Raketenangriff auf Riad: Lufthansa streicht Flüge
Nach dem Raketenangriff auf den Flughafen in Riad streicht die Lufthansa-Gruppe alle Flüge bis zum 16. Oktober. Die Huthi-Miliz droht mit weiteren Attacken.
Dieses Video wurde am 09.10.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Nach einem Raketenangriff auf den Flughafen Riad hat die Lufthansa-Gruppe sämtliche Verbindungen in die saudi-arabische Hauptstadt vorübergehend gestrichen. Die Aussetzung des Flugbetriebs gilt zunächst bis einschließlich 16. Oktober. Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz reklamierte den Angriff für sich und drohte mit weiteren Attacken – auch auf Ölanlagen im Land.
Raketenangriff auf den Flughafen: Was bisher bekannt ist
Die Huthi-Miliz aus dem Jemen erklärte, eine ballistische Rakete auf den internationalen Flughafen von Riad abgefeuert zu haben. Saudi-Arabien bestätigte den Angriff, meldete jedoch, dass mehrere Geschosse erfolgreich abgefangen worden seien. Trotz der Abwehrmaßnahmen fielen offenbar Raketentrümmer auf ein Terminalgebäude herab.
Augenzeugen vor Ort berichteten von vier Explosionen, die im Bereich des Flughafengeländes zu hören gewesen seien. Über das genaue Ausmaß der Schäden sowie mögliche Verletzte oder Todesopfer lagen zunächst keine gesicherten Angaben vor.
Lufthansa-Gruppe setzt alle Flüge nach Riad aus
Als unmittelbare Reaktion auf den Angriff strich die Lufthansa-Gruppe alle geplanten Flüge in die saudi-arabische Hauptstadt. Die Maßnahme betrifft den gesamten Konzernverbund und gilt vorerst bis zum 16. Oktober. Reisende, die in diesem Zeitraum nach Riad oder von dort zurückfliegen wollten, müssen mit erheblichen Beeinträchtigungen rechnen.
Bereits in der Vergangenheit hatten Spannungen in der Region internationale Fluggesellschaften dazu veranlasst, Verbindungen in den Nahen Osten zu kürzen oder vollständig einzustellen. Die aktuelle Entwicklung dürfte auch andere Airlines zur Neubewertung ihrer Routen veranlassen.
Huthi-Miliz droht mit weiteren Angriffen
Die vom Iran unterstützten Huthis kündigten an, ihre Angriffe auf Saudi-Arabien fortzusetzen. Ausdrücklich nannten sie dabei folgende potenzielle Ziele:
- Internationale Flughäfen in Saudi-Arabien
- Ölanlagen und Energieinfrastruktur
- Weitere strategische Einrichtungen im Land
Damit weiten die Huthis die Bedrohungskulisse erheblich aus. Ölanlagen in Saudi-Arabien waren bereits in früheren Jahren Ziel von Drohnen- und Raketenangriffen der Miliz, was jeweils zu vorübergehenden Verwerfungen an den globalen Energiemärkten geführt hatte.
Einordnung: Regionaler Konflikt mit globalen Auswirkungen
Der jüngste Angriff auf Riad verdeutlicht die anhaltende Destabilisierung der Golfregion durch den seit Jahren schwelenden Jemenkonflikt. Die Huthis agieren dabei als verlängerter Arm des iranischen Einflusses auf der Arabischen Halbinsel. Saudi-Arabien ist seit 2015 militärisch in den Jemenkrieg involviert und sieht sich seitdem regelmäßig Angriffen ausgesetzt.
Die Streichung von Flügen durch die Lufthansa-Gruppe zeigt, wie unmittelbar sich der Konflikt auf den internationalen Luft- und Wirtschaftsverkehr auswirkt. Sollten die Huthis ihre Drohungen wahrmachen und Ölanlagen ins Visier nehmen, könnten auch die globalen Energiepreise unter Druck geraten. Beobachter rechnen mit einer weiteren Eskalation, sofern keine diplomatischen Initiativen greifen.
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