in die selbst wahrgenommenen Ursachen der finanziellen Engpässe. Die Nennungen zeigen ein vielschichtiges Bild:
- Steigende Lebenshaltungskosten werden von 51 Prozent der Frauen als zentrales Problem benannt.
- Ein zu geringes Einkommen – direkt verbunden mit dem Gender Pay Gap – steht ebenfalls weit oben auf der Liste.
- Schulden und Kredite belasten 22 Prozent der Befragten, auch weil Kontoüberziehungen immer häufiger vorkommen.
- Die eigene Teilzeitarbeit nennen 15 Prozent als Hindernis – oft ein struktureller Zwang, keine freie Entscheidung.
Diese Faktoren greifen ineinander und verstärken sich gegenseitig: Wer weniger verdient, kann weniger sparen; wer spart, kann im Alter auf weniger zurückgreifen. Die Rentenlücke beginnt damit bereits im Berufsleben.
Was Frauen sich wünschen – und was helfen könnte
Die Umfrage fragte auch nach konkreten Wünschen. Die Ergebnisse zeigen, dass neben mehr Geld vor allem mehr finanzielle Bildung gefragt ist:
- 37 Prozent wünschen sich mehr finanziellen Spielraum – etwa durch bessere Löhne nach erfolgreichen Gehaltsverhandlungen.
- 20 Prozent fordern verständliche Erklärungen zu Finanzthemen.
- 17 Prozent würden sich eine Schritt-für-Schritt-Anleitung beim Aufbau von Rücklagen wünschen.
Besonders der Wunsch nach Aufklärung ist bedeutsam. Geld bleibt in vielen gesellschaftlichen Kreisen ein Tabuthema. Wer nicht über Finanzen spricht, kann sich aber auch nicht informieren – und gerät schneller in finanzielle Schieflage.
Informationsquellen und erste Schritte zur Vorsorge
Wer sich besser informieren möchte, hat verschiedene Anlaufstellen. Verbraucherzentralen bieten unabhängige Beratung zu Altersvorsorge, Haushaltsführung und Schuldenmanagement an. Auch seriöse Finanzportale können hilfreich sein – allerdings sollte man immer prüfen, wer hinter einem Angebot steht und ob kommerzielle Interessen eine Rolle spielen.
Sogenannte Finfluencer – Personen, die in sozialen Netzwerken über Finanzthemen aufklären – können ebenfalls eine Einstiegshilfe sein. Hier gilt jedoch besondere Vorsicht: Versprechen wie „Reich in 30 Tagen” sind unrealistisch und oft Warnsignale für unseriöse Angebote.
Entscheidend ist ein pragmatischer Einstieg: Ein Haushaltsbuch führen, fixe und variable Ausgaben kennenlernen und mit kleinen Beträgen beginnen – auch fünf oder zehn Euro monatlich können langfristig einen Unterschied machen. Der erste Schritt ist der wichtigste, unabhängig von der Höhe des verfügbaren Betrags.
Solange strukturelle Ursachen wie der Gender Pay Gap und die ungleiche Verteilung von Teilzeitarbeit politisch nicht nachhaltig angegangen werden, bleibt individuelle Finanzbildung ein zentrales Werkzeug – für Frauen ebenso wie für Männer.
Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (ntv Nachrichten). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.